Haha

Alle wollen seinen Insta-Namen. Jetzt redet "nico"

09.08.2017, 16:42 · Aktualisiert: 10.08.2017, 08:41

Nico Kaiser, 36, ist Softwareentwickler, im Nebenberuf Fotograf und hat vor Jahren einen Instagram-Account auf seinen Vornamen angemeldet: @nico. Eben diesen Account hätten nun auch viele andere Nutzer gern und machen ihm allerlei absurde Angebote für den knackigen Kurznamen.

Manche Nicos bieten ihm Geld, andere drücken auf die Tränendrüse. Einer bot dem Wahl-Wiener sogar vier Schafe für die Übertragung des Accounts an. Besonders skurrile Offerten sammelt Kaiser nun in seinem Blog "Can I have your Instagram Name?".

Das hat es mit Nico auf sich:

Herr Kaiser, wir hätten gern Ihren Usernamen.

Was bietet Ihr?

Was müsste man Ihnen denn anbieten?

Es ist nicht so, dass ich gar keinen Deal eingehen würde. Ich hänge nicht an dem Benutzernamen. Es bieten einige wirklich viel Geld, wobei sich nicht sagen lässt, ob da wirklich jemand mit dem Geldkoffer vor der Tür stünde. Momentan denke ich, dass ich den Namen aber gern behalten möchte. Die Deals, die vorgeschlagen werden, sind auch wirklich absurd. Unter anderem wollen die Leute den Account für einen Tag leihen. Was versprechen die sich davon?

Nicos witzigsten Anfragen in der Slideshow:

Nico Kaiser
Nico Kaiser
Nico Kaiser
Nico Kaiser
Nico Kaiser
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Warum wollen Leute denn überhaupt @nico heißen?

Ich habe eine Theorie. Es gibt eine japanische Manga-Serie, in der die Hauptdarstellerin ein Schulmädchen namens Yazawa Nico ist. Die hat eine große Anhängerschaft, die schreiben auch ihre eigene Fanfiction. Von meinen 3000 Followern interessieren sich vielleicht 300 dafür, was ich mache. Der Rest nennt sich dann "Nico1537" und geht auf diese Serie ab - oder will meinen Nutzernamen. Das Internet wird immer absurder.

Woher kam die Motivation, ein Blog mit diesen Anfragen aufzusetzen?

Pro Woche kommen bis zu 20 Anfragen. Viele habe ich sofort gelöscht. Aber irgendwann fing ich an, zu antworten. Nur für mich habe ich Screenshots von diesen Gesprächen gemacht und bei Tumblr gesammelt. Am Montag dachte ich dann, ich verlinke den Tumblr mal bei Facebook.

Welche Anfrage ist Ihr Favorit?

Auf den Hinweis "Lies meinen Profiltext" kam die Replik "Du zwingst mich zu gar nix, du Arsch." Ich wundere mich immer noch, wie unbedacht Leute via Social Media schreiben. Ich werde ja zum Teil übel beschimpft, aber wenn ich freundlich antworte, werden die Leute ganz kleinlaut.

Das teilt Nico sonst so auf seinem Account:

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Wenn ich auf unflätige Lesermails antworte, kommt oft ein "Oh! Tut mir leid, ich hätte nicht gedacht, dass jemand meine Mail liest!"

Das habe ich auch oft! Und ich denke mir: Was war denn deren Ursprungsplan? Wir beschimpfen uns, und der Gewinner bekommt den Account?

Was muss ich denn jetzt nun tun, damit Sie mir den Account geben? Überlassen Sie uns doch den Stress mit all den Anfragen und nennen sich "@nico12".

Eine Zeit lang habe ich überlegt, den Namen bei ebay zu verkaufen, aber das darf man nicht, denke ich. Aber ich hab vor Jahren tatsächlich mal jemanden angeschrieben und ihm die Domain kaiser.me abgekauft. Also ähnlich wie die Leute es bei mir auf Instagram versuchen, nur erfolgreicher.

Wie viel war Herr Kaiser bereit für die Kaiser-URL zu zahlen?

Das waren etwa 300 Euro. Das fand ich fair.

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


Gerechtigkeit

Warum Wahlumfragen besser als ihr Ruf sind – und wo sie trotzdem versagen

09.08.2017, 15:29 · Aktualisiert: 09.08.2017, 18:32

Seit Brexit und Donald Trump haben viele den Glauben an Umfragen verloren. Es stimmt ja auch: In beiden Fällen haben viele Institute vorher ein anderes Ergebnis vorhergesehen – aber es waren auch beides sehr knappe Entscheidungen.

Und bei der US-Wahl waren sie sogar sehr genau. Hillary Clinton wurden zuletzt 3,5 Prozent Vorsprung landesweit vorhergesagt, 2,1 Prozentpunkte waren es am Ende. Gewonnen hat trotzdem Trump wegen eines komplizierten Wahlmännersystems in den USA.