Gerechtigkeit

Reich, dumm, schwul: Wir haben Google gefragt, was ihr von G20-Ländern denkt

08.07.2017, 15:01

Franzosen sind sexy, Italiener reden viel und Amerikaner sind ignorant, oder? Vorurteile gibt es viele, und jede Nation hat sie gegenüber den anderen. Jetzt, wo sich verschiedenste Länder der Welt in Hamburg zum G20-Gipfel treffen, haben wir uns gefragt: 

Was denken die Deutschen denn so über die anderen Gäste?

Unter ihnen gibt es immerhin: Demokratien, Königreiche und Autokratien. 

Jetzt sind Vorurteile natürlich nichts, worüber man gern redet. Aber zum Glück gibt es Google. Die Suchmaschine gehört mittlerweile für die meisten zum Standard – sie bildet ab, was andere Deutsche suchen.

Und sie zeigt uns, wie wir über andere Länder denken.

Denn Google bietet eine sogenannte Auto-Vervollständigung an: Wer "Warum ist G20..." eintippt, bekommt vorgeschlagen, wie man diesen Satz beenden könnte. Nämlich so, wie viele andere zuvor schon gesucht haben. Das sieht dann so aus:

Wir haben Google nach allen G20-Teilnehmern befragt. Die vorgeschlagenen Suchanfragen zeigen, welchen Ländern wir mit Vorurteilen begegnen – und welche wir als positiv empfinden.

Russland ist homophob, Frankreich schwul und Australien ist ... gefährlich. 

Ein paar Dinge fallen auf. Allen voran: Den Deutschen geht es bei Länderfragen oft ums Geld. Denn der mit acht mal am Abstand meisten gesuchte Begriff ist "teuer". Soll heißen: Lange vor internationaler Politik schert sich der Google-Nutzer zuerst um den nächsten Urlaub. Und, warum man im gewünschten Land viel oder wenig Geld lassen muss.

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Oft geht es aber auch um Angst, Negatives und Klischees:

  • Als besonders gefährlich empfinden die Deutschen Google-Nutzer Australien, Brasilien, Mexiko und Südafrika. 
  • Andere Länder werden als schwul (Frankreich), dreckig (Indien), 
    homophob und korrupt (Russland) oder kriminell (Südafrika) angesehen. Ach ja, und die USA sind prüde.
  • Auch positive Vorurteile gibt es: "Warum ist Deutschland so toll" oder "Warum ist Brasilien so gut im Fußball" unterstellen ja bereits etwas, das vielleicht gar nicht stimmen muss.
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Nicht alle denken Böses: 

Die Suchenden haben nicht nur Vorurteile, viele stellen sie sogar infrage. Zum Beispiel:

Welchen Nutzen bringen Kooperationen mit der Türkei? Ist China wirklich ein so wichtiger Handelspartner? Warum ist in Südkorea die Suizidrate so hoch? Warum hängt Großbritannien so an Gibraltar? 

Ebenfalls interessieren sich die Suchenden für Finanzfragen. Treffen andere Länder bessere oder schlechtere Finanzentscheidungen? Warum ist Saudi-Arabien so reich? Warum ist Russland so arm? Und warum ist Japan eigentlich so erfolgreich?

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Die ungewöhnlichste Frage: 

Die wohl ungewöhnlichste Frage ("WARUM IST KÄSE IN KANADA SO TEUER") sei hier noch einmal beantwortet: Weil Kanada seine Milchbauern, anders als die EU oder USA, nicht subventioniert – und dafür Exporte aus dem Ausland stark besteuert, um sie die eigene Wirtschaft zu schützen. Wieder etwas gelernt!

Gruselig wird es übrigens, wenn man die Frage anders stellt. "Ist Deutschland wirklich..."

 ¯\_(ツ)_/¯

Hier sind nochmal alle G20-Länder und ihre Google-Suchanfragen zum Durchklicken: 

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Today

Anwohner nach den G20-Krawallen: "Alle packen an!"

08.07.2017, 14:19 · Aktualisiert: 08.07.2017, 18:53

Es ist der Morgen nach den schweren Krawallen vom Freitagabend. Stundenlang wüteten schwarz vermummte Militante – Steine und Flaschen wurden geworfen, Baugerüste als Barrikaden errichtet und Geschäfte geplündert. Die Polizei kam an ihre Grenzen, brauchte schließlich Verstärkung von Spezialkräften.

Viele Bewohner der Schanze zogen sie sich in ihre Wohnungen zurück oder suchten Obdach bei Freunden. "Habt ihr diese Explosion gehört?", "Was machen die mit unserem Hamburg?" – wer in der Stadt lebt, bekam die ganze Nacht über solche Nachrichten über WhatsApp.

Am Samstagmorgen ist die Verwüstung überall zu sehen. Anwohner sind fassungslos. Viele beteiligen sich an den Aufräumarbeiten oder versuchen, die Situation in Gesprächen zu verarbeiten. Einige erzählen davon, wie Anwohner sich in der vergangenen Nacht dem Schwarzen Block in den Weg gestellt haben, wie sie versuchten, sie am Zerstören zu hindern.