Bild: Hulton Archive/Getty

Musik

George Michael machte mit seinem Coming-out einer ganzen Generation Mut

26.12.2016, 12:59 · Aktualisiert: 26.12.2016, 14:20

Der frühere Wham!-Sänger starb an Weihnachten

George Michael ist tot. Der Mann, der mit Wham! in den Achtzigern einen Trash-Pop-Hit nach dem anderen produzierte. Der später solo zum Megastar wurde und mit Musikvideos wie "Freedom '90" für historische Momente der Popkultur sorgte. Und der wegen seines Talents aber auch wegen seiner Eskapaden und Allüren über Jahrzehnte zu den bekanntesten Musikern der Welt gehörte.

Über die Weihnachtsfeiertage starb er, friedlich in seinem Bett, wie sein Publizist mitteilte. Er wurde nur 53 Jahre alt. (SPIEGEL ONLINE)

Doch was bei den ganzen Skandalen häufig vergessen wird:

George Michael war mit der erste Weltstar, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte.

Und damit für eine ganze Generation in den Neunzigern ein Vorbild. Eine Instanz und Quelle der Orientierung, in einer Zeit, in der Schwulsein noch ein Tabu war.

Dabei war es für George lange selbst schwierig, offen mit seiner Sexualität umzugehen. Schon zu Wham!-Zeiten munkelte man, der Sänger sei schwul. Doch als er nach dem Ende von Wham! 1986 international als Solokünstler durchstartete, galt er vor allem eins: als heterosexuelles Sexsymbol.

Einfach nur Wham!: Andrew Ridgeley und George Michael (Bild: Hulton Archive/Getty)

Es war der 7. April 1998, der dieses Bild zerstörte.

An diesem Tag wurde der damals 34-Jährige in einer öffentlichen Toilette in Beverly Hills festgenommen. Wegen "unzüchtigen Verhaltens in der Öffentlichkeit". (Los Angeles Times)

Durch den Vorfall gedrängt, bekannte sich George wenige Tage später zu seiner Homosexualität. Es spricht für die Bigottheit dieser Zeit, dass es CNN folgende Schlagzeile wert war:

"Exclusive: George Michael acknowledges homosexuality"

Gefolgt von einem ersten Satz, der so heute auch nicht mehr geschrieben werden würde:

"For the first time in his two-decade music career, British pop star George Michael told CNN in an exclusive interview late Friday that he is gay."

"Er hat mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin" – so reagiert die LGBTQ-Szene auf Georges Tod:

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Zu dem Zeitpunkt galt George bereits als großer Unterstützer der LGBTQ-Szene, er engagierte sich für HIV-Präventionsprojekte und Schwulenrechte. Sein Hit "Faith" war die Hymne der Pride-Bewegung.

Die Art und Weise wie George sich in dem Interview jedoch äußerte, gab vielen noch einmal Mut:

I want to say that I have no problem with people knowing that I'm in a relationship with a man right now. I have not been in a relationship with a woman for almost 10 years."
George Michael, 1998

Und weiter:

I feel stupid and I feel reckless and weak for having allowed my sexuality to be exposed this way. But I don't feel any shame whatsoever"
George Michael, 1998

Starke, mutige Worte von einem Mann, der umgehend Ablehnung zu spüren bekam. Vor allem in den USA war die Empörung groß. Er habe das rechtskonservative Amerika unterschätzt, sagte George Jahre später. "Ich war so naiv! Ich hatte keinerlei Vorstellung davon, wie schwulenfeindlich die Amerikaner doch sind." Niemand habe zu ihm gehalten – außer die Leute von MTV. (SPIEGEL)

George machte öffentlich, was zu der Zeit wohl viele im Verborgenen erlitten. Sein Lebensgefährte litt an HIV und starb. Vor seiner Familie hielt er seine sexuelle Identität lange geheim. Er habe sich nicht outen wollen, solange seine Mutter noch lebe, sagte er einmal. Sie starb 1997. Doch sein Coming-out habe es ihm nicht gerade leichter gemacht. (People)

George Michael 2004 in Los Angeles

George Michael 2004 in Los Angeles (Bild: Frazer Harrison/Getty )

Am Ende seiner Karriere standen mehr als 100 Millionen verkaufte Platten, zahlreiche Preise darunter zwei Grammys und Songs, die – ohne Übertreibung – für die Ewigkeit gemacht wurden:


Haha

Was Menschen wirklich über die "Helene Fischer Show" denken

26.12.2016, 11:31 · Aktualisiert: 26.12.2016, 18:16

Seit 2011 steht der erste Weihnachtstag nicht nur für Klassentreffen und sonstige Besäufnisse sondern auch für "Die Helene Fischer Show". Zum sechsten Mal durften die Zuschauer in diesem Jahr wieder drei Stunden lang Schlagerpop, Akrobatik und Kostümwechsel über sich ergehen lassen. Im Öffentlich-Rechtlichen natürlich komplett ohne Werbung. Dazu waren Gäste wie Tim Bendzko, Tom Jones und Teile des Falco-Musical-Ensembles eingeladen.

Laut Quotenmeter saßen in diesem Jahr fast sechs Millionen Zuschauer vor dem Fernseher. Davon übrigens 1,4 Millionen Menschen unter 50 Jahren! Seien wir ehrlich: Wir sind zwar nicht die Zielgruppe, aber gucken uns den Zirkus trotzdem ganz gerne an. Vielleicht auch nur, um darüber zu lästern.

Hier findest du eine Auswahl der schönsten Tweets zur "Helene Fischer Show" 2016: