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Grün

Lieben Dank an die Autoindustrie: Deutschland scheitert beim Klimaschutz

16.03.2017, 12:33

Was ist passiert?

Deutschland wollte Europas Vorreiter in Sachen Klimaschutz werden: 2007 hatte sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, von 1990 bis 2020 die Emission von Treibhausgasen um 40 Prozent zu reduzieren.

Dieses Ziel ist nun gescheitert. Zu diesem bitteren Ergebnis kommt eine von den Grünen in Auftrag gegebene Studie des Beratungsunternehmens arepo consult (SPIEGEL ONLINE).

Warum ist das wichtig?

Um die Erderwärmung zu verlangsamen, hatte sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 nur noch 750 Millionen Tonnen CO2 (im Vergleich zu 1250 Millionen im Jahr 1990) zu emittieren. In dieser Rechnung werden Emissionen an Kohlendioxid, aber auch Methan oder Lachgas zu einem Wert zusammengerechnet.

Der Ausstoß lag im vergangenen Jahr allerdings bei 906 Millionen Tonnen – dieser Wert ist seit acht Jahren nahezu konstant. Seit dem Jahr 2009 hat es demnach so gut wie keine Reduktion gegeben. Die Minderung im Vergleich zu 1990 beträgt aktuell also nur 27,6 Prozent.

Was sind die Gründe für das Scheitern?

Einer der Hauptgründe für die Stagnation ist ein erhöhter Verbrauch von Mineralölen – vor allem beim Verkehr: "Der Verkehrssektor hat faktisch nichts für den Klimaschutz getan", klagt die Chefin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzbergersie, "die Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugen sind verpufft". (SPIEGEL ONLINE)

Wie geht es nun weiter?

Um das gesteckte Klimaziel noch zu erreichen, müssten die Emissionen in den vier verbleibenden Jahren um 40 Millionen Tonnen weniger werden – jedes Jahr. Dafür müsste sich in der Politik einiges bewegen.

Dass dies nicht passieren wird, deutete schon Kanzleramtschef Peter Altmeier am Freitag vor dem Wirtschaftsrat der Union an. Der frühere Umweltminister erklärte, Deutschland wolle nicht mehr Vorbild sein, sondern in Zukunft "Klimaschutz im europäischen Geleitzug machen".

Doch auch die gemeinsamen EU-Ziele – Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu senken – scheinen kaum mehr erreichbar. (Taz)

Nach den großen Hoffnungen nach dem Pariser Weltklimagipfel im November 2015 hat die Bundesregierung ihren Anspruch in Sachen Umweltschutz anscheinend aufgegeben.

Klimagipfel in Paris – das waren die eigentlichen Ziele:


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In Indien wurde gerade freies WLan zum Menschenrecht erklärt

16.03.2017, 12:06

Und die Regierung arbeitet daran, dieses Recht umzusetzen.

33 Millionen Inder sollen freien Zugang zum Internet bekommen. Sie alle leben in Kerala, ein Bundesstaat im Süden Indiens, der mehr Einwohner hat als Kanada. Diesen Plan gab Keralas Finanzminister Thomas Issac bekannt ("Times of India"). Für die Kosten will die Regierung aufkommen.