Gerechtigkeit

AfD im Bundestag: 8 Dinge, die du jetzt tun kannst

25.09.2017, 09:24 · Aktualisiert: 25.09.2017, 18:04

Ja, die AfD ist jetzt im Bundestag. Und mit ihr einige offen rechtsradikale Menschen – und sehr viele, die diese Haltung tolerieren. Das mag bitter sein, aber es ist das Ergebnis einer demokratischen Wahl. Man kann sich jetzt frustriert unter der Decke verkriechen.

Man kann die Wahl und ihr Ergebnis aber auch als Weckruf sehen und anfangen, sich zu engagieren. Damit sich die Ereignisse in vier Jahren nicht wiederholen.

Stolperstein in Berlin

Stolperstein in Berlin (Bild: dpa / Florian Schuh)

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Werde Stolperstein-Pate

Die AfD findet, die Erinnerungskultur an die Gräueltaten des Nazi-Regimes sei nicht mehr so wichtig. Wenn du anderer Meinung bist und findest, dass die Erinnerung an die Ermordung von Millionen von Juden für immer unvergessen bleibt, dann kannst du Stolpersteine spenden. Die goldenen Steine erinnern vor Hauseingängen an Juden, Homosexuelle und Andersdenkende, die von den Nazis verschleppt und getötet wurden. So kannst du dafür sorgen, dass es immer mehr von ihnen gibt:

Ran an den Stammtisch!

Ran an den Stammtisch! (Bild: imago / Lichtgut)

2

In eine Partei eintreten

Ja, Parteiarbeit ist langwierig und hat nicht den besten Ruf. Sie ist nicht mehr im Trend. Die Mitglieder der Parteien werden immer älter. Dabei wird gerne vergessen, dass Parteien exakt so spannend sind, wie die Leute, die sich in ihnen engagieren. Und Parteien sind in unserem politischen System immer noch die effektivste Möglichkeit, Einfluss zu gewinnen, wie man ja gerade an der AfD sieht. Daher gilt: Wenn du willst, dass deine Interessen vertreten werden, sei laut und vertritt sie selbst. Hier kannst du herausfinden, welche Partei am besten zu dir passt:

Mohammed und Raghda aus Syrien mit ehrenamtlichen Helfern in Hamburg

Mohammed und Raghda aus Syrien mit ehrenamtlichen Helfern in Hamburg (Bild: dpa / Christian Charisius)

3

Ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer werden

Immer noch werden ehrenamtliche Helfer gesucht. Dabei geht es vor allem um Hilfe bei Behördengängen, beim Deutschunterricht oder beim Auf-die-Beine-stellen von Sport- und Freizeitangeboten.

"Schöner Leben ohne Nazis" in Potsdam

"Schöner Leben ohne Nazis" in Potsdam (Bild: imago / Martin Müller)

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Arbeit gegen Rechts unterstützen

Es gibt im gesamten Bundesgebiet Initiativen, die sich gegen die Verbreitung von rechtem Gedankengut einsetzen. Ob das nun Aussteigerprogramme, linke Kulturzentren oder Geflüchtetenverbände sind – sie alle werden es ab jetzt schwerer haben und freuen sich über eine Spende oder deine ehrenamtliche Mitarbeit.

(Bild: imago / Westend61)

5

Umweltfreundlicher Leben

Die AfD zweifelt am Einfluss des Menschen auf den Klimawandel. Du nicht? Dann ist jetzt der ideale Zeitpunkt für dich, damit anzufangen, bei deinen Flugreisen CO2-Kompensation zu zahlen oder, so oft es geht, auf dein Auto zu verzichten. Denn die Experten sind sich weitgehend einig: Nur, wenn wir alle unseren CO2-Ausstoß drosseln, lässt sich der Klimawandel bremsen.

(Bild: Giphy)

6

Lass dir nichts einreden

Kernpunkt des AfD-Wahlkampfes war das Schüren von Ängsten – vor Geflüchteten, emanzipierten Frauen, Homosexuellen oder geschlechtergerechter Sprache. Lass dir nichts einreden! Deswegen: Wenn du das Glück hast, keiner diskriminierten Gruppe anzugehören: Sei solidarisch! Frag deine Freunde, die dieses Glück nicht haben, ob du irgendetwas für sie tun kannst.

Raoul Kopacka
Raoul Kopacka
Raoul Kopacka
Raoul Kopacka
Raoul Kopacka
Raoul Kopacka
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Raoul Kopacka
Raoul Kopacka
Raoul Kopacka
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Freiwillige Seenotretter unterstützen

Auch wenn das Thema gerade nicht mehr so viel Aufmerksamkeit bekommt: Im Mittelmeer sterben weiterhin Menschen auf der gefährlichen Flucht. Das ändert sich auch dann nicht, wenn Deutschland seine Grenzen schließt. Zum Glück gibt es einige Organisationen, die den Geflüchteten im Mittelmeer helfen. Eine Arbeit in der Grauzone, aber eine Arbeit, die Leben rettet. Hier findest du mehr Informationen:

(Bild: imago / Bernd Friedel)

8

Rassismus und ausgrenzendes Verhalten ansprechen, immer wieder

Auch vermeintlich harmlose rassistische Witze sind Rassismus. Einen Schwulen als "Schwuchtel" zu bezeichnen, ist eine Beleidigung. Jeder von uns ist irgendwann Zeuge solcher Sprüche. Wenn man es nur einmal schafft, hier laut zu widersprechen, ist schon viel gewonnen.


Gerechtigkeit

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