Bild: Hendrik Breuer

Haha

Das Ende der Langeweile. Findet das perfekte Spiel für euren Spieleabend!

20.05.2016, 19:00 · Aktualisiert: 20.05.2016, 15:13

Die Spiele unserer Jugend werden auch nicht jünger: "Die Siedler von Catan" ist mittlerweile mehr als 20 Jahre alt, "Zug um Zug" auch schon zehn und "Carcassonne" gilt ebenfalls als Klassiker. Zeit, dass beim nächsten Spieleabend mal etwas Neues auf dem Tisch landet. Zum Glück sind zuletzt ein paar spannende und lustige Spiele erschienen, bei denen die Interaktion zwischen den Spielern (und nicht langes Grübeln!) im Vordergrund steht.

Beantwortet acht Fragen und findet das perfekte Spiel für eure Runde!

Hier kannst du dir die möglichen Ergebnisse noch einmal in Ruhe anschauen:

Codenames

Zwei Teams treten gegeneinander an und versuchen, jeweils acht Begriffe von 25 ausliegenden zu identifizieren ("Gras", "Lotterie", "Berlin"). Ein Teamleiter kennt die gesuchten Begriffe und darf sie umschreiben, allerdings – und das ist der Clou – nur mit einem Wort und einer Zahl, wobei die Zahl angibt, auf wie viele der gesuchten Begriffe das genannte Wort zutrifft. Um zu gewinnen, muss man über Bande denken, sodass "Irland: 2" die Wörter "Schaf" und "Kobold" beschreiben kann und "Rendezvous: 3" vielleicht "Kerze", "Kino" und "Pumps" oder "Limousine" oder "Ring", wer weiß das schon so genau. Geniales Kommunikationsspiel für kreative Um-die-Ecke-Denker! Auf jeden Fall ein mögliches "Spiel des Jahres 2016".

(Heidelberger Spieleverlag, am besten mit sechs bis zehn Spielern)

"Codenames"

"Codenames" (Bild: Hendrik Breuer)

Pixelstücke

Gemalt, geknetet, gesungen, umschrieben, gepfiffen und geschauspielert wurde bei Partyspielen schon immer. Was es bislang noch nicht gab: Ein Spiel, bei dem man mit Pixeln Begriffe darstellt. "Pixelstücke" hat das Genre in diese Richtung erweitert und bietet einen weiteren großen Vorteil: Man muss kein künstlerisches Talent haben oder besonders extrovertiert sein, um zu gewinnen. Alles, was man draufhaben sollte, ist, mit vorgegebenen Pixeln auf seiner Magnettafel Gegenstände schneller darzustellen als die Mitspieler. "Pixelstücke" ist ein hoch kreatives und doch sehr eingängiges Spiel um die richtigen Pixel. Wer lange keine Partyspiele mehr gespielt hat oder diese noch nie mochte, sollte sich "Pixelstücke" auf jeden Fall ansehen.

(Asmodee, am besten mit fünf bis neun Spielern.)

King of New York

In "King of New York" kämpfen Manga-Monster um die Vorherrschaft in der Metropole am Hudson und versuchen, sich gegenseitig den Garaus zu machen. Dass dabei die gesamte Stadt in Mitleidenschaft gezogen wird, liegt in der Natur der Sache und stört wohl nur Hardcore-Pazifisten. Das Spiel funktioniert dabei fast so wie Kniffel, und das ist kein Witz. Man bekommt sechs Würfel und darf diese maximal drei Mal werfen, dann hat man sein Ergebnis vorliegen: zum Beispiel Tatzen, kaputte Gebäude oder Energiewürfel. Jetzt darf man andere Monster vermöbeln, Hochhäuser zerstören und die anrückende Armee plattmachen. Es ist großartig, welch tolles Spielerlebnis aus diesen einfachen Mechaniken entsteht. "King of New York" ist sowas wie die interaktive Brettspielumsetzung eines japanischen Comics!

(Heidelberger Spieleverlag, am besten mit 3-6 Spielern)

"King of New York"

"King of New York" (Bild: Hendrik Breuer)

Die unüblichen Verdächtigen

Das Spiel geht so: Zwölf Verdächtige sind zu einer Gegenüberstellung geladen und nur ein Zeuge (also ein Spieler aus der Gruppe) kennt den Täter beziehungsweise die Täterin. Die Verbrecherfotos liegen in einem Raster aus und die Mitspieler stellen dem Zeugen nun Fragen, die knapp mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Nach jeder Antwort müssen die Frager mindestens einen Tatverdächtigen ausschließen. Klingt unmöglich, oder? Man weiß ja nur, wie die Verdächtigen aussehen.

