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Gerechtigkeit

So lief das erste Treffen zwischen Merkel und Trump

18.03.2017, 11:06

Die 5 wichtigsten Sätze.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zum ersten Mal mit US-Präsident Donald Trump zusammengetroffen. Beide kamen am Freitag zu Gesprächen und einem gemeinsamen Mittagessen in Washington zusammen.

Englische Medien hatten im Vorfeld ihre besten Wortwitze herausgeholt: "The leader of the free world meets Trump". Denn Merkel ist für viele nun die Anführerin der freien westlichen Welt – während sie in Trump jemanden sehen, der nicht länger für Freiheit und westliche Werte einsteht.

Tatsächlich unterscheiden sich beide deutlich in ihrem Führungsstil. Und sind sich in vielen Punkten uneinig. Es sind vor allem die Nebensätze, die zeigen, wo sich Merkel und Trump zusammenraufen wollen – und wo es hakt. Wir haben die 5 wichtigsten herausgesucht:

1. Merkel: "Wollen Sie einen Handshake?"

Nach dem geheimen Gespräch gab es einen gemeinsamen Fototermin. Bei dem saßen Merkel und Trump etwas unbeholfen nebeneinander. Ein Fotograf fragt, ob sie sich die Hände reichen könnten. Merkel fragt nach, Trump presst die Hände aufeinander und tut, als habe er die Frage nicht gehört.

Herzlichkeit geht anders. Klar, dass die kurze Szene zu den am meisten im Netz geteilten Momenten gehörte:

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2. Trump: "Migration ist ein Privileg, kein Recht."

Das sagte Trump zum Thema Flüchtlinge in der gemeinsamen Pressekonferenz – und will daher schärfere Grenzkontrollen in den USA (bento). Merkel hingegen lobt die Vielfalt und die offenen Grenzen in Europa. Man brauche zwar gesicherte Grenzen, aber man dürfe sich nicht abschotten, sagt sie.

3. Merkel: "Wir haben unterschiedliche Herkünfte."

Auch wenn es in den US-deutschen Gesprächen gar nicht Thema war, musste Trump über das angeblich "gescheitere" Gesundheitssystem Obamacare herziehen. Sein neues System sei dagegen "überragend" (bento vergleicht hier beide Systeme).

Merkel wusste mit der kleinen Tirade nichts anzufangen – und schob einfach den obigen Satz nach. Er ist als Milliardärssohn in einem freien Land groß geworden, sie als Pfarrerstochter in einer Diktatur.

4. Trump: "Ich bin kein Isolationist."

Das antwortete Trump auf die Frage, was seine "America First"-Politik solle. Trump hat viele Handelsbeziehungen zu anderen Ländern gekappt und will mehr Arbeitsplätze in den USA schaffen. Gleichzeitig will er neue Gelder für das Militär locker machen ("Wir werden stärker sein, als je zuvor – und müssen sie [die Armee] dann hoffentlich nie benutzen.")

Isolieren wolle er die USA allerdings nicht, er wolle neu und fair verhandeln. Wer etwas anderes behaupte, verbreite "Fake News". Merkel sagte, bei Handelsabkommen gehe es darum, dass beide Seiten profitieren: "Ich glaube, dass wir die Globalisierung offen gestalten sollten."

5. Trump: "Da haben wir was gemeinsam."

Es war der letzte Satz der Pressekonferenz – und als Witz gemeint. Vor zwei Wochen hatte der US-Präsident behauptet, sein Vorgänger Barack Obama habe ihn abhören lassen (bento). Beweise hat er bis heute nicht geliefert, die US-Geheimdienste und sogar der britische Geheimdienst (der ebenfalls beschuldigt wurde) distanzierten sich.

Trump hält trotzdem an der Behauptung fest und versuchte nun, Merkel mit hineinzuziehen. 2013 war in der NSA-Affäre bekannt geworden, dass in den Jahren zuvor der US-Geheimdienst Merkels Handy angezapft hatte. Obama war damals noch Präsident.

Und sonst so?

Trump bekannte sich zum Verteidigungsbündnis Nato, Merkel versprach, deutsche Militärausgaben zu erhöhen. Trump gab Merkel beim harten Umgang mit Russland in der Ukrainefrage recht, Merkel zeigte Verständnis für Trumps Anti-Terror-Kampf.

Was heißt das alles?

Dass sich Merkel und Trump alles andere als wohl gesonnen sind – aber trotzdem daran interessiert sind, zusammenzuarbeiten.

Mehr Hintergründe zur US-Regierung? Hier listen wir die wichtigsten Stationen seit Trumps Amtsantritt auf:

Imago/ZUMA Press
dpa/Andrew Harnik
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Grün

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18.03.2017, 09:30 · Aktualisiert: 19.03.2017, 10:10

"Das ist doch alles so ein Schwindel"

Michael Limburg ist 76 Jahre alt. Eigentlich könnte er ein ruhiges Rentnerleben führen. Zug fahren, aus dem Fenster gucken, Müll trennen. Stattdessen kämpft der Elektroingenieur gegen die Wissenschaft: Dass der Klimawandel von Menschen und ihren Autos, Fabriken und riesigen Bauernhöfen verursacht wird.

Michael Limburg ist Klimaskeptiker. Wenn es nach ihm ginge, würden wir einfach weiter Öl und Kohle verbrennen, anstatt Windräder aufzustellen. 50 Stunden und mehr verbringt er jede Woche damit, gegen Klimaforscher, Politiker und Umweltschützer zu wettern. Energiewende? Nein, danke.