Gerechtigkeit

Was es für Umfragen und Prognosen zur Wahl gibt und welche Unterschiede wichtig sind

30.08.2017, 10:38 · Aktualisiert: 30.08.2017, 14:52

Börsen, Bären und Burger

Es ist weniger als ein Monat bis zur Wahl am 24. September und so langsam kommt der Wahlkampf in die Gänge. Die Themen sind noch etwas träge (E-Autos! Hipstercafés! Thermomix!).

Aber trotzdem merken auch wir an unseren Zugriffszahlen, dass das Interesse an Umfragen und Vorhersagen steigt. Nicht immer geht es dabei seriös zu, aber oft sind die Prognosen ein lohnenswertes Geschäft. Wir haben fünf Gruppen ausgemacht.

1

Die Traditionellen: Meinungsforschungsinstitute

Sieben Unternehmen veröffentlichen in Deutschland regelmäßig Ergebnisse der sogenannten Sonntagsfrage: "Was würden sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?" Befragt werden rund 1000 bis 2000 mutmaßliche Wähler, die Antworten gehen durch einige Korrekturschleifen, beispielsweise weil manche Institute persönlich oder vor allem übers Festnetz Leute erreichen. 

Trotzdem sind diese Ergebnisse seriös und oft sehr genau, die Seite wahlrecht.de führt sie auf, wir haben bei uns hier einen Schnitt gebildet. Die Institute verdienen aber nicht nur mit diesen Umfragen Geld, sondern bieten Parteien auch andere Beratungsleistungen oder haben oft auch Abteilungen für Marktforschung von Unternehmen – die Wahlumfragen sind quasi Marketing für die Zuverlässigkeit in anderen Bereichen.

2

Die Neuen: Institute plus Internet

Unternehmen wie Civey versuchen, übers Netz mehr Leute zu erreichen und so eine größere Genauigkeit in die Umfragen zu bringen. User können beispielsweise unter Onlineartikeln ihre Lieblingspartei anklicken und beantworten ein paar Fragen zu Alter und Postleitzahl. Daraus wird dann wie hier beim Wahltrend von SPIEGEL ONLINE ein repräsentativer Schnitt errechnet. 

Auch das Start-up Opinary befragt zum Beispiel hier bei der "FAZ" mit einem Kompass zum Klicken die Leser zum Ausgang der Wahl, veröffentlicht aber keine Prognose mit Prozentzahlen. Es werden auch keine repräsentativen Ergebnisse berechnet.

3

Die Wissenschaftler: Von gestern lernen

Gleich drei Modelle mit starker Uni-Unterstützung sind in den letzten Monaten erschienen oder upgedatet worden.

Der auch für Signal & Rauschen arbeitende Arndt Leininger hat an der Hertie School of Governance zusammen mit Mark Kayser ein Modell berechnet, das auch Landtagswahlen mit einbezieht. 

Schon zur letzten Bundestagswahl gab es PollyVote, geleitet von zwei international arbeitenden Wissenschaftlern mit Münchner Wurzeln. Ihr Modell nimmt Umfragen und ergänzt sie um Befragungen von Experten und den aktuellen Stand in Wahlbörsen. 

Zweitstimme.org rund um Simon Munzert hat sogar Wahlergebnisse seit dem Zweiten Weltkrieg einbezogen.

4

Die Alternativen: Wahlbörsen und Google-Suchen

All diese Modelle basieren vor allem auf Umfragen und Wahlen. In Zeiten von künstlicher Intelligenz und Big Data sind aber auch andere Ansätze möglich. Google veröffentlicht auf 2q17.de die häufigsten Suchanfragen in Verbindung mit den Namen der Spitzenpolitiker.

Möglicherweise lassen sich aus diesen Daten künftig auch Wahlergebnisse vorhersagen, beispielsweise wenn sich zeigt, dass zu einem Politiker immer mehr negative Begriffe gesucht werden. In der Medizin hat Google vor Jahren mit Flu Trends versucht, die Verbreitung von Krankheiten vorherzusagen. Auch Wikipedia macht das.

Einen anderen Ansatz als die reine Befragung gehen einige Börsen wie das FAZ-Orakel, Wahlfieber oder die PESM Wahlbörse.

Lass uns Freunde werden!
5

Die Abgedrehten: Waschbären mit Wahlinstinkt

Krake Paul kennen alle von der Fußball-WM, Australien hat Burt für Parlamentswahlen. Es lag 2016 richtig, indem es ein Porträtfoto von Kandidat Malcolm Turnbull zerfraß. Schon 2013 hat Krokodil Big Wendell richtig den Sieger vorhergesagt.

Bei der letzten US-Wahl lag die sibirische Tigerin Yumona dafür daneben. Abgedreht war da auch die Abstimmung in einem Burgerladen, der "The Hillary" und "The Trump" angeboten hatte. Aber auch diese Methode lag daneben.

In Deutschland gibt’s bei den tierischen Orakeln Waschbärin Josi. Sie war aber vorerst nur regional tätig und sollte den Sieg von Landtagswahlkandidaten in Schleswig-Holstein vorhersagen. Josi lag aber daneben – wie alle Orakel hier war sie in erster Linie vor allem zur Werbung gedacht.


Haha

Dieser Instagram-Account inspiriert uns kein bisschen – fantastisch!

30.08.2017, 10:36 · Aktualisiert: 01.09.2017, 16:34

Liegt es vielleicht an dir? Ist deine Freundin weg, weil du mit dir selbst gerade nicht im Reinen bist? Siehst du Dinge vielleicht zu negativ? Und überhaupt: Träumst du vielleicht gerade dein Leben, anstatt deinen Traum zu leben?

Solche Weisheiten kennt jeder: