Fühlen

Christian hilft einsamen Menschen an Weihnachten – und die Reaktionen sind großartig!

23.12.2017, 14:13 · Aktualisiert: 23.12.2017, 16:28

Alleine sein kann manchmal ganz schön sein, aber es kann auch sehr weh tun – vor allem an Weihnachten, wenn einem überall vorgelebt wird, dass man jetzt doch bitte in liebevoller Gesellschaft sein sollte.

Doch was, wenn man einfach nicht weiß, mit wem man feiern soll?

In Deutschland verbringen knapp 2,5 Millionen Menschen das Weihnachtsfest allein, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2012 (GfK).

Zum Glück gibt es Menschen wie Christian. Der 32-Jährige aus Worms bringt Leute, die noch einen Platz an der Festtafel haben mit Menschen zusammen, die nicht allein sein wollen.

Christian arbeitet normalerweise als SAP-Berater. Seine komplette Freizeit steckt er aber gerade in die Feiertags-Vermittlung.

Christian arbeitet normalerweise als SAP-Berater. Seine komplette Freizeit steckt er aber gerade in die Feiertags-Vermittlung.

Unter dem Hashtag #keinertwittertallein sammeln sich auf Twitter gerade unzählige Hilfsangebote und auch einige Gesuche nach Gesellschaft. Doch das, was man öffentlich auf der Plattform lesen kann, ist nur ein Bruchteil dessen, was gerade geschieht.

Denn seit Christian seinen Ursprungstweet abgesetzt hat, laufen bei ihm Hunderte Nachrichten im Postfach ein.

Mit diesem Tweet hat alles begonnen:

"Ich habe fast 600 Nachrichten bekommen. Beide Handys, die ich besitze, stürzen regelmäßig ab, deshalb bearbeite ich die Nachrichten schon nur noch am Rechner", erzählt Christian gegenüber bento.

90 Verbindungen hat er inzwischen schon hergestellt, aber es gibt noch immer viele Suchende: Manche von ihnen sind Studenten, andere Rentner, einige musste Christian sogar ablehnen, weil sie noch nicht 18 Jahre alt sind. "Besonders viele Anfragen kommen von Menschen mittleren Alters. Häufig haben sie gerade eine Trennung hinter sich und wissen nicht, wohin", sagt Christian.

So funktioniert die Feiertags-Vermittlung:

Jeder, der mitmachen will, schickt Christian via Twitter eine Nachricht mit ein paar Angaben zur eigenen Person und dem Wohnort. Christian bringt dann zwei Menschen miteinander in Kontakt, die nah beieinander leben. 

Danach könne man sich erstmal mit Nachrichten "beschnuppern" und schauen, ob es passt, heißt es in den FAQ zur Vermittlungsaktion. Dann könne man sich verabreden.

"München und Hannover sind die Ausnahme."
Christian

Kurz vor Weihnachten steigt nun der Zeitdruck. "Ich sehe gerade, dass bei einigen nun die Torschlusspanik beginnt", sagt Christian, "viele merken jetzt, dass sie in den kommenden Tagen allein sein werden und melden sich bei mir. Ich hoffe, dass ich da auf die Schnelle noch viel vermitteln kann."

In den Großstädten und Ballungsgebieten gäbe es recht viele Angebote für das gemeinsame Feiern, sagt Christian. Die Ausnahme bilden München und Hannover. "Dort bieten sehr wenige Menschen an, jemanden für den Abend einzuladen." Am schwierigsten sei die Lage jedoch in ländlichen Regionen.

Wer also noch Platz am Essenstisch hat, der soll sich gerne noch spontan bei ihm melden. Am besten hier via Twitter.

In einigen Regionen würde übrigens weniger nach Gesellschaft an Weihnachten gesucht, sondern eher für Silvester – zum Beispiel in Hamburg, sagt Christian. Da seine Vermittlung noch bis Ende des Jahres läuft, sind auch diese Anfragen willkommen.

Manche denken, ich wäre eine Art Partnerbörse.
Christian

Doch nicht alle Anfragen passen zur Idee der Aktion: "Manche denken, ich wäre eine Art Partnerbörse", sagt Christian. Doch das sei falsch.

"Es geht mir vielmehr um den gesellschaftlichen Aspekt: Empathie, füreinander da sein und sich helfen", sagt Christian. Diese Menschen haben das verstanden:

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Die Idee für die Aktion hatte Christian schon im vergangenen Jahr. Damals war er selber frisch getrennt und verbrachte Heiligabend alleine zu Hause. Also holte er sich Unterstützung auf Twitter: Den ganzen Abend über schrieb er mit netten Menschen, denen es ähnlich ging oder die seine Situation ein bisschen schöner machen wollten.

Das lief so gut, dass der Hashtag #keinertwittertallein damals in den deutschen Trends noch vor Helene Fischers Weihnachtskonzert lag.

In diesem Jahr wollte Christian einen Schritt weitergehen und Menschen im echten Leben miteinander in Kontakt bringen. Und wie man sieht, läuft das bisher sehr gut. Unterstützt wird er bei der Organisation von seiner neuen Freundin – die er übrigens auch über Twitter kennengelernt hat.

Die beiden verbringen den Heiligabend zusammen und nehmen gerne noch jemanden bei sich auf. Bisher habe sich aus Worms allerdings noch niemand bei ihm gemeldet, sagt Christian. Aber das kann ja noch werden.


Style

Alle reden über #MeToo – und ein Designer entscheidet sich ausgerechnet für diesen Werbe-Clip

23.12.2017, 12:55 · Aktualisiert: 23.12.2017, 15:08

Das Jahr 2017 war geprägt von einer großen Debatte: Es ging um Männer und Frauen. Um Gerechtigkeit, um Macht und um Sexismus und sogar um sexuelle Gewalt. All das wurde gebündelt unter dem Hashtag #MeToo.

Und ausgerechnet in dieser Zeit entscheidet sich der Schuh-Designer Jimmy Choo für einen Werbespot, in dem das Model Cara Delevingne in Glitzer-Schuhen und rotem Minikleid durch New York läuft – während Männer sie anstarren und ihr hinterherrufen. 

Kein Wunder, dass sich darüber nun viele Menschen aufregen.