Gerechtigkeit

Aktivisten stellen Björn Höcke ein eigenes Holocaust-Mahnmal vor die Tür

22.11.2017, 11:43 · Aktualisiert: 22.11.2017, 12:01

Von Björn Höcke hat man in letzter Zeit weniger gehört, seitdem es in den Talkshows vor allem um Jamaika geht. Doch der Spitzenmann des rechten AfD-Flügels ist immer noch da. Und in Thüringen wird bereits darüber spekuliert, ob Höcke bei möglichen Neuwahlen nicht doch noch für den Bundestag kandidieren könnte (Thüringer Allgemeine). Ist die "Dresdner Rede" Höckes bereits wieder vergessen?

Die Aktivisten des "Zentrums für politische Schönheit" tun alles, dass es nicht soweit kommt. Seit Monaten beobachten sie nach eigenen Angaben Björn Höcke als "zivilgesellschaftlicher Verfassungsschutz". Mit einem Ableger des Berliner Holocaust-Mahnmals wollen sie außerdem dafür sorgen, dass er der "dämlichen Erinnerungskultur" auch zu Hause nicht mehr entkommt:

So bekommt Höcke sein eigenes Holocaust-Mahnmal

24 Stelen aus Beton, ganz in der Nähe des Hauses von Björn Höcke. Finanziert aus Spenden. Für dieses Ziel hat das "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) ein eigenes Crowdfunding gestartet (hier). Den Teilnehmern werden Audio-Walks mit Shahak Shapira und Übernachtungen in Höckes Nachbarschaft versprochen. Insgesamt sollen so 28.800 Euro gesammelt werden. Damit soll das Mahnmal mindestens zwei Jahre lang erhalten bleiben. Die Enthüllung ist noch für heute geplant.

Hier sieht man den Aufbau:

Meine Freunde vom Zentrum für Politische Schönheit haben dem Bernd Höcke ein Holocaustmahnmal direkt vor die Tür gebaut. Er braucht es auch am dringendsten.

Posted by Shahak Shapira on Wednesday, November 22, 2017
Wir können die grotesken Forderungen zur Geschichtspolitik nicht länger auf sich beruhen lassen. Auch nicht nach knapp einem Jahr ohne Distanzierung. Die Erinnerung muss in den braunen Ecken in Beton gegossen werden.
Philipp Ruch, Gründer des "Zentrums für politische Schönheit"

Hintergrund der Aktion ist eine Rede, die Höcke Anfang Januar in Dresden hielt. Darin nannte er das Holocaust-Mahnmal in Berlin ein "Denkmal der Schande" und forderte eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". Die Rede sorgte wochenlang für Schlagzeilen, der AfD-Bundesvorstand beschloss daraufhin ein neues Ausschlussverfahren gegen Höcke.

Inzwischen ist von der Aufregung nicht mehr viel übrig: Das parteiinterne Verfahren ruht längst wieder, Höckes größte Gegnerin, Frauke Petry, hat die Partei mittlerweile verlassen. Im neuen Bundestag sitzen in den AfD-Reihen zahlreiche Rechtsradikale und Höcke-Anhänger (bento).

Was ist das Zentrum für politische Schönheit?

Das Zentrum für politische Schönheit ist ein Zusammenschluss von Künstlern, das immer wieder aufwendige Aktionen plant. Die Mitglieder selbst sehen sich als "Denkfabrik" für Menschenrechte. Zu den bekanntesten Aktionen gehörte 2015 die Kampagne “Die Toten kommen”, bei der im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge nach Berlin gebracht werden sollten. Vor dem G20-Gipfel rief das Zentrum indirekt zum Mord an Diktatoren auf. 

Weil der Verfassungsschutz nichts macht, haben die Aktivisten einen neuen gegründet

Doch die Kampagne für ein neues Mahnmal reicht dem "Zentrum für politische Schönheit" noch nicht. Die Aktivisten wollen auch dafür sorgen, dass Höckes zukünftige Schritte nicht unbeobachtet bleiben. Weil der Inlandsgeheimdienst gegen den AfD-Politiker nicht vorgehen will, setzen die Aktivisten auf einen eigenen "zivilgesellschaftlichen Verfassungsschutz". Er soll Höcke rund um die Uhr beobachten.

Sind Sie Student und haben Zeit für eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung? Wir brauchen Sie!
Zentrum für politische Schönheit

Angeblich haben die Aktivisten Höcke bereits seit Monaten im Visier. Sie nennen ihre Spionage "die wohl aufwendigste zivilgesellschaftliche Langzeitbeobachtung des Rechtsradikalismus in Deutschland" – angesichts des wirklichen Engagements gegen Rechts eine ziemlich selbstverliebte Erklärung. Das "Zentrum für politische Schönheit" setzt jedoch offenbar darauf, dass die Resonanz solche Parolen rechtfertigt.

Vorerst soll das Crowdfunding 11 Tage lang laufen. Für Björn Höcke haben die Aktivisten eine eigene Exit-Strategie entwickelt: "Wenn er wie einst Willy Brandt vor dem Denkmal auf die Knie fällt und für die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg aufrichtig um Vergebung bittet, machen wir es wie andere Geheimdienste – und schreddern sämtliche Unterlagen."


Streaming

"Stranger Things" basiert auf einer Verschwörungstheorie über einen echten Ort

22.11.2017, 11:29

Eine düstere Parallelwelt, gesichtslose Monster und ein Mädchen, das Telekinese kann. Was in der Kultserie "Stranger Things" passiert, klingt in der Tat nach: seltsamen Dingen. 

Nun hat Dustin-Darsteller Gaten Matarazzo verraten, dass vieles an "Stranger Things" auf einer Verschwörungstheorie über einen realen Ort basiert.

Die fiktive Kleinstadt Hawkins ähnelt demnach dem sogenannten Camp Hero im Dorf Montauk, sagte Matarazzo im Interview mit Wired. Das Dorf liegt auf Long Island im Bundesstaat New York.