Bild: McDonald's

Grün

Kann Spuren von Fake enthalten: McDonald's neuer "Bioburger"

05.10.2015, 12:41 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:20

Seit dem 1. Oktober verkauft McDonald's den McB. Ein Burger, der nicht McBio heißen darf, weil er nicht bio ist.

Auf den Schürzen von McDonald's-Mitarbeitern steht jetzt: “Ich arbeite im Bioladen.” Ein gewagtes Statement. Bei McDonald's gibt es keinen einzigen Bioburger. Es gibt einen neuen Burger, den McB., der damit beworben wird, dass er 100 Prozent Bio-Beef enthält. McBio dürfte er auch gar nicht heißen. Denn nur das Fleisch ist bio. Kein Biobrötchen, kein Biosalat, kein Biokäse.

(Bild: dpa/Jörg Carstensen)

Damit ein Produkt die Bezeichnung bio tragen darf, müssen zahlreiche Voraussetzungen nach EU-Vorschriften erfüllt werden. Der Begriff ist geschützt und wird erst nach Prüfung vergeben. Zum Beispiel müssen 95 Prozent der Inhaltsstoffe des Produktes bio sein: Keine Gentechnik, artgerechte Tierhaltung und keine Pestizide sind nur einige der zu erfüllenden Vorgaben.

Christoph Wegmann ist Professor für Lebensmittelvermarktung an der HAW Hamburg. Er erklärt: “Die dürfen den nicht Bioburger nennen, weil er diese ganzen konventionellen Zutaten enthält. Deswegen heißt er auch McB. und nicht McBio.” Auf dem Plakat der Werbekampagne ist ein riesiges Bio-Siegel abgebildet. Unauffällig daneben ist ein Pfeil eingebaut, der auf das Fleisch zeigt.

(Bild: bento)

Eine Werbung, die irreführt: “Damit wird das Signal gesendet: Bei uns gibt es nachhaltige Lebensmittel, bei uns gibt es gesunde Lebensmittel. Das ist etwas Besonderes, etwas Gutes, etwas Gesundes” sagt Wegmann. Gesünder als andere Burger ist der McB. aber nicht. “Schokolade wird nicht gesünder, dadurch dass es Bioschokolade ist – die besteht aus Zucker und Fett und das ist beim Burger nicht anders.”

“McDonald's hat immer halbwegs vernünftige Sachen im Angebot: Die Wraps, die Salate”, meint Wegmann. Allerdings gehe es bei den Kampagnen für gesündere Ernährung immer auch darum, den Kunden ein besseres Gefühl zu geben, wenn sie einen Burger essen – "weil es in dem Laden ja auch Salat gibt.”

Obwohl es nicht gesünder ist, hält Wegmann die Biofleisch-Aktion für einen guten Anfang: Bio ist vorteilhaft für Tierschutz und Nachhaltigkeit. Eigentlich würde er sich von McDonald's aber andere Dinge wünschen: “Das Ungesunde sind bei McDonald's die Portionsgrößen, die Pommes – also alle frittierten Geschichten – und die Nachtische.”

(Bild: bento)

Peter Lemm von McDonald's schreibt per E-Mail: „Es ist richtig, dass wir keinen kompletten Bio-Burger anbieten, sehr wohl aber einen Burger mit 100% Bio-Rindfleisch. In der aktuellen Kampagne suchen wir ganz gezielt den Austausch zu dieser Aktion mit Gästen, Fans, aber auch Kritikern. Dies tun wir, wie bei McDonald's üblich, mit einem gewissen Augenzwinkern. Die Schürzen sind ein Teil dieser Kampagne und sollen ebenso zum Dialog anregen."

Der Dialog sieht so aus: Auf frag.mcdonalds.de sind Kunden aufgefordert, Fragen zu stellen. Ein Kunde beschwert sich darüber, dass der Burger nicht 100 Prozent bio ist. McDonald's schreibt darauf: “Zum einen ist es uns aktuell nicht möglich, alle Zutaten in der von uns benötigten Menge, Qualität und Regelmäßigkeit aus ökologischer Landwirtschaft zu beziehen. Zum anderen können wir in unseren Küchen eine Vermischung mit konventionell erzeugter Ware nicht ausschließen. Das klappt derzeit einfach nur beim Fleisch.”

Treffend ist daher der Werbespruch, den McDonald's auf die Plakate zu der Aktion druckt: "Kann Spuren von gutem Gewissen enthalten." Mehr aber auch nicht.

Wir haben da ein paar Burger-Rezepte für euch herausgesucht. Hier lest ihr mehr über vegane Ernährung. 

Außerdem: Warum fettiger griechischer Joghurt großartig ist.

<span style='font-size: 120%;'>bento Today abonnieren</span>

WhatsApp
E-Mail

Wir behandeln deine Daten gut und schicken dir keinen Quatsch. Der WhatsApp-Service wird unterstützt von spectrm — vielen Dank!