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30.01.2018, 11:33 · Aktualisiert: 30.01.2018, 17:30

Eine erste Maschine wurde erfolgreich mit dem neuen Biogemisch getestet.

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat einen neuen Biokraftstoff in einer seiner Maschinen getestet. Als weltweit erstes Flugzeug ist eine Boeing Dreamliner 787-9 am Montag von Los Angeles nach Melbourne geflogen – mit einem Gemisch aus Kraftstoff und Senföl.

Wie genau funktioniert der Kraftstoff?

  • Die Senfsamen gehören zur Pflanze Brassica carinata, einem speziellen Industriesenf.
  • Dieser wird nicht für Lebensmittel verwendet, sondern als Rohstoff.
  • Aus den Senfkörnern wird Öl gepresst.
  • Dieses Öl wird in einem speziellen Verfahren in Biokerosin umgesetzt.

Der Senf wurde industriell von Wissenschaftlern der University of Queensland hergestellt. Er kann aber auch von Farmern angebaut werden. Laut Qantas werden auf dem 15-stündigen Flug 18.000 Kilogramm an CO2-Emissionen gespart. Das sind etwa 7 Prozent weniger als beim gleichen Flug mit herkömmlichem Kraftstoff.

​Laut Qantas könne der CO2-Ausstoß beim Senftreibstoff langfristig um bis zu 80 Prozent reduziert werden.

Warum ist das wichtig?

Bisher haben Flugzeuge einen enorm hohen Ausstoß an CO2, ihr Antrieb basiert auf Erdöl. Für die Umwelt ist das sehr schädlich, es beschleunigt den Klimawandel. Mit alternativen Kraftstoffen könnten die Flüge selbst wie auch die Gewinnung des Kraftstoffs umweltfreundlicher werden.

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Wie geht es weiter?

Schon 2012 hat Qantas Biokraftstoff getestet, damals mit herkömmlichem Speiseöl. Auch andere Fluglinien wie Alaska Airlines und die niederländische Firma KLM experimentierten bereits mit alternativen Treibstoffen. (The Guardian)

Der erfolgreiche "Senf-Flug" dürfte die Entwicklung weiter voranbringen. Qantas selbst sagt, bis 2020 alle Flüge gen Los Angeles mit erneuerbaren Treibstoffen zu bedienen. In Australien soll eine Bio-Raffinerie entstehen, die den Senftreibstoff künftig herstellt.


Future

Minderjährig in der Bundeswehr: Drei Soldaten erzählen von ihrem Wehrdienst

30.01.2018, 09:00 · Aktualisiert: 30.01.2018, 16:01

2128 – so viele Soldaten der Bundeswehr waren bei Dienstantritt im vergangenen Jahr noch minderjährig. Ein neuer Rekord. Und rund drei mal mehr als noch 2011.  

Die Bundeswehr wirbt gezielt um junge Menschen, weil sie dringend Nachwuchs braucht. Derzeit sind rund 179.000 Soldaten und Soldatinnen bei der Bundeswehr aktiv (bundeswehr.de) – weniger, als sich das Verteidigungsministerium wünscht. Seit der Wehrdienst abgeschafft wurde, ist es schwieriger, Nachwuchs zu finden. 

Bei der Suche wird verstärkt auf Social Media gesetzt. Es gibt aufwendig produzierte Web-Serien wie "Mali", und "Die Rekruten". Wir haben die Serie mit einem ehemaligen Soldaten geschaut. Sein Urteil: Vieles wirkt inszeniert und verharmlosend. (bento)

Das Verteidigungsministerium argumentiert, dass es völlig selbstverständlich sei, auch Minderjährige anzusprechen. Der Großteil der Schulabgänger sei unter 18.