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25.06.2018, 19:48 · Aktualisiert: 26.06.2018, 08:29

Auf dem Tandem gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.

In Berlin haben am Sonntag Juden und Muslime ein Zeichen gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit gesetzt: Gemeinsam sind sie durch die Stadt geradelt – auf Tandems. Dabei waren auch einige Imame und Rabbis, die sich auf die Sättel schwangen. (BZ)

Die Strecke führte über rund 12 Kilometer vom Holocaust-Mahnmal durch Berlin, vorbei an einer Synagoge und einer Moschee in Kreuzberg. Das Ziel der Ausfahrt ist von historischer Bedeutung: der Bebelplatz – der Platz, an welchem die Nazis 1933 rund 20.000 Bücher verbrannten. (DW)

Bei dem Korso fuhren auch Christen und Nichtgläubige mit, um für Toleranz und ein friedvolles Miteinander einzustehen. Initiatoren der Aktion waren der ehemalige Vorsitzende der Berliner Sehitlik-Moschee, Ender Cetin, sowie der Rabbiner Elias Dray.

"Wir Imame und Rabbiner sollten mit gutem Beispiel vorangehen", sagte Cetin und fügte an:

"Indem wir als Muslime aus Religion, Sport, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft explizit mit unseren jüdischen Pendants auf Tandems durch die Stadt fahren, setzen wir gerade auch ein Zeichen in die muslimische Community, dass wir Antisemitismus nicht dulden und mit dieser symbolhaften Aktion etwas entgegensetzen."

Normalerweise bringt das Begegnungsprojekt "meet2respect" Rabbis und Imame gemeinsam in Schulklassen, Synagogen oder Moscheen – am Sonntag ging man nun gemeinsam auf die Straße.

Die SPD-Politikerin und Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli, sagte, man müsse auch mutig sein, dem Druck aus dem "eigenen Lager" zu widerstehen. Denn: Wenn sie muslimischen Antisemitismus thematisiere, werde sie von Anhängern des Islam kritisiert. "Du verrätst aber Palästina", höre sie dann, berichtete die Tochter einer palästinensischen Familie. (DW)

Gleichzeitig begegne ihr von jüdischer Seite "tiefes Misstrauen", dass sie womöglich antisemitische Haltungen unter Muslimen kleinrede. Die Tandem-Tour sei nun ein Zeichen des Vertrauens zwischen Muslimen und Juden.

In Berlin ist kein Platz für Antisemiten und kein Platz für Islamhasser.
SPD-Politikerin Sawsan Chebli

Gerechtigkeit

Algerien soll Tausende Flüchtlinge in der Sahara ausgesetzt haben

25.06.2018, 18:59

Tausende Flüchtlinge sterben jährlich beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Unterwegs mit schlechten Booten, erleiden viele Schiffbruch und ertrinken in den Fluten. 

Eine große Anzahl an Flüchtlingen kommt außerdem in der Wüste um – weil sie ohne Wasser und Essen auf tagelange Märsche durch die Sahara wandern – oder geschickt werden.

Nun gibt es erstmals Zahlen: Algerien soll in den vergangenen 14 Monaten mehr als 13.000 Schutzsuchende in der Sahara ausgesetzt haben.