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Gerechtigkeit

Die aktuelle Prognose zur Bundestagswahl

08.08.2017, 16:31 · Aktualisiert: 22.08.2017, 16:33

Interaktive Grafik

So sagen wir die Wahl voraus

Unser Modell hat drei Stufen, alle sind in der Grafik oben anklickbar:

  • Der Umfrageschnitt pur berechnet einfach nur den Durchschnitt aller in einer Woche erschienen Umfragen der acht großen Institute.
  • Der S&R-Umfrageschnitt zeigt einen gewichteten, tagesaktuellen und rollierenden Durchschnitt. Dazu berechnen wir ein gewichtetes arithmetisches Mittel der Umfragen der vorhergehenden 20 Tage. Wir nutzen drei Gewichtungsfaktoren: Zeitpunkt der Befragung, Stichprobengröße und Abweichung der letzten Vorwahlbefragungen der Umfrageunternehmen vor den tatsächlichen Ergebnissen der letzten fünf Bundestagswahlen.

    Das heißt: Neuere Umfragen und solche mit mehr Befragten fließen stärker in unseren Schnitt ein. Für die Fehlerquote haben wir die mittlere quadratische Abweichung eines Instituts von den tatsächlichen Stimmanteilen der Parteien in den letzten fünf Bundestagswahlen berechnet. Heißt in der Praxis: Wenn ein Unternehmen in der Vergangenheit eine bestimmte Partei zu hoch oder zu niedrig eingeschätzt hat, dann geben wir den Umfragewerten dieses Unternehmens für diese Partei ein geringeres Gewicht.

    Oder andersherum: Wenn ein Unternehmen eine Partei in der Vergangenheit besonders treffsicher eingeschätzt hat, fließen die aktuellen Umfragewerte dieses Instituts zu dieser Partei stärker in unsere S&R-Umfrageschnitt-Werte ein.
  • Anders als die Momentaufnahmen blickt die S&R-Prognose in die Zukunft. Uns ist klar, dass das nicht so ganz einfach ist, denn natürlich gibt es eine große Unsicherheit darüber, was bis zur Wahl die politische Debatte bestimmt. Irakkrieg, Oder-Hochwasser, Veggie-Debatte – all diese Faktoren waren seinerzeit Monate vor der Wahl kaum abzusehen. Erst langsam veränderten sich dann die Umfragewerte.

Daten aus der Vergangenheit zeigen aber eine Alternative auf: Wer eine Wahl vorhersagen will, die weiter in der Zukunft liegt, kann sich dem möglichen Ergebnis mit zusätzlichen Daten besser nähern, nämlich den Ergebnissen bisheriger Bundestagswahlen und aktueller Landtagswahlen.

Besonders weit vor einer Wahl ist ihre Prognosegenauigkeit höher als diejenige der wöchentlichen Sonntagsumfragen. Für unsere S&R-Prognose kombinieren wir deshalb ein Modell auf Basis dieser Daten mit den Umfragen: Je weiter in der Zukunft die Wahl noch liegt, desto stärker werden die letzten tatsächlichen Ergebnisse gewichtet. Je näher die Bundestagswahl rückt, desto stärker fließen die Umfragen in unsere Prognose ein.

Pro Partei haben wir ermittelt, ob und wann Wahlen oder Umfragen besser als Indikator funktionieren und dann einen Zeitverlauf für unsere Gewichtung entwickelt: Sind die Wahlergebnisse zuverlässiger, werden sie länger stärker gewichtet, waren die Umfragen früh genau, werden sie früher stärker einbezogen.

Signal & Rauschen

Logo_L.png#asset:1580048Christian Fahrenbach und Dominik Wurnig von Signal & Rauschen erklären den Stand zur Bundestagswahl: Wer liegt in den Umfragen vorne, warum bekommen die Zahlen so viel Aufmerksamkeit und wie zuverlässig sind sie überhaupt? Das Projekt wird unterstützt vom MIZ-Babelsberg. Hier geht's zur aktuellen Prognose


Gerechtigkeit

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08.08.2017, 15:42 · Aktualisiert: 08.08.2017, 17:02

Noch sieben Wochen bis zur Wahl

Die wichtigsten Trends

Es sind noch sieben Wochen bis zur Bundestagswahl und die SPD liegt im Durchschnitt aller Umfragen und in unserer Prognose rund 14 Prozentpunkte hinter der Union. Rechnerisch sind das also zwei Prozentpunkte pro Woche.

Gewinner der Woche ist die Alternative für Deutschland. Sie befindet sich seit Monaten in einem Mini-Aufwind, auch diese Woche sehen alle drei Umfragen kleine Zuwächse. Seit dem Tiefststand vor sechs Wochen hat die Partei rund 1,5 Prozentpunkte gutgemacht und steht nun bei knapp neun Prozent.