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Grün

"Suche Baum für Baumhaus": Freiburger Studentin will zeigen, dass es auch ohne teures WG-Zimmer geht

16.12.2017, 18:04 · Aktualisiert: 16.12.2017, 18:28

WG-Zimmer sind teuer und die Natur ist eh viel schöner. Das dachte sich Lili aus Freiburg, als sie ihre Anzeige schaltete. "Suche ein Grundstück für ein Baumhaus", steht darin.

Denn die Studentin will sich einfach eine eigene Bleibe bauen.

"Ich mag es einfach total gerne, draußen zu sein" sagt Lili zu bento. Sie verbringe ohnehin viel Zeit in der Natur und wolle sich nun beweisen, dass sie auch während des Studiums auf diese Art Leben kann.

Also hängte sie ihr Gesuch aus und postete es auf eBay-Kleinanzeigen.

Alles, was Lili braucht, sind etwa acht Quadratmeter um einen Baum herum, die sie mieten kann. "Am besten wäre eine Eiche oder Buche", sagt die 22-Jährige zu bento. Kräftige Bäume eben, die hoch und stark genug sind. Denn das Wichtigste für Lili ist, dass der Baum durch ihr Häuschen keinen Schaden nimmt.

Das Haus will sie natürlich selbst bauen.

(Bild: Screenshot / Ebay Kleinanzeigen)

So stellt sie sich ihr Traum-Baumhaus vor:

  • Groß genug für ein Bett und etwas Platz darum, aber auch nicht zu groß.
  • Um das Haus herum eine Veranda.
  • Überall Fenster, damit sie vom Bett aus in den Baum gucken kann.
  • Eine kleine Solarzelle auf dem Dach, damit Handy und Laptop mit Strom versorgt werden können – immerhin muss sie ja auch weiter studieren.

Und was ist mit einer Toilette? "Es wäre schon toll, wenn es auf dem Grundstück, zu dem der Baum gehört, sanitäre Anlagen gäbe", sagt sie und lacht. Alles andere könne man mit Baden im See, duschen im Schwimmbad und Wäsche waschen im Uni-Wohnheim hinkriegen.

Lili studiert an der Freiburger Uni Umweltnaturwissenschaften und Liberal Arts und Sciences.

Lili studiert an der Freiburger Uni Umweltnaturwissenschaften und Liberal Arts und Sciences. (Bild: privat)

Aktuell wohnt Lili mit drei Mitbewohnern in einer WG im Freiburger Stadtteil Wiehre, direkt am Rand der Altstadt.

Der Vermieter wolle in nicht allzu ferner Zukunft das Haus renovieren und dann teurer wieder vermieten, schreibt Lili in ihrem Baumhaus-Gesuch.

Dabei bezahlt sie jetzt schon 380 Euro pro Monat für ihr Zimmer. Ein Luxus, den sie sich ohne ihr Studien-Stipendium nicht leisten könnte – das ist Lili bewusst.

Deshalb ist ihr Baumhaus auch ein politisches Statement: "Es gibt gerade in Freiburg zu wenig bezahlbaren Wohnraum für zu viele Studierende. Aber es gibt Alternativen, das will ich zeigen: Von Hausbesetzung bis eben zum Baumhaus."

In ihrem Freundeskreis würde auch nach anderen Arten des Wohnens gesucht. Manche gründen Ökodörfer. Andere probieren funktionales Wohnen aus – eine Art WG, in der nicht jeder ein eigenes Zimmer hat, sondern alle miteinander jedes Zimmer teilen, egal ob zum Schlafen, Wohnen oder Kochen.

Was sagen ihre Freunde und Familie zu Lilis Plänen?

"Meine Eltern finden es ganz gut und meine Mitbewohner wollen fleißig mitbauen", sagt Lili. Von einigen höre sie zwar auch Sätze wie "Das klappt doch eh nicht", aber generell bekomme sie viele unterstützende Worte und Hilfsangebote.

Anfang des Jahres würde Lili gernebauen. Erste Zuschriften hat sie schon bekommen. Einer schrieb, er habe zwar nur einen kleinen Busch in seinem Garten, aber wolle mal Freunde fragen. Ein anderer bot "eine ganz zentral gelegene Zierkirsche" an, erzählt Lili und freut sich über die Rückmeldungen: "Es ist schön zu sehen, dass es so viele offene und neugierige Menschen gibt."

Wohnen möchte sie in ihrem selbstgebauten Häuschen übrigens nur etwa ein halbes Jahr – bis zu ihrem Auslandssemester. Danach baut sie das Haus entweder wieder ab oder überlässt es dem nächsten: "Je nach Wunsch der Person, die das Grundstück zur Verfügung stellt", sagt sie.


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16.12.2017, 18:00 · Aktualisiert: 16.12.2017, 15:16

Elsa, 24, fragt: