13.07.2018, 12:13 · Aktualisiert: 13.07.2018, 15:37

Das sind die Alternativen.

Ein ganz normaler Tagesablauf: Morgens aufstehen, unter die Dusche hüpfen, das Shampoo zur Hand nehmen und sich die Haare einschäumen.

Die Masse wird wieder ausgespült und versinkt im Abwasserkanal. Zum Mittagessen gibt's eine eine Cola-Light, hat ja weniger Kalorien. Süßstoff statt Zucker.

Wer so lebt, denkt sich nichts dabei. Wo soll das Problem sein? Aber: Dieser Lebensstil verunreinigt unser Trinkwasser. Und das könnte noch teuer werden.

Diese vier Fragen fassen zusammen, was du darüber wissen solltest.

1

Wo liegt das Problem?

Das Trinkwasser hat in Deutschland eine sehr gute Qualität, man kann es direkt aus der Leitung trinken. Dafür sorgt die Trinkwasserverordnung.

Dennoch: Mikroplastik in Kosmetik-Produkten, bestimmte Medikamente und chemische Süßstoffe in Light-Getränken verschmutzen unser Wasser.

Mikroplastik kann in den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden. Und gegen einige Süßstoffe kommen die Chemikalien in den Kläranlagen auch nicht an. Sie rutschen also einfach durch und landen im Wasserkreislauf. Diese Süßstoffe sind für den Menschen nicht schädlich. Aber sie gehören nicht ins Wasser.

2

Was sind die Konsequenzen?

Wenn sich die Trinkwasserqualität zunehmend verschlechtert, muss es intensiver aufbereitet werden. Das ist möglich, aber deutlich teurer. Die Abwasserbehandlung müsste aufgerüstet werden. Christoph Czekalla, Bereichsleiter der Wasserwerke in Hamburg, sagt:

"Eine weitere Reinigungsstufe in die Kläranlagen einzubauen, würde für alle Anlagen in Deutschland zusammen etwa 40 Milliarden Euro kosten. Dazu kämen Betriebskosten. Die Abwasserkosten würden allein durch die Betriebskosten nach einer Einschätzung des Fachverbandes auf 20 Euro pro Jahr pro Einwohner steigen."

Das Mikroplastik-Problem wäre dadurch aber nicht komplett gelöst. Denn keine Technologie sei in der Lage, alle Mikroschadstoffe herauszuholen.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO liegen bislang keine Erkenntnisse vor, dass Mikroplastik gefährlich für die Gesundheit der Menschen ist. Ob und welche Giftstoffe in Mikroplastik sind und wie sich das auf den Körper auswirkt, will die Organisation untersuchen (BBC). Czekalla dazu:

"Ich halte es nicht für zielführend, nicht zu handeln, bis die Wissenschaft den klaren Nachweis gebracht hat, dass bestimmte Produkte wirklich schädlich sind."

Sicher ist: Die kleinen Plastikteilchen schaden der Umwelt. Sie werden extrem langsam abgebaut, wenn Plastik nicht gerade verbrannt wird. Was natürlich auch nicht gut für die Umwelt ist.

Besonders für Meerestiere ist Mikroplastik schlimm. Sie verschlucken es und sterben daran. In Fischen, die wir verzehren, sind Mikroplastikpartikel bereits zu finden. Ebenso lagern sie sich im menschlichen Gewebe ein.

3

Welche Produkte sind kritisch für das Trinkwasser?

  • Light-Getränke: Es gibt verschiedene Süßstoffe, die biologisch nicht abbaubar sind. Wir nehmen sie zu uns, der Körper kann nichts damit anfangen, und scheidet sie so aus, wie sie aufgenommen wurden. Konkret geht es um die Chemikalien Acesulfam, Cyclamat, Saccharin und Sucralose. Sie sind häufig Bestandteil von Bonbons, Säften und Light-Getränken.
  • Mikroplastik in Kosmetika: Diese kleinen Plastikpartikel sind im Duschgel, Peeling, Shampoo und in der Zahnpasta. Sie sind so winzig, dass keine Kläranlage sie herausfiltern kann. Der BUND hat eine Liste mit allen Produkten erstellt, die bedenklich sind.
  • Medikamente: Das Schmerzmittel Diclofenac zum Beispiel belastet das Grundwasser. Es zersetzt sich nicht selbst und ist daher im Trinkwasser in geringer Dosis zu finden.
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Was kann ich tun?

Du kannst Naturkosmetika statt herkömmliche Kosmetik-Produkte benutzen. Christoph Czekalla fordert von der Politik, Mikroplastik in Kosmetika gesetzlich zu verbieten. In Schweden ist das bereits geschehen (hier mehr dazu bei bento).

Als Alternativschmerzmittel zu Diclofenac kannst du Ibuprofen einnehmen. Dieses Medikament ist biologisch abbaubar und damit für das Wasser kein Problem.

Wenn du Bonbons, Säfte oder Light-Getränke ohne Zucker trinken willst, dann kannst du solche mit Stevia kaufen. Stevia ist eine Pflanze und ein natürlicher, kein chemischer Süßstoff – und damit biologisch abbaubar.

Jeder muss das Verursacherprinzip leben und sich als Verursacher sehen.
Christoph Czekalla

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