Bild: Unsplash/Alfonso Scarpa

29.06.2018, 18:19 · Aktualisiert: 30.06.2018, 10:52

Mehr DJanes braucht die Welt.

Manchmal sucht man sie vergeblich, die Frauen in der Musik-Szene. Sie fehlen auf den Line-Ups vieler Festival-Plakate (bento) und während sie etwa im Pop sehr präsent sind (bento), tauchen sie in anderen Musikgenres praktisch gar nicht auf. Dazu gehört der Underground-Techno.

Der Freiburger Techno-Verein Bretterbude möchte das ändern und bietet darum kostenlose DJ-Crashkurse für Frauen und Menschen aus der LGBTQ-Community an.

Als Bretterbude eV ist es uns ein Anliegen, nicht nur Cis-Männern hinter das DJ-Pult und auf die Bühne einzuladen.

So steht es in einem Facebook-Post des Vereins, in dem sie das Angebot bewerben. Doch die Realität sieht anders aus: Oft lassen sich einfach keine Frauen finden, die auf den Techno-Partys auflegen könnten. Also hat Bretterbude beschlossen, diese Menschen selbst zu fördern.

Angebot: Crashkurse (für Frauen und LBGT for free) Als Bretterbude eV ist es uns ein Anliegen nicht nur CIS-Männern...

Gepostet von Bretterbude e. V. am Mittwoch, 13. Juni 2018

Einer der Kursleiter ist Björn Peng. Er ist selbst Musiker und Mitglied von Bretterbude e.V.

Wir haben mit ihm über Musik und Frauen hinterm DJ-Pult gesprochen.

Björn, wieso bietet ihr ausgerechnet für Frauen und Menschen aus der LGBTQ-Community kostenlose DJ-Kurse an?

Die Rechte von LGBTQ+ zu fördern, ist uns wichtig, auch aus persönlichen Gründen. Wir veranstalten seit Jahren Techno-Partys in Freiburg und wir wissen einfach aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, eine Frau zu buchen – oder überhaupt Menschen, die keine Cis-Männer sind. Wir haben hier unsere Räume und die Möglichkeit, Wissen weiterzugeben. Das möchten wir nutzen, um vor allem die zu fördern, die in der Szene noch fehlen.

Wie sieht so ein Crashkurs aus?

Bisher waren fast ausschließlich Männer da. Die Kurse dauern zwei bis drei Stunden und es sind auch nur etwa zwei Menschen Kurs geplant. Seit wir unser Angebot veröffentlicht haben, hat sich das stark geändert: Es melden sich seither vor allem Frauen und Menschen aus der LGBTQ+-Community. Wir haben schon ein Dutzend Termine.

Aber ist Geld wirklich das Problem? Sitzen die Probleme nicht tiefer?

Natürlich gibt es in der Gesellschaft tief sitzende Probleme. Sie sind die Gründe dafür, warum Frauen und LGBTQ+ an vielen Stellen nicht gleichberechtigter Teil der Gesellschaft sind. Durch die klassische Rollenzuschreibung, etwa, dass Technisches nur was für Jungs sei, stehen Frauen häufig unter größerer Beobachtung und trauen sich daher vielleicht nicht, sich einfach auszuprobieren. Zumindest haben wir das Gefühl, dass das bei Männern anders ist und diese sich viel schneller der Öffentlichkeit stellen. Wir versuchen mit unseren Kursen ein möglichst niedrigschwelliges Angebot zu bieten und erklären die technischen Aspekte des DJings und des Produzierens ohne Vorraussetzungen. Außerdem bieten wir in unseren Räumen die Möglichkeit zu üben.

Wie muss man "beweisen", dass man zur LGBTQ-Gemeinschaft zählt?

Gar nicht, das ist Vertrauenssache. Wir bieten hier Crashkurse an und keine kompletten Ausbildungen. Es geht hier um einen kurzen Einblick ins Djaying und Produzieren. Wir fragen nicht nach, wir zählen auf die Ehrlichkeit der Menschen. Prinzipiell stehen die Kurse allen offen, die Lust darauf haben.

Legen Frauen denn anders auf als Männer?

Nein. Ich glaube, wenn jemand sein Handwerk beherrscht, kann man nicht hören, ob da ein Mann, eine Frau oder sonst jemand hinter dem DJ-Pult steht.


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