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Gerechtigkeit

Martin Schulz liegt weit hinten, aber die SPD hat einen solchen Rückstand schon einmal aufgeholt

08.08.2017, 15:42 · Aktualisiert: 08.08.2017, 17:02

Noch sieben Wochen bis zur Wahl

Die wichtigsten Trends

Es sind noch sieben Wochen bis zur Bundestagswahl und die SPD liegt im Durchschnitt aller Umfragen und in unserer Prognose rund 14 Prozentpunkte hinter der Union. Rechnerisch sind das also zwei Prozentpunkte pro Woche.

Gewinner der Woche ist die Alternative für Deutschland. Sie befindet sich seit Monaten in einem Mini-Aufwind, auch diese Woche sehen alle drei Umfragen kleine Zuwächse. Seit dem Tiefststand vor sechs Wochen hat die Partei rund 1,5 Prozentpunkte gutgemacht und steht nun bei knapp neun Prozent.

Was das jetzt heißt

Schon einmal hat die SPD einen solchen Rückstand sieben Wochen vor der Wahl beinahe aufgeholt: 2005 war das, die beiden Kandidaten hießen Gerhard Schröder und Angela Merkel. Historisch unmöglich ist es also nicht, was Martin Schulz vorhat, allerdings hatte damals auch schon ein paar Wochen zuvor ein Stimmungsumschwung eingesetzt – und genau der ist aktuell nicht zu erkennen. Schröder gewann mehr und mehr hinzu, bis er am Wahlabend dann seinen denkwürdig-polternden Auftritt in der Elefantenrunde hatte und Angela Merkel anblaffte, dass er natürlich Kanzler bleibe.

Was wirklich wichtig war

Die Woche über hat die Debatte über die deutschen Automobilkonzerne die Medien dominiert, am Wochenende war dann Niedersachsen das Top-Thema: Der Parteiwechsel der Grünen-Abgeordneten Elke Twesten zur CDU kippt die rot-grüne Mehrheit im Landtag und Ministerpräsident Stephan Weil wurde vorgehalten, dass er eine Regierungserklärung vor der Rede bei VW vorgelegt hat. Weil sagt, dass dies sicherstellen sollte, dass keine inhaltlichen Fehler darin sind – inhaltliche Aussagen seien nicht verändert worden.

Seit Montag steht nun fest, dass drei Wochen nach der Bundestagswahl am 15. Oktober der Hannoveraner Landtag neu gewählt wird. Die SPD-Werte der nächsten Wochen werden zeigen, ob die Wähler das niedersächsische Chaos den Sozialdemokraten auch bundesweit zum Vorwurf machen – fest steht, dass für Martin Schulz jedenfalls wichtige Zeit verloren geht.

Signal & Rauschen

Logo_L.png#asset:1580048Christian Fahrenbach und Dominik Wurnig von Signal & Rauschen erklären den Stand zur Bundestagswahl: Wer liegt in den Umfragen vorne, warum bekommen die Zahlen so viel Aufmerksamkeit und wie zuverlässig sind sie überhaupt? Das Projekt wird unterstützt vom MIZ-Babelsberg. Hier geht's zur aktuellen Prognose

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Today

Dieses Google-Schreiben wäre besser in der Mülltonne gelandet

08.08.2017, 15:19

Frauen sind aus biologischen Gründen schlechter für die Tech-Branche geeignet als Männer, schreibt ein Google-Mitarbeiter. Sein Pamphlet wäre besser im Google-Intranet versandet.

Frauen besetzen bei Google nur rund 20 Prozent der Tech-Jobs. Das US-Arbeitsministerium geht derzeit der Verdächtigung nach, der Konzern bezahle Frauen systematisch schlechter als Männer. 

Und zahlreiche Frauen beschreiben die Kultur des Silicon Valley, wo die Technologien von morgen erdacht werden, als im Kern sexistisch. Beschwerden von Mitarbeiterinnen über sexuelle Belästigung werden - wie im Fall Uber geschehen - ignoriert.