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14.06.2018, 18:01

Währenddessen schmilzt die Antarktis.

Die Antarktis schmilzt. In den vergangenen Jahren verschwanden im Schnitt 219 Milliarden Tonnen jährlich – fast dreimal so viel wie noch in den 90ern. Diese Erkenntnisse hat ein internationales Forscherteam der University of Leeds im Fachmagazin "Nature" vorgestellt.

Die Wissenschaftler warnen: Die schwindende Antarktis trage so zum höchsten Anstieg des Meeresspiegels in den letzten 25 Jahren bei.

Schuld an der Schmelze ist die Erderwärmung. Fast alle Klimaforscher sind sich einig: Sie ist vom Menschen gemacht.

Läuft alles weiter wie bisher, steigt die Temperatur in der Antarktis bis 2070 um drei Grad, schätzen die Forscher aus Leeds. Wenn sich die Welt jetzt an strenge Klima- und Umweltschutzregeln halten würde, stiege die Lufttemperatur hingegen nur um 0,9 Grad.

Ein Land, das seine Klimaschutzziele nicht einhält, ist Deutschland – in einem neuen Bericht redet sich die Bundesregierung nun entsprechend heraus.

Im "Klimaschutzbericht 2017" gibt das Umweltministerium bekannt, dass es seine für 2020 gesteckten Ziele nicht erfüllen kann.

  • Eigentlich sollte bis dahin der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland um 40 Prozent reduziert werden.
  • Realistisch ist eher eine Reduktion von 32 Prozent, wenn überhaupt.

Im Bericht wird ausgeführt, warum das so ist. Zum einen habe es eine "unerwartet dynamische Konjunkturentwicklung" gegeben, zum anderen ein "unerwartet deutliches Bevölkerungswachstum". Die Wirtschaft boomte also stärker als erwartet und mit den Flüchtlingen stieg die Bevölkerungszahl überraschend.

Soll heißen: Wir sind zu produktiv und obendrein auch noch zu human.

Dass Deutschland sein eigentlich fest zugesichertes 40-Prozent-Ziel nicht erreicht, war lange klar – allerdings hatte die Regierung bislang immer noch auf etwa 35 Prozent gesetzt. Nun fällt das Ziel noch schlechter aus.

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Stimmen die Ausreden?

Zum Teil.

Das gute Wirtschaftswachstum geht vor allem auf die niedrigen Preise für Öl, Kohle und Gas zurück. Die Prognosen waren deutlich pessimistischer. Ein Wirtschaftsboom bedeutet: mehr Verkehr, mehr Produktion – und damit mehr Schadstoffe. (Tagesschau)

Zudem ist die Einwohnerzahl um 1,8 Millionen höher als erwartet. Der Anstieg geht fast komplett auf Schutzsuchende zurück, die seit 2015 in Deutschland leben. Und das bedeutet: Es gibt mehr Menschen, die Energie verbrauchen.

Also lässt sich nichts gegen die schlechte Klimabilanz tun?

Doch.

Nur weil sich Faktoren ändern, heißt das ja nicht, dass die Politik nicht gegensteuern kann. Nur müsste das eben härter geschehen, kritisiert eine aktuelle Umweltstudie der OECD. Obwohl Deutschland eine Energiewende vorbereite, tue es zu wenig, um die wirklich zu vollziehen.

Unter anderem der Kohleausstieg wird nicht energisch genug angegangen. Braunkohle ist die klimaschädlichste Art, Energie zu erzeugen und Deutschland der größte Braunkohlenförderer der Welt. (Mehr zu den Plänen bei bento)

Wie geht es weiter?

Der Klimaschutzbericht bekräftigt die Ziele, bis 2030 eine Emissionsminderung um 55 Prozent zu erreichen. Das entspricht den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens. Ob es gelingt, ist eine andere Frage. Die aktuelle Umweltministerin, Svenja Schulze von der SPD, weiß auf jeden Fall, woran es bislang gelegen hat: an ihren Vorgängern.

"In der Klimapolitik hat es in den vergangenen Jahrzehnten Versäumnisse gegeben, die man nicht in kurzer Zeit wiedergutmachen kann", sagte sie bei der Vorstellung des Klimaschutzberichts. Man müsse jetzt nur noch auf Kurs kommen.


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