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Fühlen

Erst Fernbeziehung, dann gemeinsame Wohnung: Paare geben Tipps

24.08.2017, 11:37 · Aktualisiert: 24.08.2017, 13:38

Jeder, der in einer Fernbeziehung lebt, kennt so einen Tagesablauf: Morgens ein Küsschen per WhatsApp. In der Mittagspause schnell abklären, welchen Zug man für Freitag buchen soll. Am Abend dann das Telefonat: "Wie war dein Tag?" "Gut! Und deiner?" "Auch gut."

Irgendwann hat man dann genug davon, alleine einzuschlafen, alles am Telefon zu besprechen und zu Verabredungen am Abend allein zu gehen.

Doch die Umstellung von Fernbeziehung auf Zusammenziehen ist ein großer Schritt. Passt man im Alltag zusammen? Ist der andere doch ein Frühaufsteher? Blockiert er immer das Bad? Vermisse ich nach zwei Monaten doch ein eigenes Bett, in dem ich rumwühlen kann? Bislang hat man schließlich höchstens im Urlaub zwei Wochen nebeneinander geschlafen.

Hier erzählen vier Menschen, was man bei dem Start in der gemeinsamen Wohnung beachten sollte:

Susanne, 31, Journalistin, lebte zwei Jahre mit Christian, 29, auch Journalist, in einer Fernbeziehung. Jetzt haben sie eine Wohnung in Berlin.

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Wir haben uns in München kennengelernt und sind dann später für unsere Jobs nach Berlin und Regensburg gezogen. Nach zwei Jahren Beziehung haben wir uns dann eine gemeinsame Wohnung in der Hauptstadt gesucht. Das hat unsere Beziehung richtig beflügelt. Wir hatten die Wochenenden leid, an denen wir beide völlig ko von der Arbeitswoche und von der Fahrerei einfach nur auf dem Sofa abhingen.

Jetzt konnten wir plötzlich gemeinsam Sonntagabende verbringen, jeden Morgen nebeneinander aufwachen. Die ersten Wochen waren noch einmal eine Phase völliger Verliebtheit.

Mein Tipp: Zieht gemeinsam in eine neue Wohnung. So ist es dann für beide ein kompletter Neuanfang – gemeinsam Möbel kaufen, gemeinsam einrichten.

Wir kannten es nämlich auch anders. Zur Probe bin ich schon einmal zwei, drei Monate bei ihm in Regensburg eingezogen. Damals haben wir viel häufiger diskutiert. Schließlich hatte er sich in seiner Wohnung beziehungsweise seiner Welt schon eingerichtet. Und jetzt musste ich plötzlich darein passen, mich reinquetschen.

Er räumte seine Schubladen für mich frei. Ich brachte lauter Küchensachen mit. Das fühlte sich für beide komisch an: Er dachte, ich will seinen Kram schnell loswerden. Und ich musste mich zu sehr anpassen. Bei dem Start in einer ganz neuen Wohnung ist das anders.

Lana Petersen
Lana Petersen
Lana Petersen
Lana Petersen
Lana Petersen
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Paul, 21, Informatikstudent, und Julia, 21, BWL-Studentin leben jetzt zusammen in Leipzig.

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Eineinhalb Jahre sind wir zwischen Leipzig und Erfurt gependelt. Keine weite Strecke, aber trotzdem war es nervig. Als sie dann zu mir nach Leipzig kam, war das schon eine große Umstellung.

Sonst hatte man sich immer das komplette Wochenende für den Partner freigehalten, jetzt musste man den Alltag gemeinsam bewältigen. Wir achten darauf, dass wir jetzt nicht nur schnell gemeinsam zum Mittag oder zu Abend essen, sondern uns weiterhin besondere Momente schaffen. Und auch der gemeinsame Einkauf sollte nicht zu einer Selbstverständlichkeit werden, das muss man genießen.

Meist ist es ja so, dass nach der Fernbeziehung ein Partner in die Stadt des Anderen zieht. Mein Tipp: Es ist wichtig, den Partner in den eigenen Freundeskreis zu integrieren. Meine Freundin Julia kannte in Leipzig ja kaum jemanden, also habe ich sie immer auch mit zu meinen Verabredungen genommen. Meine Freunde sind jetzt auch ihre Freunde. Und neue Bekannte hat sie natürlich auch.

Jetzt geht Julia bald für ein halbes Jahr nach Neuseeland. Ich werde sie sehr vermissen.

