Bild: Hyperbole

Gerechtigkeit

Wenn sich Bushido und Beatrix von Storch streiten, wer mehr für die Integration leistet

08.09.2017, 13:00 · Aktualisiert: 08.09.2017, 16:08

Und dann über Schweinefleisch in der Kantine reden.

Ein Nachmittag Ende August, irgendwo im Berliner Randbezirk Lichterfelde. Hier stehen Villen und Gutshäuser, die Brandenburgischen Wälder sind hier näher als die Berliner Probleme.

In einem Restaurant sitzt ein Typ vor einem Saftglas, daneben eine Frau mit ihrem Wasser. Die Tischdecke ist rot-weiß kariert, wie beim Italiener. Am Ende twittert die Frau ein Selfie von dem Treffen.

Es ist nicht irgendeine Frau, es ist die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch.

Und ihr Date ist nicht irgendwer, sondern Bushido:

Beatrix von Storch und Bushido haben sich zu einem gemeinsamen Gespräch über Gleichberechtigung, den Islam, Homosexualität und Flüchtlinge getroffen – im Rahmen der "Straßenwahl"-Reihe.

Das Gespräch dauerte knapp 35 Minuten, am Ende ist Bushido ziemlich genervt.

"Straßenwahl"

Der YouTube-Kanal "Hyperbole" bringt vor der Bundestagswahl Rapper mit Spitzenpolitikern zusammen. Unter anderem diskutierte Massiv mit dem Grünen Anton Hofreiter, Bushido traf auf die AfD-Politikerin Beatrix von Storch.

  • Was gut war: Beide hatten Lust auf das Treffen und waren dem anderen gegenüber sehr offen. Bushido lobt die Wahlplakate der AfD, von Storch dessen Integrationspreis. Dann will Bushido Inhalte hören, die AfD wirklich verstehen – mehr und mehr wird das Gespräch zur Konfrontation.
  • Was schlecht war: Oft reden beide Seiten aneinander vorbei. Es gibt Momente, in denen beide voller Vorurteile sind – und Momente, in denen sie überraschend verständnisvoll reden. Daraus gemeinsame Ideen oder gar Lösungen zu entwickeln, klappt leider trotzdem nicht. Außerdem ging es fast nur um den Islam.
  • Was witzig war: Auf die Frage, wer mehr für die Integration in Deutschland tut, antworten beide gleichzeitig: "Ich!"

Hier kannst du das Aufeinandertreffen sehen:

Was sagt das Video über beide aus?

  • Bushido ist längst nicht mehr der Gangster, als der er sich gerne gibt.
  • Beatrix von Storch denkt hingegen tatsächlich noch platter in Vorurteilen, als man glaubte.

Kostprobe: Bushido hält ihr vor, dass Religionsfreiheit nun mal im Grundgesetz steht und sie daher erklären soll, wieso die AfD dennoch gegen den Islam hetzt. Ihre Antwort: Deutschland würde sich ihm "aus Toleranzgründen" ergeben, zum Beispiel beim Schweinefleisch. Kantinen würden angeblich immer öfter Schwein aus dem Menü streichen.

Das hat dramatische Folgen für Teile der deutschen Bevölkerung und das gehört auch mit zu unserer Kultur.
Beatrix von Storch über das Streichen von Schweinefleisch in Kantinen.

So weit so lächerlich. Das denkt sich auch Bushido. Die deutsche Kultur wird an der Sorge ums Schwein festgemacht? Was ist dann mit Vegetariern und Juden. Selbst wenn deutsche Kantinen ihre Speisepläne umstellen, läge das sicher nicht an einer angeblichen Islamisierung.

Auch sonst schert von Storch viel über einen Kamm. Muslime sind für sie immer gefährlich und homophob, Bushido hält dagegen, ja selbst einer zu sein. Wenn jemand gefährlich ist, dann ein Terrorist – und dabei sei es egal, in wessen Namen er tötet.

Mehrmals fordert der Rapper die Politikerin auf, doch bitte differenzierter zu argumentieren.

Und hat am Ende klare Worte für sie:

Sie bieten nicht wirklich Lösungen an. Sie haben ein Gespür für Unmut im Volk und nutzen das auch. Das finde ich gefährlich.

Future

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