Musik

Dieses Wochenende gehört Beyoncé

07.02.2016, 12:05 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:26

In ihrer neuen Single "Formation" kritisiert sie Polizeigewalt gegen Schwarze.

Dieses Wochenende hat Beyoncé perfekt orchestriert: Am Samstag veröffentlichte sie ihre neue Single "Formation" bei YouTube, dann strahlte der Fernsehsender CBS ein Interview mit ihr aus (Interview bei YouTube). Der Schlusspunkt folgt noch: Denn heute wird sie beim Super Bowl auftreten.

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Die neue Single

Schon für ihr letztes Album hat Beyoncé kaum klassische Werbung gemacht: Ende 2013 veröffentlichte sie ohne Vorankündigung ihr fünftes Album auf iTunes, danach belegte es in vielen Ländern Platz 1 der Charts. Mit dem Erfolg damals muss sie ganz zufrieden gewesen sein. Jetzt stellte sie wieder überraschend einen Song ins Netz – und alle hören hin. (Hello Adele, kommt dir das bekannt vor?) "Formation" ist ihr erster eigener Song nach mehr als einem Jahr, er läuft bei YouTube und ist derzeit auch kostenlos als Download verfügbar.

In dem Video dominiert ein Thema: Polizeigewalt. Ein Junge tanzt vor Polizisten, später heben sowohl der Junge als auch die Polizisten die Hände, eine Erinnerung an die "Hands up, don't shoot"- Geste, Beyoncé räkelt sich auf einem Polizeiwagen im Wasser, mit dem sie gegen Ende des Videos untergeht.

In den USA sterben jeden Tag durchschnittlich 2,6 Menschen durch Polizeigewalt, berichtet die "Washington Post". So starb im Sommer 2014 in Ferguson der 18-jährige Schwarze Michael Brown durch mehrere Schüsse eines Polizisten. Danach demonstrierten Tausende gegen Rassismus, erst nur in Ferguson, später in ganz Amerika. In dem Video hinterlässt Beyoncé eine deutliche Botschaft: "Stop Shooting Us".

(Bild: Beyoncé / "Formation")

Streit gibt es wegen des Videos auch schon: Der Filmemacher Chris Black twitterte, in dem Clip würde Videomaterial von ihm auftauchen – ohne dass sein Name angegeben wird.

Er habe nichts dagegen, wenn seine Arbeit weiterverbreitet und gefeiert werde, sagte er "Mashable". Im Gegenzug müsse er aber wenigstens namentlich genannt werden. Beyoncés Team hat auf die Vorwürfe inzwischen reagiert. "Entertainment Weekly" teilten sie mit: “The documentary footage was used with permission and licensed from the owner of the footage. They were given proper compensation. The footage was provided to us by the filmmaker’s production company. The filmmaker is listed in the credits for additional photography direction. We are thankful that they granted us permission."

Das Interview

Schon lange hat Beyoncé kein Fernseh-Interview mehr gegeben. Mit CBS sprach sie jetzt über ihren Auftritt beim Super Bowl 2013, damals in New Orleans: "I knew I had to make the best of the moment", sagte sie jetzt. "It’s one of those magical performances you can’t recreate." Und: "I wanted it to be something iconic and something that people would never forget."

Revival: 2013 trat Beyoncé mit Destiny's Child beim Super Bowl auf. Die Band hatte sich 2005 getrennt

Revival: 2013 trat Beyoncé mit Destiny's Child beim Super Bowl auf. Die Band hatte sich 2005 getrennt (Bild: Reuters / Brian Snyder)

Der Auftritt

Sonntagabend wird sie mit Bruno Mars und Coldplay auf der Bühne stehen. In dem neuen Coldplay-Song "Hymn for the Weekend" singt Beyoncé beim Refrain mit. Das Video spielt in Mumbai, später wurde es deswegen im Netz von vielen kritisiert: Die indische Kultur sei oberflächlich bis falsch dargestellt. Denn Indien sei viel mehr mehr als Feuerspucken und Straßenmusik. (bento)

Das 50. Football-Finale (Denver Broncos gegen Carolina Panthers) werden am Sonntag Millionen Menschen verfolgen. Fun Fact: An diesem "Super Sunday" machen US-Pizzalieferdienste ein Drittel ihres Jahresumsatzes.

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