Max, 29, Sales Manager, ist nach zwei Jahren Fernbeziehung mit Bianca, 31, Modedesignerin, in Berlin zusammengezogen.

(Bild: Privat)

Erst sind wir zwischen Braunschweig und Berlin gependelt, dann zwischen Braunschweig und Amsterdam. Wir haben uns immer abgesprochen bei den Städtewechseln, dachten aber in dieser Phase: Die Karriere geht erst mal vor. Jetzt haben wir uns für Berlin entschieden.

Ich bin der Überzeugung: Bevor man zusammenzieht, sollte man erst mal gemeinsam eine lange Reise unternehmen. Aber nicht so einen Strandurlaub auf Mallorca.

Wir sind nach Peru geflogen, drei Wochen, waren fünf Tage lang wandern, auf 3000 Meter Höhe. In so Extremsituationen lernst du deinen Partner noch einmal richtig gut kennen. Wenn alles nur noch wehtut, du Muskelkater hast, mit der Höhenkrankheit kämpfst, dann ist das Beste, was du als Partner tun kannst: ruhig bleiben, und dich gegenseitig pushen. Bei uns hat das geklappt. Danach wussten wir: Das mit dem Zusammenziehen läuft.

Man sollte sich ein Gefühl bewahren: Dieses Kribbeln, wenn du den anderen wiedersiehst. In einer Fernbeziehung ist man gewöhnt, am Bahngleis aufeinander zuzulaufen und sich zu freuen.

Sowas sollte man sich auch in der gemeinsamen Wohnung schaffen. Zum Beispiel am Abend bewusst verabreden und gemeinsam kochen. Wir erkunden am Wochenende auch gern gemeinsam neue Ecken in der Stadt.

Und was in der ersten Zeit auch hilft, um sich im Alltag aneinander zu gewöhnen: gemeinsam Möbel bauen und die Wohnung einrichten.

Weitere Tipps, die helfen, Konflikte vorzubeugen

Alex, 30, Jurist, lebt jetzt mit Corinna, 29, Lehrerin, in Schwelm bei Wuppertal zusammen.

(Bild: Privat)

Wir sind lange Zeit zwischen Wuppertal und Hannover gependelt. Wir wohnen erst seit April zusammen, aber es klappt bislang super.

Grundsätzlich waren wir uns schon mal über eines einig: Bei uns gibt es keine klassische Rollenverteilung, jeder ist für alles zuständig – waschen, bügeln, putzen. Das sollte man vorher auf jeden Fall absprechen, denn in einer Fernbeziehung erlebst du den anderen ja nicht wirklich im Alltag.

Wenn man in einer Fernbeziehung lebt, ist man ja gewohnt, unter der Woche nur das zu machen, auf was man selbst Lust hat. Wir behalten uns das bei. Für uns ist es auch ok, wenn der eine mal im Schlafzimmer ein Buch liest und der andere alleine Fernsehen schaut. Wir müssen auch nicht abends immer über unsere Arbeit reden, jeder darf die Ruhe genießen, ohne dass der andere hartnäckig nachfragt.

Wichtig ist uns also, dem Anderen seine Freiräume zu lassen, wie wir es ja auch schon aus der Fernbeziehung kannten.

Die Rituale sollten sich nicht plötzlich ändern, nur weil man zusammenwohnt. Was wir schon während der Fernbeziehung gern gemacht haben und uns auch heute noch beibehalten: Wir nutzen das Wochenende zur Entspannung, gehen in die Sauna oder gemeinsam lecker Essen.


Gerechtigkeit

Schon wieder tritt ein Trump-Mitarbeiter zurück – und hinterlässt eine Geheimbotschaft

24.08.2017, 11:09

Es läuft nicht so beim US-Präsidenten. Donald Trumps Pressesprecher haute ab, der Leiter des Kommunikationsteams musste gehen. Auch zwei Beratergremien für Infrastruktur und Wirtschaft wurden vergangene Woche von Trump aufgelöst, nachdem einige Wirtschaftsbosse zurückgetreten waren (Tagesschau). 

Dann trat der Kulturausschuss des Weißen Hauses zurück, ein Team aus Professoren, Schauspielern und Schriftstellern. Das Gremium war entsetzt über Trumps Äußerungen nach den rechten Ausschreitungen in der US-Kleinstadt Charlottesville (bento). In seinem Rücktrittsbrief versteckte das Team eine Geheimbotschaft, das Wort "Resist":