Bild: Usplash/Joel Beukelman

Gerechtigkeit

Wie du bald herausfinden kannst, was deine Kollegen verdienen

11.01.2017, 16:15 · Aktualisiert: 11.01.2017, 16:19

Worum geht es?

Frauen und Männer verdienen in Deutschland immer noch nicht gleich viel. 21 Prozent beträgt der Unterschied im Durchschnitt – einer der höchsten Werte innerhalb der EU. Das liegt zum einen an der unterschiedlichen Berufswahl, Positionen und Teilzeitarbeit – aber auch nach Abzug dieser Faktoren bleibt laut Statistischem Bundesamt ein Unterschied von sieben Prozent. Sie lassen sich damit begründen, dass Frauen beim Gehalt unfair behandelt werden (SPIEGEL ONLINE).

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) setzt sich für mehr Lohngerechtigkeit ein. Ihr Ministerium hat deshalb das "Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen" erarbeitet. Heute hat das Kabinett den Entwurf beschlossen (tagesschau.de/Abendblatt.de).

Was steht denn drin?

  • Ziel ist es, dass die Gehaltsstrukturen in Unternehmen transparenter werden. Arbeitgeber mit mehr als 200 Beschäftigten sollen künftig ihren Beschäftigten auf Anfrage erläutern, nach welchen Kriterien sie bezahlt werden. Das heißt, Frauen und auch Männer können nicht nur erfragen, was ihre Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen. Sie können auch erfahren, wie es mit Boni und Dienstwagen bei Kollegen aussieht.
  • Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten müssen laut des Entwurfs zudem regelmäßig über den Stand der Gleichstellung und der Gleichheit beim Entgelt berichten (sueddeutsche.de).

Wie viele Menschen betrifft das?

Nach Angaben des Ministeriums 14 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland – Männer und Frauen (Bundesfamilienministerium).

(Bild: SPIEGEL ONLINE)

Warum wird das Gesetz jetzt erst auf den Weg gebracht?

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Können andere dann mein Gehalt herausfinden?

Das geht nicht. Unternehmen und Betriebe dürfen nur Durchschnittsverdienste mitteilen, Daten werden anonymisiert. Es geht nur darum, sich mit dem jeweils anderen Geschlechts zu vergleichen – nicht mit einzelnen Kollegen.

Hat das Unternehmen einen Betriebsrat, vergleicht dieser die Gehälter. Ansonsten müssen sich Mitarbeiter direkt an den Arbeitgeber wenden (Bundesfamilienministerium).

(Bild: Unsplash/ Jordan Whitfied)

Was passiert, wenn es wirklich eine Ungerechtigkeit gibt?

Im Entwurf steht nun lediglich der Hinweis, Benachteiligungen seien "unverzüglich zu beseitigen" (sueddeutsche.de). Wenn sich die Chefs nicht einsichtig zeigen, hilft nur eine Klage. Sanktionen für den Arbeitgeber sind nicht vorgesehen.

Kommt das Gesetz sofort?

Nein. Nun berät das Parlament darüber. Die Union hat angekündigt, im weiteren Verfahren möglicherweise noch Änderungsanträge einzubringen. Das Gesetz kann erst nach drei Lesungen im Parlament verabschiedet werden.

Erst sechs Monate danach können Arbeitnehmer Auskunft verlangen.


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"La La Land" ist (leider) nur langweiliges Singen und Klatschen mit Ryan und Emma

11.01.2017, 14:09 · Aktualisiert: 11.01.2017, 18:37

Der Film "La La Land" ist der Rekordgewinner bei den Golden Globes: Sieben Trophäen holte das Musical – das erste Mal in der Geschichte der Preisverleihung (bento). Die internationalen Kritiker überschlagen sich in ihrem Urteil ("magisch" / "gefeiert"), und bei den Oscars wird der Film vom erst 31-jährigen Regiewunderkind Damien Chazelle bereits heiß gehandelt.

Aber warum? Der Film ist nämlich (leider) langweiliger und kitschiger Unsinn.

Dabei geht es mir gar nicht darum, dass der Film eine romantische Liebesgeschichte erzählt. Die gehören zum Kino natürlich dazu, genauso wie Action und Komödien. Außerdem gibt es genug Beispiele für wirklich tolle Liebesfilme. "La La Land" gehört aber leider nicht dazu.