Bild: Klett-Schulbuchverlag

Gerechtigkeit

Diese Buchreihe hat den 1. Preis für sexistisches Marketing bekommen

06.03.2017, 14:20 · Aktualisiert: 07.03.2017, 09:33

Die einen nur Pirat, die anderen nur Prinzessin?

Wilde Spielsachen für die Jungs. Schminke für die Mädchen. Jungs in Blau. Mädchen in Rosa. So funktioniert Gendermarketing. Doch was nach einfachen Verkaufsmethoden klingt, birgt auch eine Gefahr für die Entfaltung von Kindern. Mit dem "Goldenen Zaunpfahl" wurde nun zum ersten Mal ein Preis für das absurdeste Gendermarketing verliehen.

Gewonnen hat den wenig schmeichelhaften Preis der Verlag Klett Lerntraining für seine "Geschichten zum Lesenlernen".

Warum?

Das Buch für Jungs handelt von Abenteuern: von Piraten, von Polizisten und Ufos. Das Buch für die Mädchen hingegen ist in Rosatönen gehalten und auf dem Cover ist eine Prinzessin zu sehen, die ein Pferd streichelt.

Die Botschaft dahinter: Die Jungs haben richtige Berufe, die Mädchen sind hübsch anzusehen.

Ausgerufen wurde der Preis von den Autoren Almut Schnerring und Sascha Verlan. Die Beiden bloggen auch über das Thema Gendermarketing und haben dazu auch ein Buch veröffentlicht.

Aber was ist das eigentlich das Problem mit Gendermarketing?

Auf ihrer Webseite schreiben sie:

Die Verkaufsstrategie vermittle eine Welt "in der Produkte und Farben, Interessen und Freizeitangebote, Verhaltensweisen und Eigenschaften streng nach Geschlecht getrennt werden."

So werden Stereotype geformt. Frauen sind süß und Männer cool.

In der Erwachsenenwelt sieht das dann so aus:

In der Jury saßen: Ferda Ataman, Daniel Bröckerhoff, Anke Domscheit-Berg, Nora Gomringer, Petra Lucht, Margarete Stokowski, Tarik Tesfu.

Update: Wir schreiben statt "Klettverlag" nun "Klett Lerntraining". Der Verlag gehört auch zur Verlagsgruppe Klett.


Streaming

Fünf Männer reden über Sexismus: So war die neue Folge "Schulz & Böhmermann"

06.03.2017, 14:06

Mitunter fühlte man sich wie bei einer mittellangen Bahnfahrt, für die man sich zur Zerstreuung zwei Bücher eingepackt hat: Den ernsthaften Wälzer "Versuch über die Annäherung an einen Diskurs über die Notwendigkeit einer Diskussion über die Geschlechterrollen" und den durchaus hintergründigen, aber eher leichterhand fabulierten Roman "So isses aber eben" – und als blättere man nun unentschlossen mal in diesen, mal in jenen Band, ohne sich so richtig in einem festzulesen.

Zum Auftakt der neuen Staffel "Schulz & Böhmermann" sollten die Rollen von Mann und Frau besprochen werden, und man konnte durchaus unterhalten dabei zusehen, wie dieses Thema von der Weintraube zur Rosine zusammenschnurzelte.