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Gerechtigkeit

Diese 18-Jährige konfrontiert Merkel mit einer der härtesten Fragen im Wahlkampf

12.09.2017, 11:14 · Aktualisiert: 12.09.2017, 13:21

In weniger als zwei Wochen wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Die Spitzenpolitiker sind nun beinahe täglich in Fernsehinterviews zu sehen. Meistens fragen Journalisten, die Politiker antworten. Und meist bleibt es dabei ziemlich nüchtern.

Nun musste sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ARD Wählern stellen – die emotionalste Frage kam von einer 18-jährigen Kölnerin mit Down-Syndrom.

  • Die "Wahlarena" lief am Montagabend. Merkel bekam Fragen von insgesamt 150 Wählern.
  • Die Wähler waren vom Meinungsforschungsinstitut infratest dimap ausgewählt – als repräsentativer Schnitt für Deutschland (NDR).

Die junge Kölnerin sagte über sich, sie sei Erstwählerin und arbeite für das Magazin "Ohrenkuss", einem Magazin für Menschen mit Down-Syndrom. Außerdem arbeitet sie in einem Café der Caritas in Köln.

In der Sendung sagte die 18-Jährige:

Neun von zehn Babys mit Down-Syndrom werden in Deutschland nicht geboren. Sie werden abgetrieben. Ein Baby mit Down-Syndrom darf bis wenige Tage vor der Geburt abgetrieben werden. Das nennt man Spät-Abbruch.

Dann wollte sie von Merkel wissen, wie sie zum Thema Spätabbruch steht:

Wieso darf man Babys mit Down-Syndrom bis kurz vor der Geburt noch abtreiben?

Dieses Thema ist mir wichtig. Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben​.

Im Publikum gab es spontanen Applaus.

Merkel gab sich gerührt, dann antwortete sie zunächst mit einer persönliche Anekdote:

"Ich bin in der DDR aufgewachsen auf einem Gelände, wo geistig behinderte Kinder waren. Da gab es überhaupt keine Förderung, da gab es gar nichts. Und das ist einer der großen Vorteile der Deutschen Einheit, dass man heute an Ihnen sieht, was man mit Förderung, guter Betreuung und Bildung machen kann.“

Dann sagte Merkel, dass CDU und CSU eine verpflichtende Beratung bei Spätabtreibungen eingeführt hat. Niemand darf ein Kind abtreiben, ohne vorher mit einem Arzt darüber gesprochen zu haben. Heute hätten viele Eltern große Angst vor einem behinderten Kind, dabei stecke "so viel an Fähigkeiten und Möglichkeiten in jedem Menschen", sagte Merkel.

Wenn man sieht, was für ein toller Mensch Sie sind, dann kann ich nur sagen, dass es richtig ist, darüber nochmal nachzudenken.
Angela Merkel

Eine konkrete Antwort auf die Frage gab Merkel jedoch nicht.

Hier kannst du die Szene beim NDR anschauen. Die 18-Jährige stellt ihre Frage etwa ab Minute 1:05.

Zuvor hatte ein junger Pflege-Azubi Merkel deutlich kritisiert und für Mängel in der Pflege verantwortlich gemacht. Die Würde der Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werde "tausendfach verletzt". Die Pfleger seien überlastet und für zu viele Patienten zuständig.

Merkels Antwort: "Ich finde es gut, dass Sie wütend sind." Und sie hoffe, dass es in zwei Jahren besser sei.

Mehr zur Bundestagswahl findest du hier:

dpa/Montage: bento
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Haha

Die Bahn fragt das Netz nach Namen für ihre ICE4-Züge

12.09.2017, 10:35 · Aktualisiert: 12.09.2017, 12:42

Stellt aber Bedingungen (sicherheitshalber).

Die Bahn will ihre neue ICE-Flotte benennen. Seit Ende Dezember 2016 rollen die ersten ICE-4-Züge (bento), jetzt sucht die Bahn passende Namen für die Züge. Das macht sie aber nicht einfach so für sich, sondern mit größtmöglichem Risiko.

Denn die Bahn befragt das Internet.

Unter "ICE 4 Zugtaufe" kann jeder seinen Vorschlag einreichen. Die Bahn will die Ideen mit Reisegutscheinen belohnen.