21.08.2017, 17:18 · Aktualisiert: 21.08.2017, 17:38

Wenn es um Sex und Liebe geht, ist meine Generation zwischen Extremen aufgewachsen: Auf der einen Seite sind wir sozialisiert mit der klebrig-süßen Fantasiewelt der perfekten Disney Paare, auf der anderen Seite sind wir die Ersten, für die Dating und Partnersuche nach knallhart kalkulierten Algorithmen via App und Internet eine Selbstverständlichkeit ist.

Tinder, Bumble und Grindr geben einem das Gefühl, dass die Anzahl der potenziellen Partner sich ins unendliche erstreckt.

Schon beim nächsten Wisch könnte man mit Mr. oder Ms. Right matchen. Oder eben nicht.

Auch wenn man drei Mal am Tag glaubt, den Beginn einer perfekten Romanze in der Hand zu halten sieht die Realität häufig ganz anders aus: Von ghosten* bis breadcrumbing*, eine Reihe neuer Wörter musste erst mal erfunden werden, um das teilweise bizarre Verhalten geschlechtsreifer Groß- und Kleinstädter zu beschreiben.

​Glossar:

  •  "Ghosting", beschreibt das plötzliche ignorieren einer Person, besonders über Social Media und Instant Message. Es ist das Beenden einer Beziehung oder Affäre durch das vermeiden einer Konfrontation, bei der eine Person einfach den Kontakt abbricht. 
  • "Breadcrumbing" (aus dem Englischen Breadcrumbs = Brotkrumen) beschreibt eine (romantische) Bekanntschaft, die nur hin und wieder belebt wird (in dem man sich "Brotkrumen" wie Nachrichten, Snaps, etc. schickt) um das eigene Ego zu füttern und Bestätigung zu erhalten. 

Viele gewöhnen sich an das schnelle Tempo, in dem man nicht unbedingt die Zeit aufbringen kann oder will jedes Date wirklich kennenzulernen bevor man nach ein oder zwei Treffen (oder Gläsern Wein) zusammen im Bett landet.

Das ist völlig ok – nur nicht für diejenigen, die sowas nicht gut können. Demisexuelle zum Beispiel.

Wer demisexuell ist, benötigt eine starke emotionale Bindung, um sich überhaupt sexuell angezogen zu fühlen. One-Night-Stands, Gelegenheitssex oder Celebrity Crushes sind für sie befremdlich.

Denn Demisexualität gehört zum Spektrum der Asexualität. Das reicht von Menschen, die überhaupt kein Interesse an sexuellen Handlungen haben, bis zu Menschen für die sexuelle Anziehung sehr bestimmten Regeln folgen muss.

Das wird von vielen natürlich als Prüderie oder noch schlimmer als Ausdruck einer besonders "weiblichen" Sexualität abgestempelt. Das Klischee, nach dem Frauen eine emotionale Bindung zu potenziellen Partner brauchen und Männer nur auf Sex aus sind, hält sich immer noch hartnäckig.

Mehr über Liebe, Sex und Anziehungskraft findest du in unseren Sexkolumnen:

Lana Petersen
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Um es einmal klar zu stellen: Demisexualität wird als "sekundäre sexuelle Anziehung" definiert. Das heißt es gibt hetero-, homo-, und bisexuelle Männer und Frauen, für die eine starke emotionale Bindung über die tatsächliche sexuelle Anziehung entscheidet. Die Orientierung stellt also ein zusätzliches Erfordernis bei der Partnersuche dar.

Denn nicht jeder versteht, dass das Warten auf geteilte Intimität keine persönliche Zurückweisung ist, sondern Teil einer sexuellen Identität.


Demisexuelle müssen ihre Bedürfnisse gegen den Zeitgeist durchsetzen,

gegen die immer schneller werdende Abfolge von potentiellen Partnern und gegen die unklaren Beziehungs-Zwischenzustände, dank denen Menschen über Jahre „it’s complicated“ als Beziehungsstatus stehen lassen können.

Und gerade deshalb ist es gerade in Zeiten, in denen das Suchen und Finden der Liebe so beliebig zu sein scheint, doch wunderbar erfrischend, dass es Menschen gibt, die für sich und ihre emotionalen Bedürfnisse einstehen. Denn ob demisexuell oder nicht, persönliche Grenzen zu ziehen und sich mit seinen emotionalen Bedürfnissen auseinanderzusetzen, täte sicher dem ein oder anderen Dating App User sicher gut.

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Gerechtigkeit

Warum Missy Elliott einen Südstaaten-General ersetzen soll

21.08.2017, 15:28 · Aktualisiert: 21.08.2017, 15:43

Get your freak on!

Eine Stadt im US-Bundesstaat Virginia könnte eventuell ein neues Wahrzeichen bekommen. Zumindest wenn es nach einigen Anwohnern geht. Denn die wollen nicht ständig die Überbleibsel der unschönen Vergangenheit ihrer Heimat vor Augen haben – sondern stattdessen lieber etwas, worauf sie wirklich stolz sind. Missy Elliott zum Beispiel.

In Portsmouth wurde daher eine Petition gestartet, die ein Südstaaten-Denkmal durch eine Statue von Missy Elliott ersetzen soll.