Gerechtigkeit

So entzaubert Bernhard Hoecker das Gerücht der "Flüchtlingswelle"

30.03.2016, 12:47 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:29

Bloß keine Angst vor der Zahnfee!

Er ist natürlich nicht der erste, der es erklärt. Aber das Wie, das macht es aus: In der jüngsten Ausgabe der NDR Talk Show erklärt Comedian Bernhard Hoecker, wie genau so eine "Flüchtlingswelle" aussieht. Kurzerhand klettert er durch das Publikum, rechnet die Zahl der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge auf die Studiogäste um und führt allen vor, wie groß und bedrohlich die "Welle" wirklich ist.

Auf mehrfache Nachfrage hier noch einmal Bernhard Hoecker, der für einen ganz besonderen Moment in der letzten NDR Talk Show sorgte.

Posted by NDR Talk Show on Dienstag, 29. März 2016

Die NDR-Talksendung lief bereits am vergangenen Freitag im TV, doch erst jetzt hat der Sender – nach großer Nachfrage – den rund 80-sekündigen Ausschnitt mit Hoecker auf seiner Facebook-Seite hochgeladen. Knapp 1,5 Millionen-Mal wurde das Video bereits geklickt.

Darum ist die Hoecker-Erklärung so genial:

"Eigentlich bin ich ja unpolitisch, aber im Moment haben wir ja alle Angst, dass wir von Flüchtlingen überschwemmt werden", startet Hoecker seinen kleinen Rant. Dann nimmt er die Zahl der Flüchtlinge im Jahr 2015 (eine Million Menschen) und rechnet sie auf die Studiogäste (120 Menschen) um.

Das Ergebnis: Wäre Deutschland ein Studio, würde die "Flüchtlingswelle" aus zwei Menschen bestehen, die auf uns hereinbricht. Hoecker schließt an:

"Wenn man jetzt anfängt und sagt, diese wenigen Menschen überfluten die Kultur dieses Studios – dann muss man ein Problem haben."
Bernhard Hoecker

Dann stellt Hoecker die Frage, ob sich denn die Gäste im Studio tatsächlich ihrer Kultur beraubt fühlen, wenn diese beiden nun Metal-Fans wären oder an die Zahnfee glauben. Plakativer und ehrlicher kann man die gefühlte Bedrohung durch Flüchtlinge nicht aushebeln.

Sehenswerte Fotostrecke: Der Fotograf Kevin Mc Elvaney ließ Menschen mit Einwegkameras ihre Flucht dokumentieren

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Zur Info: Ich hatte die Kommentare hier lange offen gelassen, um Diskussionen Raum zu geben. Für meinen persönlichen Geschmack war zwar viel Unsinn dabei, aber zumindest nichts, was offen rassistisch oder beleidigend ist. Zumindest war das am Anfang so. Da sich mittlerweile die verachtenden Beiträge stapeln, ist eine normale Diskussion nicht mehr möglich. Die Kommentare wurden daher nachträglich geschlossen. Gez. Marc Röhlig