Bild: Jens Büttner / dpa / Montage:bento

Haha

NPD-Politiker will arabische Zahlen abschaffen, macht sich lächerlich

02.09.2017, 12:44 · Aktualisiert: 02.09.2017, 15:11

Im saarländischen Völklingen wird bald ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden. Zur Wahl steht dann auch Otfried Best, Mitglied der rechtsextremen NPD. Bei einer Podiumsdiskussion am vergangenen Mittwoch lachte ihn das Publikum schallend aus.

Was war passiert?

Best tappte in eine Falle, die ihm Uwe Faust von der örtlichen "Die Partei"-Gruppe gestellt hatte. In der Podiumsdiskussion richtete Faust das Wort an den NPD-Politiker und fragte:

"Herr Best, laut Baugesetzbuch, Paragraph 126, ist jeder Eigentümer verpflichtet, sein Grundstück mit der durch die Gemeinde vorgegebenen Nummer zu kennzeichnen. Jetzt ist mir erschreckend aufgefallen, dass in Völklingen viele Hausnummern mit arabischen Zahlen gekennzeichnet sind. Wie möchten Sie gegen diese schleichende Überfremdung vorgehen?"

Schon die Frage sorgte für Gelächter. NPD-Mann Best nahm sie trotzdem ernst und antwortete mit voller Inbrunst: 

"Da warten Sie ab, Herr Faust, wenn ich Oberbürgermeister bin, dann werd ich das ändern, und dann werden da normale Zahlen dran kommen."
Otfried Best

Hier könnt ihr das kurze Gespräch selbst hören: 

Simply The Best

NPD-Kandidat stellt sich der schleichenden Übernahme arabischer Hausnummern entgegen. Hurra! Rettet die normalen Zahlen! #SimplyTheBest #HassHilft http://www.huffingtonpost.de/2017/08/31/npd-partei-voelklingen_n_17877084.html

Posted by HassHilft on Friday, September 1, 2017

Falls du auch NPD-Politiker bist: 

"Arabische Zahlen" ist die Bezeichnung für die ganz normalen Ziffern von 0-9, die bei uns verwendet werden. Die Zähl- und Schreibweise kam vom heutigen Indien über den arabischen Raum zu uns. In Europa wurden diese Zahlen frühestens ab ca. 1200 verwendet, nachdem sie der italienische Mathematiker Fibonacci aus Algerien zurückbrachte

Bonuswissen für die nächste Podiumsdiskussion: Unsere Buchstaben nennen wir übrigens lateinisches Alphabet.


Gerechtigkeit

Leon tritt mit WhatsApp-Denkzetteln und Chatbot zur Bundestagswahl an

02.09.2017, 11:46 · Aktualisiert: 19.09.2017, 16:59

Leon Hahn sitzt am Ufer des Bodensees. Er ist 26 Jahre alt, das Hemd hellblau, die Ärmel hochgekrempelt, Dreitagebart. Sein Facebook-Messenger meldet sich. Er hat eine neue Nachricht.

"Guten Morgen, Herr Hahn. Wie sieht es Ihrer Meinung nach mit Europa aus?"

Hahn ist der Bundestagskandidat der SPD im Bodenseekreis. Jetzt ist die Europapolitik nicht gerade das, worauf er sich spezialisiert. Aber kein Problem: "Nur wenn wir es schaffen, durch die EU mehr Wohlstand und Sicherheit zu schaffen, können wir das europäische Friedensprojekt voranbringen."