12.07.2018, 14:50 · Aktualisiert: 12.07.2018, 14:39

5 Fragen, die das aufwirft

Es klingt wie ein alter Mafia-Film: Ein Opfer wird erschossen, der Leichnam mit Betonklötzen beschwert und in einem See versenkt. Aber in diesem Fall geht es um ein Tier, um eine junge Wölfin.

Was ist passiert?

Sie war erst etwa ein Jahr alt. Eine junge Wölfin soll in Sachsen erschossen und ihr Kadaver dann mit einem Betongewicht in einem See versenkt worden sein.

Der tote Körper der Wölfin wurde schon im Juni von Passanten in Ufernähe des Tagebausee Mortka gefunden.

Das Tier wurde im Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht. Laut Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" wurde die Wölfin mit Schüssen getötet. Anschließend sei das Tier mit einem Strick um den Bauch, an dessen anderem Ende ein Betongewicht befestigt gewesen sei, in dem See versenkt worden. (SPIEGEL ONLINE)

Warum tut jemand so etwas?!?

Warum das Tier erschossen wurde, weiß man nicht. War es Notwehr? Eine Angsthandlung – "Ich töte das Tier, bevor es mich, andere oder Haustiere angreift"? Ein Jäger, der den Wolf in der Ferne mit Wild verwechselt hat? Oder tatsächlich einfach die Lust am Töten?

Doch warum der Täter oder die Täterin hinterher versucht hat, die Tat zu vertuschen, indem er oder sie die Wölfin im See versenkt, kann man sich denken:

Wölfe sind nach EU-Recht und dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Ihre unerlaubte Tötung ist eine Straftat.

Sind Wölfe für Menschen gefährlich?

Grundsätzlich eher nicht.

"Statistisch gesehen tritt innerhalb von zehn Jahren weniger als ein tödlicher Unfall mit Wölfen in Europa auf und das bei mehr als 10.000 Wölfen (russischer Teil nicht mitgerechnet)." (WWF)

Wölfe, die in der Wildnis aufgewachsen sind, halten sich von Menschen eher fern. Entweder beobachten sie sie ruhig oder verschwinden sogar, wenn sie merken, dass sie bemerkt wurden. (WWF)

Wie verhalte ich mich am besten, wenn ich einem Wolf begegne?

Dass man einem Wolf begegnet, ist sehr selten – aus oben genannten Gründen. Wenn du aber doch mal einem Wolf in freier Wildbahn begegnen solltest, dann

  • nicht weglaufen, stehen bleiben,
  • den Wolf ruhig ansprechen, damit er sich nicht erschreckt,
  • nicht versuchen, den Wolf anzufassen oder zu füttern,
  • durch lautes Sprechen, Armbewegungen und Klatschen vertreiben und sich dabei langsam vom Wolf entfernen. (Wolfsinformationszentrum Schleswig-Holstein)
  • und: Nicht erschießen!

Wie geht es jetzt weiter?

Der Verein Wolfsschutz-Deutschland und das Landratsamt Bautzen hatten Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Natur- und Tierschutzgesetz erstattet.

Der Verein Wolfsschutz-Deutschland hat zusätzlich eine Belohnung für Hinweise, die zum Täter führen, ausgesetzt. Diese hat der Verein jüngst auch noch erhöht, von 7000 auf 10.000 Euro.

Das sächsische Landeskriminalamt (LKA) ermittelt. Es erhielt noch keine Hinweise aus der Bevölkerung, wie LKA-Sprecherin Kathlen Zink am Donnerstag auf Anfrage sagte.


Mit Material von dpa


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Viele wollen Seehofers Rücktritt – jetzt verteidigt ihn ausgerechnet die AfD

12.07.2018, 14:36 · Aktualisiert: 12.07.2018, 15:45

Die 2 Zitate

Wann weißt du, dass du in deiner Politik eventuell einen Schritt zu weit gegangen bist? Vielleicht, wenn du nur noch von Rechtsaußen Applaus bekommst. So geht es nun Horst Seehofer.

Der Innenminister hatte vor zwei Tagen bei einer Pressekonferenz seinen 69. Geburtstag mit der zeitgleichen Abschiebung von 69 Flüchtlingen nach Afghanistan in Verbindung gebracht. Das muss er nicht witzig gemeint haben, zynisch oder mindestens unangebracht war es dennoch. Noch dazu, weil kurz darauf bekannt wurde, dass einer der Abgeschobenen in Kabul Suizid beging. (bento)

Viele fordern seit dem den Rücktritt des Innenministers – nun erhält Horst Seehofer ausgerechnet von der AfD Rückendeckung.