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Musik

So dreist will Taylor Swift ihre Fans beim Ticketkauf abzocken

26.08.2017, 14:55 · Aktualisiert: 26.08.2017, 16:34

Nicht cool, Taylor!

Endlich! Drei Jahre haben Fans auf ein neues Album gewartet – jetzt hat Taylor Swift ein neues Album angekündigt (bento) – und der Hype um "Reputation" ist schon jetzt riesig. 

Kein Wunder also, dass schon alle total heiß auf die Tour-Tickets sind. Damit der Konzertbesuch auch wirklich klappt, sollen Fans einen Schlangenring kaufen. 

Bitte was?

Tickets für begehrte Konzerte zu bekommen, ist nie leicht. Das ist klar.

Aber um bei Taylor Swifts kommender Nordamerika-Tour dabei zu sein, müssen Fans nicht nur schnell sein und genügend Geld beiseite gelegt haben. Denn Taylor Swift hat einen Deal mit Ticketmaster geschlossen. Der nennt sich "Taylor Swift Tix". Dahinter steckt ein System, mit dem nur echte Fans an Karten kommen sollen, nicht professionelle Weiterverkäufer. 

Ein niedliches Katzenvideo zeigt den Kampf der Fans gegen die bösen Ticket-Bots und soll einem den neuen Kartenverkauf nahebringen:

Klingt erst mal ganz gut, oder? Ist es aber nicht.

Stattdessen ist es ein Versuch, Fans möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wie genau funktioniert das Ticketsystem?

Ich habe es mal ausprobiert.

Zuerst muss ich mich bei Ticketmaster registrieren und für die Taylor-Aktion anmelden. Meine Handynummer wird abgefragt. Ich habe keine Lust, sie anzugeben und denke mir eine aus. Das erweist sich als Fehler: Auf einer der nächsten Seiten wird mir gesagt, ich würde erst dann wertvolle "Boosts" bekommen, wenn ich die Nummer mit einem Code aus einer SMS bestätige.

Ich will ein Ticket, keinen Boost. Und was ist das überhaupt?

Genau das ist der Knackpunkt des Systems: Denn um in der Warteschlange für Tickets in meiner Stadt der Wahl möglichst weit vorne zu sein, muss ich regelmäßig etwas dafür tun. Und bekomme dafür Boosts, so etwas wie Fleißpunkte. 

Je mehr Boosts, desto mehr Fan, das ist die Idee. Einige dieser Fan-Beweisproben sind recht einfach: 

  • "Schau dir das neue Video an" – okay, kein Problem.
  • "Fotografiere einen UPS-Truck mit Taylor-Swift-Aufdruck und poste das Bild" (ja, die fahren im Moment wirklich durch die USA) – etwas schwieriger, da ich mich in Deutschland aufhalte.
  • "Melde dich für den Newsletter an" – alles klar.

Und mir wird empfohlen, solche und ähnliche Aktionen möglichst täglich durchzuführen. Um in der Warteschlange nicht abzurutschen.

"Low Boost" - die Gratis-Möglichkeiten bringen mich nicht voran.

"Low Boost" - die Gratis-Möglichkeiten bringen mich nicht voran. (Bild: Taylor Swift Tix)

Aber all diese Dinge bringen mir nicht besonders viele Punkte. 

Um mir einen vorderen Platz zu sichern, muss ich mehr leisten. Ich muss Aufgaben erfüllen, die mit "High Boost" gekennzeichnet sind. Dazu gehören:

  • Das Album vorbestellen. Das darf ich über verschiedene Plattformen sogar 13 mal tun und kriege dafür jedes Mal Boosts. Muss aber natürlich auch jedes Mal bezahlen. (Netter Nebeneffekt für Taylor Swift: Wenn jetzt alle Konzertbesucher ihr Album kaufen, vielleicht sogar mehrfach, steigt es höher in die Charts ein.)
  • Merchandise kaufen. Zum Beispiel einen Schlangenring aus 24-karätigem Gold für 60 Dollar. 
  • Oder ein T-Shirt für 45 US-Dollar.

Fazit

Vorteile in der Warteschlange bringen mir nur die teuren Varianten. Und das auch nur, wenn ich besonders viele davon wahrnehme. Das wird schnell richtig teuer. 

Und jetzt kommt's: Selbst wenn man es geschafft hat, sich einen Top-Platz in der Schlange zu erkaufen, ist einem damit kein Ticket garantiert. Es erhöht nur die Chancen, eventuell eins abzubekommen.

Das Ganze ist also eine ziemlich miese Art, die vorrangig jungen Fans abzuzocken.

Auf Reddit beschweren sich Fans genau darüber: "Mir gefällt die Idee, aber es erscheint mir wie eine rein Geldmaschine", schreibt ein User. Ein anderer argumentiert dagegen, dass die Fans das Geld ansonsten für teure Tickets auf dem Schwarzmarkt ausgegeben hätten – und so bekämen sie nun immerhin Merchandise dafür. Diese Meinung wird aber von den Antwortenden nicht geteilt. "Sie macht damit die Besessenheit ihrer Fans zu Geld", schreibt ein User. 

Begeisterung sieht anders aus. Sorry, Taylor!

(Bild: Giphy)

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