Bild: Kay Nietfeld dpa

09.08.2018, 13:23 · Aktualisiert: 09.08.2018, 14:50

Wir haben nachgefragt – vier Fragen, vier Antworten

Krumme Gurken, zu dicke Zucchini, hässliche Möhren: Schön sind sie nicht – essen kann man sie aber trotzdem. Die Supermarktkette Lidl hat genau dazu nun eine neue Kampagne mit dem Namen "Too good to waste" gestartet. Allerdings nur in Großbritannien.

Bei dem Pilotprojekt werden derzeit 122 der 710 Filialen auf der Insel mit "fehlerhaftem Gemüse" beliefert, wie "jetzt.de" berichtet. Diese etwas unschönen Gemüseartikel werden dann zu günstigeren Preisen als "B-Ware" verkauft.

Warum macht Lidl das?

Laut Lidl Großbritannien soll die Initiative dazu genutzt werden, Lebensmittelverschwendung einzudämmen. "Essensverschwendung ist eines der wichtigsten Themen unseres Industriezweigs und eines, dessen Bekämpfung wir uns auf die Fahne geschrieben haben", so Lidl UK CEO Christian Härtnagel zu der Online Zeitung Essential Daily Briefing.

Wie viel günstiger sind die "unschönen" Produkte?

Das Gemüse, das es auf Grund von "Schönheitsmängeln" nicht ins Regal schafft, kann man in Kartons kaufen. Diese sind jeweils mit verschiedenen Gemüsesorten bestückt.

In den teilnehmenden Filialen in Großbritannien kann man einen Karton mit fünf Kilo verschiedenem Gemüse zu einem Preis von 1,50 Pfund kaufen.

Bringt das etwas?

Laut Lidl Großbritannien konnte die Lebensmittelverschwendung durch verschiedene Maßnahmen im Laufe eines Jahres um 13 Prozent gesenkt werden. Bis 2030 strebt das Unternehmen an, diesen Wert auf 50 Prozent zu steigern.

Kommt die Lidl-Kampagne auch nach Deutschland?

Nein. Auf Anfrage erklärte Lidl Deutschland gegenüber bento, dass sich dies nicht lohnen würde.

Zum einen gebe es viele verschiedene Maßnahmen, um den Bedarf von frischem Gemüse möglichst genau zu kalkulieren und so gar nicht erst zu viel einzukaufen. Zum anderen gebe Lidl Deutschland seit Jahren nicht mehr verkäufliche aber noch essbare Lebensmittel an die Tafeln ab. Die Menge der nicht mehr verzehrfähigen Lebensmittel sei sehr gering und würde zur Herstellung von Bio-Methan genutzt, so das Unternehmen zu bento.

Ob und wie viel trotzdem noch weggeworfen wird, teilte das Unternehmen nicht mit.

Im Februar veröffentlichte Lidl Deutschland ein Positionspapier, in dem es seine grünen Strategien beschreibt. In einem Land, in dem die Bevölkerung ein vergleichsweise hohes Umweltbewusstsein hat (Umweltbundesamt), ist eine solche Einstellung sicherlich nicht nur altruistisch, sondern auch geschäftlich von Vorteil. Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung fordern immerhin gerade ein Gesetz, das den Einzelhandel zu gewissen Grundsätzen verpflichtet (SPIEGEL ONLINE).

Ob das einen Einfluss auf die Entscheidungen zur Lebensmittelverschwendung bei Lidl hatte? Sicher ist nur: Bevor die Politik mit Regularien eingreift, demonstrieren viele Unternehmen lieber von sich aus guten Willen.


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Neue Studie: Männer, die Boxershorts tragen, haben offenbar mehr Spermien

09.08.2018, 12:42 · Aktualisiert: 09.08.2018, 18:12

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