Was jetzt folgt, ist natürlich teilweise ziemlich fies, aber eben auch sehr ehrlich. Man hat ja meistens doch eine Vorstellung davon, ob die Täter nun Zeitung lesen, häufig auf der Sonnenbank liegen oder ihre Steuern pünktlich zahlen. Von Vorurteilen kann sich halt niemand freimachen. Gelegentlich wundert man sich über sich selbst. Ein sehr lustiges Partyspiel, und immer nur so p.c. wie die Leute, die es spielen!

(Heidelberger Spieleverlag, am besten mit vier bis zehn Spielern)

Isle of Skye

Wer wird König der Inneren Hebriden im rauen Norden Schottlands? Diese Frage bewegt im Versteigerungs- und Legespiel "Isle of Skye". Die Spieler puzzeln sich über sechs Runden jeweils ein kleines Clangebiet zusammen und versuchen, mächtiger als die anderen zu werden. Dazu müssen sie allerdings die passenden Plättchen ersteigern, die blöderweise häufig bei den Mitspielern liegen. Hier wird "Isle of Skye" raffiniert. Die Spieler legen jeweils die Preise für drei Plättchen fest, können aber nicht zu viel verlangen, da sie sonst selbst zahlen müssen. Eine kniffelige und hoch unterhaltsame Angelegenheit, ebenfalls ein heißer Kandidat auf den Titel "Spiel des Jahres 2016"

(Lookout Spiele, am besten mit drei bis fünf Spielern.)

"Isle of Skye"

"Isle of Skye" (Bild: Hendrik Breuer)

Cacao

Legespiele gibt es viele, aber keins ist wie "Cacao"! Zwar werden in jeder Runde Plättchen an eine Urwaldlandschaft angelegt, doch im Gegensatz zu ähnlich aussehenden Spielen wie "Carcassonne" entsteht kein Gesamtkunstwerk. Stattdessen haben die Spieler eigene Plättchen, die an jeder Seite unterschiedlich viele Arbeiter aufweisen. Diese Arbeiter werden nun so an allgemeine Plättchen angelegt, dass sie möglichst effizient die Aufgaben verrichten können, die auf den kommunalen Plättchen abgebildet sind; etwa Kakaobohnen ernten oder diese verkaufen. "Cacao" ist fantastisches klassisches Brettspiel mit dem Zeug zum modernen Klassiker.

(Abacusspiele, für zwei bis vier Spieler.)

Skull King

"Skull King" gibt es als Karten- und (neu!) Würfelspiel. Beide sind geniale Stichspiele mit Piraten, bei denen man in Runde eins nur eine Karte beziehungsweise einen Würfel in der Hand hält und in Runde zehn dann zehn. Was "Skull King" besonders macht, ist, dass die Spieler ansagen müssen, wie viele Stiche sie holen werden. Bekommt man mehr oder weniger Stiche als angesagt, gibt es Minuspunkte. Die Dramatik, dass man eine bestimmte Anzahl an Stichen gewinnen muss, ist phänomenal. Komme ich mit meiner roten Zehn durch (beziehungsweise mit meinem roten Würfel, der nur vier gute Seiten hat)? Und was ist mit Schwarz? Es gibt Extrakarten, die immer Trumpf sind, und überhaupt nichts zu gewinnen, kann auch sehr lukrativ sein. Das Würfelspiel ist etwas ganz Ungewöhnliches, das Kartenspiel kann man überallhin mitnehmen.

(Schmidt Spiele, am besten mit drei bis sechs Spielern.)

"Skull King"

"Skull King" (Bild: Hendrik Breuer)

Die fiesen 7

Das Spielprinzip ist super einfach: Reihum deckt jeder eine Gangster-Karte auf und legt sie offen auf einen Stapel. Beim Ablegen zählt man dazu von Eins bis Sieben hoch – und wieder runter. Soweit kann das noch jeder. Verwirrend wird es, weil einige Gangster stumm sind oder doppelt abzählen oder mit dem Handy telefonieren und spezialgelagerte Sondergeräusche machen. Man hat natürlich auch nur drei Sekunden Zeit, um überhaupt was zu sagen. Klingt nach einer langen Denkpause, ist es aber nicht, wenn man verzweifelt im Kopf durchgeht, welche Zahl denn jetzt dran wäre. "Die fiesen 7" ist ein fieser Hirnverzwirbler. Gestotter, Blackouts und Lachanfälle sind garantiert.

(Drei Hasen in der Abendsonne, am besten mit drei bis sechs Spielern.)


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