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Trump hat ein Verbot von Plastikflaschen gekippt, Lobbyisten zuliebe

21.08.2017, 08:03

2011 wurde unter Ex-Präsident Barack Obama ein Verbot von Plastikflaschen in US-Nationalparks eingeführt. Die Initiative sollte dabei helfen, weniger Plastikmüll zu verursachen, die Umwelt besser zu schützen. (Washington Post)

Jetzt ist das Verbot zurückgenommen: 

US-Präsident Donald Trump hat den Plastikbann nach sechs Jahren wieder eingestampft, Lobbyisten zuliebe.

  • Trumps Begründung: Durch das Plastikverbot gibt es in den Parks weniger Trinkwasser zu kaufen, übrig bleiben nur zuckrige Dosengetränke.
  • Das Problem: Das klingt zwar erst mal richtig, ist aber nur eine Scheinbegründung. Denn die Argumente sind fast eins zu eins von einer Imagekampagne der International Bottled Water Association (IBWA) übernommen, also jener Gruppe, die hinter dem Verkauf von Plastikflaschen steht.

Wir alle verbrauchen zu viel Plastik, das nur langsam und schlecht abgebaut wird. Allein in den Weltmeeren landen jährlich zwölf Millionen Tonnen Plastikmüll. Tiere verenden an den im Wasser treibenden Partikeln. 

Im Grand Canyon machen Plastikflaschen etwa 20 Prozent des Mülls aus (National Park Service).

Die IBWA hat ihre Kampagne gegen das sechs Jahre alte Plastikflaschenverbot im Januar begonnen, kurz nach Trumps Amtsantritt: 

  1. In die Promoarbeit steckte die IBWA umgerechnet 68.000 Euro, wie der Lobbyreport des Weißen Hauses zeigt. 
  2. Außerdem bekam der Lobbyist David Bernhardt einen Job im US-Innenministerium, das sich um die Nationalparks kümmert (Denver Post). Bernhardt hat vorher unter anderem Nestlé vertreten – einen der größten Trinkwasserproduzenten der Welt.

Beides hat nun Wirkung gezeigt: 

Das Plastikflaschenverbot wurde nur drei Wochen nach Bernhardts Berufung verabschiedet.

Hier listen wir auf, was seit Trumps Amtsantritt passiert:

Imago/ZUMA Press
dpa/Andrew Harnik
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