04.06.2018, 14:20 · Aktualisiert: 05.06.2018, 10:32

Man muss AfD-Parteichef Alexander Gauland nicht fragen, wie genau das nun mit dem "Vogelschiss" gemeint war. Wenn Gauland behauptet, die Zeit von 1933 bis 1945 sei ein "Vogelschiss", dann ist damit alles gesagt. Es ist offensichtlich, welche Gedanken er hat, wenn es um den industriellen Massenmord an den europäischen Juden und einen Weltkrieg mit 60 bis 70 Millionen Toten geht.

Man muss Gauland nicht darum bitten, es noch einmal zu sagen. Wir haben dieses Spiel oft genug gespielt. Es ist vorbei.

Die AfD hatte oft genug die Gelegenheit, sich noch einmal zu erklären. Wir wissen, wie diese Partei tickt. Wir wissen, welche Strategie sie verfolgt. Dass sie rechtsradikale Mitglieder nicht nur duldet, sondern direkt in die Parlamente bringt. Wer heute noch in der Partei Alexander Gaulands ist, hat das alles in Kauf genommen.

Deshalb ist es gut, dass viele Politiker aus anderen Parteien jetzt zeigen, wie respektlos und zynisch sie die Äußerungen des AfD-Chefs finden. Dieses Zeichen ist wichtig. Doch es reicht nicht.

Denn wohin die Politik steuert, entscheiden nicht allein die Wenigen der AfD. Es ist die Mehrheit der anderen Parteien und Politiker, die sich aber inzwischen einen Wettkampf darum liefern, wer am nächsten an den rechten AfD-Sprech herankommt.

Es wird nicht die AfD sein, die über unsere Zukunft entscheidet.

All diese Menschen sind es, die am Ende entscheiden werden, wie dieses Land in den kommenden Jahren wirklich aussieht. Ob Ausgrenzung und Hass weiterhin als "berechtigte Ängste" verharmlost werden. Ob die CDU in Brandenburg nach der nächsten Wahl vielleicht nicht doch mit der AfD eine Regierung bildet, wie es gerade ganz konkret diskutiert wird.

Diese Menschen sind nicht in der AfD. Es sind Menschen aus der viel beschworenen Mitte der Gesellschaft. Sie werden entscheiden, wie es nach geschichtsvergessenen Bemerkungen weitergeht.

Die Frage ist nicht, wie Alexander Gauland den "Vogelschiss" gemeint hat. Die Frage ist, ob die anderen den Rechtsruck noch länger mitmachen wollen oder nicht.

So berichtet bento über die AfD

Wir verhelfen der AfD zu mehr Aufmerksamkeit, wenn wir über die Provokationen und Tabubrüche der Rechtspopulisten berichten. Wenn wir sie ignorieren, melden sich Menschen und fragen: Wo bleibt der Aufschrei? Ist das, was die AfD sagt, etwa schon "normal"?

Wie wir mit diesem Dilemma umgehen und wann wir wie berichten, haben wir hier aufgeschrieben.


Today

Weltweit gehasste Firma Monsanto wird nach 63-Milliarden-Verkauf umbenannt

04.06.2018, 14:03 · Aktualisiert: 05.06.2018, 07:00

Monsanto heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix

Der deutsche Pharmakonzern Bayer hat für etwa 63 Milliarden US-Dollar das US-Saatgutunternehmen Monsanto gekauft. Vor wenigen Tagen war die letzte wichtige Kartell-Genehmigung in den USA erteilt worden. Am Montag teilte Bayer mit, dass der Konzern bereits am 7. Juni der "alleinige Eigentümer der Monsanto Company" sein werde – und dass der Unternehmensname "Monsanto" verschwinden werde.