06.04.2018, 13:00 · Aktualisiert: 06.04.2018, 17:29

Als Frauen in einer männerdominierten Branche haben sie es schwer – das wollen sie jetzt ändern.

Stell dir vor, du bist Sportreporterin und berichtest von einem Fußballspiel – und plötzlich küsst dich ein besoffener Fan vor laufender Kamera. Was machst du?

Vor dieser Frage stand die brasilianische Reporterin Bruna Dealtry, als ihr genau das während einer Liveschalte passierte.

Sie entschied sich, ruhig zu bleiben. Nach einem "Das war nicht cool" in Richtung Kamera moderierte sie einfach weiter. Sie beschloss aber auch, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Wenige Stunden später veröffentlichte sie den Ausschnitt auf ihrem Facebook-Profil und konnte damit 1,5 Millionen Menschen erreichen. "Ein Kuss auf den Mund ohne meine Erlaubnis, während ich meinen Beruf ausgeübt habe. Ich wusste nicht, wie ich reagieren soll, und ich verstehe nicht, wie jemand glauben kann, er habe das Recht, so etwas zu tun", schrieb sie dazu. (FAZ)

Ich bin eine Fußball-Reporterin, ich bin eine Frau und ich verdiene es, respektiert zu werden.

Bruna Dealtry ist keine Ausnahme – und jetzt schließt sie sich mit Kolleginnen zusammen, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Diese Kolleginnen erleben regelmäßig Beschimpfungen, Belästigungen und sogar Morddrohungen, weil sie Frauen sind, die in einer von Männern dominierten Branche arbeiten. Deshalb produzierten die 52 Reporterinnen gemeinsam ein Video, das sie mit dem Hashtag #DeixaElaTrabalhar in den sozialen Netzwerken verbreiten – das heißt so viel wie "Lasst sie einfach ihren Job machen".

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Die Nachricht des Videos ist eindeutig: Die Frauen fordern Respekt und möchten einfach nur in Ruhe ihren Job machen. Das sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht.

Sie werden diskriminiert, weil sie Frauen sind, und das möchten sie nicht länger hinnehmen.

"Wir mussten uns die Lunge aus dem Hals schreien, um deutlich zu machen, dass es hier nicht nur um eine oder zwei Frauen geht.", sagte die Journalistin Gabriela Moreira in einem Interview mit "The Intercept". Es ginge nämlich um jede Frau, die im Sportjournalismus tätig ist. So habe sie sich regelmäßig von Fußballfans Beschimpfungen und sexuelle Anspielungen gefallen lassen müssen.

Die Frauen könnten damit tatsächlich etwas bewegen.

"Die Anzahl der Männer, die unsere "#DeixaElaTrabalhar-Kampagne heute geteilt haben, ist für uns ein Anzeichen dafür, dass sich die Dinge vielleicht ändern könnten. Feministische Anliegen werden langsam als ein Kampf für Gleichberechtigung verstanden", sagte Journalistin Janaína García. (The Guardian)

Ob sich mit der Kampagne auch tatsächlich langfristig etwas verändern wird, bleibt abzuwarten. Tatsächlich stehen Übergriffe auf Frauen und geschlechtsspezifische Gewalt laut eines Reports von Amnesty International aus dem vergangenen Jahr in Brasilien noch immer auf der Tagesordnung. "Damit gehörte Brasilien weiterhin zu den Ländern Lateinamerikas, in denen es von besonders großem Nachteil war, als Mädchen geboren zu sein", heißt es darin. (FAZ)


Today

Bei Edeka gibt es jetzt noch weniger Nestlé-Produkte

06.04.2018, 12:32

Der Preiskampf geht weiter.

Was ist passiert?

Tiefkühlpizza von Wagner, Vittel-Wasser oder Kitkat – das alles sucht man in einigen Edeka-Filialen derzeit vergeblich. Grund dafür ist ein Streit zwischen der größten deutschen Supermarktkette und dem Lebensmittelgiganten Nestlé. Der europäische Handelsverbund Agecore, dem auch Edeka angehört, will mit dem Boykott so niedrigere Preise erzwingen. (bento)