Bild: Facebook / Royal Brunei Airlines

Gerechtigkeit

Diese Frauen können ein Flugzeug steuern, dürfen aber nicht überall Auto fahren

14.03.2016, 12:56 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:28

Es geht um Religion.

Sie sind Pilotinnen, können eine tonnenschwere Boeing-787 um den Erdball lenken – dürfen in dem Land, in dem sie die Maschine landen, aber nichtmals hinter das Steuer eines Autos.

Auf Facebook sorgt gerade ein Bild für Diskussionen, das die asiatische Fluggesellschaft "Royal Brunei Airlines" bereits vor einigen Wochen auf ihre Seite postete.

Der Anlass: Zum ersten Mal überhaupt durfte ein rein weibliches Trio ein Flugzeug des Unternehmens vom kleinen Sultanat Brunei in Asien nach Dschidda in Saudi-Arabien fliegen.

RB's first ever female trio at the flight deck; Captain Sharifah Czarena, Senior First Officer Sariana and Senior First...

Posted by Royal Brunei Airlines on Montag, 22. Februar 2016


Im Cockpit:
Kapitänin Sharifah, die erste Offizierin Sariana und die zweite Offizierin Nadiah.

Doch etwas an diesem Flug ist paradox: Die Frauen landen mit der Maschine in einem Land, in dem ein Autofahrverbot für Frauen besteht. In Saudi-Arabien herrscht eine strenge Auslegung des Islam (der Wahhabismus). Nach Meinung der Gelehrten dürfen Frauen dort lediglich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen – neben einem Mann am Steuer.

Ganz anders im Sultanat Brunei, wo der Islam ebenfalls Staatsreligion ist und ebenfalls das islamische Recht (die Scharia) als Grundlage der Justiz gilt. Hier sind die Frauen Pilotinnen.

Die Widersprüchlichkeit der beiden islamischen Länder und ihrer Auslegung des Islam führt dazu, dass sich gerade Tausende Menschen mit dem Foto auseinandersetzen: "Das ist ein sehr gutes Beispiel, um zu zeigen, wie man den Islam auch interpretieren kann", schreibt beispielsweise Sop Tawau.

Chow LH Harry bemerkt: "Junge Frauen werden zu euch aufschauen und sehen, was man alles erreichen kann, wenn man Zugang zu Bildung hat."