Bild: Anne Preble / Unsplash

Grün

Warum ist Gemüse momentan so teuer?

07.02.2017, 12:13 · Aktualisiert: 08.02.2017, 15:47

Stimmt dieser Preis wirklich? Wer gerade im Supermarkt Gemüse einkauft, erlebt eine Überraschung. Ein Eisbergsalat für fast drei Euro, Zucchini für mehr rund sechs Euro pro Kilo. Lange waren pflanzliche Lebensmittel in Europa nicht so teuer wie seit Anfang des Jahres. Gerade zur Zeit der guten Vorsätze kommen diese Preise für gesunde Ernährung ungelegen.

Betroffen sind von der Preisexplosion besonders klassische Sommergemüse, also Tomaten, Blattsalate, Zucchini, Auberginen und Gurken. Während man sich hierzulande daran gewöhnt hat, solche Produkte auch außerhalb ihrer Saison im Supermarkt zu finden, kontrolliert kaum ein Kunde genau, wo die einzelnen Produkte herkommen.

Der gesunde Einkauf wird zum Luxus.

Der gesunde Einkauf wird zum Luxus.

Warum ist das so?

Importiert werden die Gemüse meist aus den europäischen Nachbarländern Spanien, Italien, Griechenland und Frankreich, wo im Winter eher milde Temperaturen herrschen und unter Plastikzelten auch jetzt Sommergemüse wachsen. Doch gerade dort hatten die Bauern in diesem Winter mit heftigen Wetterumschwüngen zu kämpfen: Unwetter, Überflutungen und ungewöhnlich starke Schneefälle haben Felder verwüstet, Zelte zerstört und mancherorts fast die Hälfte der Ernte vernichtet. (MDR)

In Deutschland ist das deutlich spürbar. "In der ersten Februarwoche 2017 ist der Preis für Gemüse insgesamt um rund 50 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr", sagt Thomas Els von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft zu bento. Die AMI ist eine unabhängige Marktforschungsgesellschaft in Deutschland, die Verbraucherpreise beobachtet.

Bei einzelnen Gemüsesorten war die Steigerung in diesem Zeitraum (also erste Februarwoche 2017 im Vergleich zur ersten Februarwoche 2016) demnach sogar noch krasser:

  • Eine Salatgurke war 80 Prozent teurer.
  • Das Kilo Zucchini sogar 195 Prozent teurer.

Angesichts dieser Knappheit verhängte der Discounter Tesco in Großbritannien sogar eine Höchstabgabe: Pro Kunde dürfen nicht mehr als drei Salatköpfe gekauft werden, beim Rivalen Morrisons sogar nur zwei. (stern)

Was kann ich tun?

Solange sich die Situation für die südeuropäischen Bauern nicht verbessert, werden auch die Preise nicht sinken. Denn die Tomaten und Paprika aus belgischen und holländischen Gewächshäusern sind noch nicht so weit, um die Nachfrage auszugleichen. Günstigere Alternativen sind deshalb die regionalen und saisonalen Gemüse, die hier in Deutschland sowieso gerade wachsen oder als Lagerware verfügbar sind. Die sind durch kurze Lieferwege auch nachhaltiger.

Dazu gehören:

  • Grünkohl, Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Wirsingkohl (der Preis für Weißkohl ist laut AMI sogar um 24 Prozent gesunken im Vergleich zum Vorjahr)
  • Champignons
  • Kürbis
  • Möhren / Karotten
  • Lauch / Porree
  • Topinambur
  • Pastinaken
  • Steckrüben
  • Kartoffeln
  • Zwiebeln

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

​Noch nie gehört? Dann solltest du schnellstens dieses Quiz machen!



Today

Amnesty Bericht: In Syrien sind 13.000 Menschen brutal hingerichtet worden

07.02.2017, 11:51

Was ist passiert?

Syriens Regierung soll bei Massenhinrichtungen rund 13.000 Gefangene getötet haben – innerhalb von fünf Jahren, zwischen 2011 und 2015. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die Henker sollen demnach jede Woche gekommen sein. Sie nahmen jedes Mal bis zu 50 Menschen mit und hängten sie auf – völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit. (SPIEGEL ONLINE)