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Musik

Schwesta Ewa soll Polizei-Großeinsatz ausgelöst haben – mit einem Social-Media-Post

06.01.2018, 12:23 · Aktualisiert: 06.01.2018, 12:24

Am Freitag kam es in der Stuttgarter Innenstadt zu einem Großeinsatz der Polizei. Laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Stuttgart soll der Grund dafür ein Foto, ein "verdächtiger Post in den sozialen Netzwerken" gewesen sein, das eine 33-jährige Frau hochgeladen hatte.

Und wer steckt dahinter? Schwesta Ewa.

Was ist passiert?

Laut Polizeibericht waren auf dem Foto der 33-Jährigen – über die in der Pressemitteilung keine genaueren Angaben gemacht werden – Schusswaffen und Patronen zu sehen. Die Polizei hielt diese offenbar für echt und machte sich daraufhin mit einer Spezialeinheit auf dem Weg zum Aufenthaltsort der Frau, einem Hotel in der Stuttgarter Innenstadt. Für mehrere Stunden soll die Straße, in der das Hotel steht, gesperrt worden sein. (Hessenschau)

Tatsächlich fanden die Beamten aber keine Schusswaffen in dem Hotelzimmer. Die Frau – vermutlich Schwesta Ewa – soll der Polizei gesagt haben, dass sie die Fotos aus dem Internet kopiert habe. Die Polizei hat bisher nicht bestätigt, dass es sich bei der 33-Jährigen tatsächlich um Ewa Mandala handelt, wie die Rapperin mit bürgerlichem Namen heißt. (Stuttgarter Nachrichten)

Was sagt Schwesta Ewa dazu?

Laut einem Bericht der Hessenschau soll sie kurz nach dem Polizeieinsatz ein Video auf Instagram hochgeladen haben, das inzwischen allerdings auf keinem ihrer Social-Media-Accounts mehr zu finden ist. In dem Video habe Schwesta Ewa gesagt, die Beamten hätten sie "aus dem Schlaf nackt" geholt. "Ey krass Alter, Leute..." kommentierte sie den Einsatz.

So zeigt sie Ewa auf Instagram:

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Wie geht es jetzt weiter?

Da in dem Hotelzimmer keine Schusswaffen gefunden wurden, hat sich Schwesta Ewa dahingehend nichts zu schulden kommen lassen. Die Polizei prüft laut Pressemitteilung aber, ob "der Frau" der Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden kann.

2017 wurde die Rapperin wegen Steuerhinterziehung, Körperverletzung und der Förderung von sexueller Handlungen Minderjähriger zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht hat den Haftbefehl gegen Schwesta Ewa allerdings ausgesetzt und sie kam nach knapp acht Monaten Untersuchungshaft frei.

Denn die Rapperin will das Urteil nicht hinnehmen. Auch die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt. Sie hatte Ewa vorgeworfen, Frauen und auch eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen zu haben. Der Richter sah das nicht als erwiesen an. Mehrere Frauen hatten ausgesagt, freiwillig für Geld mit Freiern geschlafen zu haben.

Der Fall kommt nun vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

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Gerechtigkeit

Revolution oder Strohfeuer? Was Exil-Iraner über die Proteste denken

06.01.2018, 10:49 · Aktualisiert: 06.01.2018, 10:49

"Die Iraner tragen gerade viel Schmerz in ihren Herzen", sagt Shahab. Er könne das spüren. "Krass" sei es, sagt auch Dariush, auch wenn er nur aus der Ferne zuschaut. Shahab und Dariush kommen beide aus dem Iran – leben aber in Deutschland.

Seit mehr als einer Woche verfolgen beide die Entwicklungen in ihrer Heimat. Kommt es zu einer Revolution, gar zu einem Bürgerkrieg? Oder sind die Proteste schon wieder in sich zusammengefallen, wie Jalal es glaubt?

Wir haben sie und andere Exil-Iraner zu ihrem Blick auf die Proteste befragt.