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Grün

So viel müssten Bananen kosten, wenn wir fairen Handel ernst nehmen würden

09.02.2018, 11:12

Für das Kilo Bananen aus Ecuador zahlt man in vielen Supermärkten nicht mehr als einen Euro. Äpfel vom Bodensee kostet dagegen meist das zwei- bis dreifache. Jeder normaldenkende Mensch ahnt: Diese Rechnung kann nicht stimmen.

Doch wie viel müssten Bananen kosten, wenn wir faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz ernst nehmen würden?

Die Entwicklungshilfeorganisation Transfair Deutschland hat es in einer Studie ausrechnen lassen. (taz)

Das Ergebnis: Statt rund einem Euro müssten konventionell produzierte Bananen etwa das Doppelte kosten. Erst dann käme genug Geld zusammen, um Plantagenarbeiter fair zu entlohnen und für wirksamen Umweltschutz zu sorgen.

Für die Studie untersuchten zwei Forschungsorganisationen aus den Niederlanden die Kosten in den wichtigsten Anbauländern Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Ecuador und Peru.

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Zum Vergleich untersuchten die Organisationen auch, welche gesellschaftlichen Kosten ("externe Kosten") durch den Fairtrade-Anbau entstehen. Dabei fanden sie heraus, dass für jede Kiste Fairtrade-Bananen (etwa 18 Kilo) rund 3,65 Dollar an Folgekosten durch Gesundheitsversorgung, Umweltschutz und anderes entstehen.

Bei den konventionellen Bananen waren es mit 6,70 Dollar pro Kiste fast doppelt so viel.

Dabei weisen die Umweltschützer darauf hin, dass Bio-Bananen längst nicht immer auch fair, also sozial verträglich, produziert werden.

Doch es gibt auch gute Entwicklungen: Nach Angaben von Transfair stieg allein im vergangenen Jahr der Anteil der verkauften Bananen aus fairer Produktion bei rund 20 Prozent.

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