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11.01.2018, 15:55

Wenige Tage nach den Golden Globes und der bewegenden Rede von Oprah Winfrey, den beeindruckenden Bildern von den schwarzen Kleidern auf dem roten Teppich, den zahlreichen "Time’s Up"-Pins an den Revers der männlichen Gäste, könnte man das Gefühl haben: In der Filmindustrie tut sich etwas.

Doch diese aktuelle Studie zeigt, dass es in Sachen Frauenpower noch sehr viel zu tun gibt.

Die traurige Erkenntnis der "Celluloid Ceiling"-Studie:

Seit 1998 ist die Anzahl an Frauen an Filmsets nicht signifikant gestiegen, sie liegt 2017 immer noch bei lediglich 18 Prozent.

Was genau wurde erforscht?

Das "San Diego State University’s Center for the Study of Women in Television and Film" untersucht seit 20 Jahren in einer Langzeitstudie, wie viele Jobs an Filmsets mit Frauen besetzt werden und zwar als Regisseurinnen, Autorinnen, Produzentinnen, Produktionsleiterinnen, Cutterinnen und Kamerafrauen. Dafür haben sie sich die Top 100, 250 und 500 amerikanischen Filme angeschaut, die 2017 am meisten Gewinn gemacht haben.

Was sie für das Jahr 2017 herausgefunden haben? Unter anderem das hier:

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Hier kannst du dir alle Ergebnisse der Studie anschauen.

Warum ist das ein Problem?

Filme und Literatur prägen unser Weltbild, die Art wie wir denken, wie wir Dinge wahrnehmen. Barbara Streisand hat es bei der Vorstellung der Nominierten für "Best Motion Picture" bei den Golden Globes 2018 so formuliert:

Die Wahrheit ist mächtig. Und in einem wirklich guten Film erkennen wir die Wahrheit über uns selbst und über andere. Die Wahrheit kann so mächtig sein, dass sie die Gedanken von Menschen verändern, ihre Herzen berühren und letztlich auch die Gesellschaft als solche verändern kann.

Aus diesem Grund müssen auch Frauen an der Entstehung von Filmen beteiligt sein. Weil auch sie mitbestimmen sollten, wie die Gesellschaft aussieht. Und ein Blick auf die Programme der Kinos in Deutschland zeigt: Amerikanische Filme sind auch auf unseren Leinwänden sehr präsent. Dieses Problem geht auch uns etwas an.

Streisand war die einzige Frau, die jemals bei den Golden Globes eine Auszeichnung als "Best Director" erhalten hat. Im Jahr 1984, vor 34 Jahren.

Warum ändert sich in Hollywood nichts?

Das stimmt so nicht ganz. Zumindest gibt es einige aus der Industrie, die auf das Problem aufmerksam machen, wie etwa Barbara Streisand. Auch Natalie Portman kommentierte bei der Vorstellung der Nominierten für "Best Director" bei den Golden Globes das Fehlen von weiblichen Nominierten:

"And here are the all-male nominees"

Und andere wie Reese Witherspoon treten richtig in Aktion: 2012 hat die Schauspielerin gemeinsam mit Bruna Papandrea die Produktionsfirma "Pacific Standard" ins Leben gerufen. Sie möchte Filme fördern und produzieren, die starke Frauen und ihre Geschichten in den Fokus stellen.

Man sieht, dass das Bewusstsein für das Problem immerhin wächst und Initiativen gestartet werden, um auch hinter den Kulissen mehr Frauen zu beschäftigen.

Es bleibt zu hoffen, dass im Zuge der #MeToo-Debatte und der "Time's-Up"-Aktion endlich auch die Zeit für Frauen als Regisseurinnen, Produzentinnen oder Kamerafrauen gekommen ist.


Musik

Haiyti erzählt über "Montenegro Zero" und Feiern ohne Geld

11.01.2018, 14:57 · Aktualisiert: 13.04.2018, 14:21

"Den ganzen Abend lang Longdrinks in der Hand"

Ein Hotel am Hamburger Steindamm. Mit schnellen Schritten kommt Haiyti in die Lobby, Jogginghose, Wollpulli, kein Make-up, Dutt. Das ist die derzeit wohl angesagteste Frau im Deutschrap.

Sie lässt sich auf eine Sitzbank fallen, holt ihr Smartphone raus – und fängt an zu weinen. Sie habe sich gerade gestritten, sagt sie hastig, Entschuldigung. "Können wir schnell mit dem Interview beginnen?"