20.10.2017, 11:51 · Aktualisiert: 20.10.2017, 14:13

Es war der bislang schwerste islamistische Anschlag auf deutschem Boden: Im Dezember vergangenen Jahres hat der Tunesier Anis Amri einen Lkw in eine Menschenmenge in Berlin gesteuert.

Ausgerechnet ein Informant des Landeskriminalamts von Nordrhein-Westfalen soll ihn dazu ermutigt haben. Das berichten jetzt die "Berliner Morgenpost" und der Sender rbb unter Berufung auf Angaben von Strafverteidigern sowie eines früheren Anhängers einer Islamistengruppe.

Der Vorwurf: Der V-Mann des LKA habe Amri in seinen Anschlagsplänen bestärkt und so zur Tat angestachelt.

Die Hintergründe:

1.

Was ist ein V-Mann?

Die Abkürzung steht für Vertrauensperson. Gemeint sind Informanten, die sich in extremistischen Kreisen bewegen, die Geheimdienste und Polizei überwachen wollen. (Verfassungsschutz)

Der Verfassungsschutz und die Polizei haben in Deutschland solche V-Männer (die übrigens auch Frauen sein können) unter anderem im rechtsextremen und linksextremen Milieu, aber eben auch in islamistischen Zirkeln eingeschleust.

  • Das Problem: Die Beamten können sich nicht sicher sein, ob sie ihren Vertrauenspersonen komplett vertrauen können. Im schlimmsten Fall bezahlen sie Informanten, die selbst aktiv gegen die Behörden arbeiten.

2.

Was haben "Morgenpost" und rbb herausgefunden?

Bei dem V-Mann, der Amri beschattete, soll es sich um einen Mann mit dem Decknamen "Murat" handeln. Er wurde unter dem Kürzel VP-01 geführt. "Murat" soll selbst äußerst radikal sein – vor Mitstreitern soll er gesagt haben, man brauche "gute Männer, die in der Lage sind, Anschläge zu verüben".

Die Aussagen stützen sich auf einen ehemaligen Islamisten und auf den Frankfurter Rechtsanwalt Ali Aydin. Auch ein interner Bericht des LKAs Nordrhein-Westfalen schildert die Gefährlichkeit von VP-01.

  • Das heißt: VP-01, der den Beamten eigentlich Informationen über Amri und andere Islamisten liefern sollte, war höchstwahrscheinlich selbst ein radikaler Islamist. Und er wusste womöglich von den Anschlagsplänen Amris.

Neben dem Informanten vom LKA soll Amri auch mit einem V-Mann des Verfassungsschutzes Kontakt gehabt haben. Vor diesem habe er mit der geplanten Tat geprahlt (bento).

3.

Wie geht es weiter?

Auch Monate nach der Tat arbeiten Behörden noch immer auf, wie sie Amri zwar unter Beobachtung hatten – aber den Anschlag dennoch nicht kommen sahen. Am Freitag beginnt der zweite Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags zum Terrorfall. Er soll die Versäumnisse aufarbeiten. Der erste Ausschuss konnte wegen der NRW-Landtagswahl im Mai seine Arbeit nicht beenden.

Soll bedeuten: Nun beginnt der Untersuchungsausschuss wieder bei Null.


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20.10.2017, 11:30 · Aktualisiert: 20.10.2017, 16:17

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