Fühlen

Warum hast du zuletzt so richtig geweint?

06.08.2017, 13:33 · Aktualisiert: 06.08.2017, 16:29

Still und nach innen hinein, laut und mit kräftigen Schluchzern: Weinen sieht ganz unterschiedlich aus. 

Manchmal schießen demjenigen Tränen in die Augen, der sich den Kopf stößt oder den Fuß klemmt – oder dem, der gerade eine unangenehme Ansage von seinen Eltern bekommt.

Und dann gibt es diese Situationen, in denen wahrscheinlich viele von uns weinen würden: Wenn ein geliebter Mensch stirbt, wenn eine Beziehung zerbricht, die uns lange begleitet hat.

Wenn wir eine Stadt verlassen müssen, mit der wir viel verbinden. Oder, wenn wir jemanden wiedersehen, den wir schlimm vermisst haben – auch vor Glück kann man weinen.

Egal, warum: Wenn uns die Tränen kommen, dann meistens, weil wir ein starkes Gefühl empfinden. 

(Eine Auswahl der Beiträge veröffentlichen wir auf bento.)

Tasha Tylee hat genau das in einem Kunstprojekt inszeniert. Sie hat Menschen fotografiert, die weinen:

Tasha Tylee
Tasha Tylee
Tasha Tylee
Tasha Tylee
Tasha Tylee
Tasha Tylee
Tasha Tylee
Tasha Tylee
Tasha Tylee
Tasha Tylee
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Auch andere Menschen, darunter Blogger und Visagisten machen aus Tränen Kunst – die kann dann auch schon mal glitzern:


Gerechtigkeit

Ministerpräsident ließ offenbar Rede von VW umschreiben

06.08.2017, 11:52 · Aktualisiert: 06.08.2017, 18:53

Der Fall zeigt, wie eng Politik und Autoindustrie in Deutschland zusammenarbeiten.

Stell dir vor, du wärst Ministerpräsident und müsstest eine wichtige Rede halten. Wichtiger Auftritt – wen lässt du vorher nochmal drüberlesen? Richtig, den Volkswagen-Konzern. So hat es sich jedenfalls der Mann überlegt, der tatsächlich Ministerpräsident von Niedersachsen ist: Stephan Weil (SPD).

Was hat der Ministerpräsident genau gemacht?

Er schickte seine Regierungserklärung vorab dem Autobauer zu. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Redenschreiber des Vorstandes hätten den Text dann "aufgehübscht". "Problematische Passagen" seien demnach gestrichen und "positivere Formulierungen" eingefügt worden.

Was sagt Weil dazu?

Er bestreitet nicht, dass er die Rede vorab an VW geschickt hat, sagt aber, es sei richtig gewesen, "dass ein von mir selbst geschriebener Entwurf einer Regierungserklärung VW zugeleitet wurde." Nur einige von Volkswagens Anmerkungen seien aber übernommen worden – nach Prüfung durch Weils Mitarbeiter. Der Kern der Rede sei derselbe geblieben. In einer aktuellen Erklärung der Staatskanzlei heißt es, die Absprache zwischen Landesregierung und Volkswagen über öffentliche Stellungnahmen etc. sei "seit einigen Monaten" beendet.

Die Darstellung in der "Bild am Sonntag" nennt die niedersächsische Staatskanzlei "grob verzerrend und irreführend". Die Staatskanzlei räumt aber ein, man habe "Pressemitteilungen, Erklärungen oder sonstige Veröffentlichungen" zur VW-Abgaskrise dem Konzern "regelmäßig zur Kenntnis gegeben" mit der "Bitte um Überprüfung auf faktische oder rechtliche Bedenken".

Die Begründung: Weil hielt die Rede am 13. Oktober 2015 im niedersächsischen Landtag. Zu diesem Zeitpunkt habe wegen der Diesel-Affäre um VW viel auf dem Spiel gestanden – "nicht zuletzt auch wegen der schwierigen Verfahrenslage in den USA". Das sei "mittelbar auch für das Land Niedersachsen von allergrößter Bedeutung" gewesen.  (SPIEGEL ONLINE)

Das Land Niedersachsen ist zweitgrößter Anteilseigner von Volkswagen, es hält 20 Prozent der Stimmrechte, der Porsche-Konzern hält gut 50 Prozent.