Musik

Forscher wollen Psychopathen anhand ihrer Playlist identifizieren

30.09.2017, 13:40

Hoffentlich bist du kein Eminem-Fan...

Was sagt deine Musikwahl über deine Psyche aus?

Okay, wenn du nach einer Trennung plötzlich nur noch Powerballaden hörst, ist die Sache ziemlich klar. Aber können auch einzelne Songs etwas über deinen psychischen Zustand verraten? Oder geben sie sogar Hinweise auf Persönlichkeitsstörungen?

Dieser Frage sind an der New York University (NYU) einige Forscher unter der Leitung von Neurowissenschaftler und Psychologieprofessor Pascal Wallisch nachgegangen. (Abstract der Untersuchung)

Das Ziel: Sie wollen künftig an einer Playlist ablesen, wer womöglich ein Psychopath sein könnte.

(Bild: Giphy)

Welche Erkenntnisse gibt es bisher?

In der Studie hörten sich 200 Probanden unterschiedlicher psychischer Verfassungen 260 Lieder an und bewerteten sie je nach persönlichem Geschmack. Die Songs waren eine Auswahl von Singles aus der Zeit von 1940 bis heute.

Das Resultat: Die Forscher fanden nach eigener Aussage Hinweise darauf, dass Menschen mit der höchsten Einstufung auf der "Levenson Self-Report Psychopathy Scale", einer Skala zur Bestimmung der Psychopathie, die größten Fans des Blackstreet-HipHop-Klassikers "No Diggity" und Eminems "Lose Yourself" sind. (Guardian)

Insgesamt seien durch die Untersuchung etwa 30 Lieder mit einer psychopathischen Veranlagung verknüpft worden. Einige davon sogar noch stärker als die beiden genannten. Die anderen Songs wollte Studienleiter Wallisch allerdings nicht nennen, um zukünftige Forschung nicht zu beeinflussen.

Die Ergebnisse einer zweiten Probandengruppe suggerieren laut Wallisch, dass die Personen mit den niedrigsten Psychopathie-Leveln am liebsten Songs wie "My Sharona" von The Knack "Titanium" von Sia hören.

Das Team betonte, dass es sich bei der Studie lediglich um eine Vorstufe zu einer großangelegten Untersuchung handelt. Die Ergebnisse seien also bisher nicht belastbar. (Pascal Wallisch) Den einzigen Rückschluss, den man an diesem Punkt der Forschung ziehen könne:

Das Klischee aus Filmen wie Hannibal, dass Psychopathen eher klassische Musik hören, stimmt nicht.

Im nächsten Schritt sollen Tausende Menschen entlang des Psychopathie-Spektrums zu ihren musikalischen Präferenzen befragt werden. "Wir fügen nun mehr Songs und mehr Testpersonen hinzu, um herauszufinden, ob die vorläufigen Ergebnisse korrekt sind", sagte Wallisch zum Guardian. Dafür brauche es aber einen sehr großen Datensatz.

Was erhoffen sich die Forscher von dieser Studie?

Psychopathen gelten als unempathisch, erklärt Wallisch. Daher könne es sein, dass bestimmte Liedtexte, Rhythmen oder Beats ihnen mehr zusprechen als anderen Menschen. (Pascal Wallisch)

Es soll also möglich werden, einen potenziellen Psychopathen nur anhand seiner Playlist zu erkennen.

Das Schöne daran ist, dass man den Test ohne Zustimmung, Kooperation und vielleicht sogar ohne das Wissen der betroffenen Person durchführen kann.
Studienleiter Pascal Wallisch

Das klingt nicht nur ziemlich gruselig, sondern auch ein bisschen unseriös.

Wallisch ist aber davon überzeugt, dass die Ergebnisse Gutes hervorbringen könnten. Er will beispielsweise verhindern, dass bisher nicht diagnostizierte Psychopathen in Machtpositionen landen.

Als Beispiel nannte er im Guardian-Interview die Polizeigewalt in den USA in den vergangenen Jahren. Dort habe es laut Wallisch einige Fälle von Psychopathie gegeben und sein musikbasierter Test solle helfen, Anwärter auf solche verantwortungsvollen Jobs direkt auszusieben.

Kann man Psychopathen nicht auch anders identifizieren?

Bisher ist es sehr schwierig, Menschen mit einer psychopathischen Persönlichkeitsstörung zu erkennen. Es gibt Forschung zu bestimmten Genen, die besonders häufig in diesen Personen vorkommen. Oder Gehirnscans, die bestimmte Muster erkannt haben sollen. Aber verlässlich ist bisher nichts davon. Außerdem kann man verdächtige Personen ja nicht einfach in einen Hirnscanner legen.

Es gibt übrigens bereits eine andere Studie, die sich mit der Musikpräferenz von Psychopathen befasst hat. Kevin Dutton, Psychologieprofessor in Oxford und Autor von "The Wisdom of Psychopaths", hat in einer groß angelegten Online-Studie mehr als drei Millionen Menschen zu verschiedenen Themen befragt – unter anderem zu ihrem Musikgeschmack.

Das Ergebnis stärkt auf den ersten Blick die These von den Forschern in New York: Psychopathen mögen demnach angeblich Rap lieber als Jazz oder Klassik. (Guardian) Allerdings gelten Online-Studien als nicht besonders zuverlässig.


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