25.05.2018, 09:01 · Aktualisiert: 25.05.2018, 11:12

Wir müssen reden. Über das Vorspiel.

Ein Orgasmus ist super, da muss man nicht groß etwas erklären. Weniger super ist, dass die meisten Frauen keinen beim Sex haben.

Immer wieder liest man, dass Frauen beim Sex etwa 20 Minuten brauchen, um überhaupt zu kommen – wohingegen sie wesentlich weniger Zeit benötigen, wenn sie es sich selbst machen. Nämlich nur vier Minuten (The Establishment). Männer hingegen brauchen beim Sex nur zwei bis 10 Minuten, um zu kommen. Das Ganze wird mit dem unterschiedlichen Körperbau begründet, oder auch gerne mit dem Satz "das ist eben so“.

Das das eben nicht einfach so ist, zeigt die Journalistin Suzannah Weiss mit Hilfe zahlreicher Studien und Belege. (The Establishment)

"Wir müssen reden"

Die wöchentliche Kolumne von Kathrin Weßling. Denn: Wir müssen reden. Über einfach alles. Am meisten aber über die Themen, die gerade aktuell brennen. Das kann ein Shitstorm sein oder eine Liebeserklärung, ein Aufschrei oder ein Kopfschütteln – gesprochen wird über alles, was beschäftigt oder bewegt, nervt oder einfach gerade im Raum steht.

Das "Problem" sind nämlich nicht die Anatomie und dieser schwierige, schwierige Körper der Frau, der selbst im Jahr 2018 noch ein solches Mysterium ist, dass Männer kaum in der Lage sind, die weiblichen Genitalien auch nur korrekt aufzuzeichnen.

Die Wahrheit, sie ist so simpel wie unerhört:

Das Vorspiel richtet sich in den meisten Fällen nicht nach den Bedürfnissen der Frau, sondern nach denen des Mannes.

Dabei wäre es genau das Vorspiel, das sie zum Orgasmus bringen würde. Vielleicht sogar in vier Minuten.

Das ist etwas, das Männer nicht gerne hören. Es bedeutet, dass sie etwas daran ändern könnten. Ebenso, wie die Frauen selbst. Denn ändern lässt sich an "falschem" Vorspiel nur etwas durch Kommunikation.

Aber wie soll die funktionieren, wenn in den Köpfen der meisten Menschen steckt, dass das Ganze eben anatomisch begründet ist – und damit irgendwie okay, weil man am eigenen Körper ja schlecht etwas ändern kann?

Den besten Sex hatte ich immer dann, wenn ich darüber sprach: Was mag ich, was brauche ich und, so unangenehm es ist: Was mag ich nicht. Das konnte ich, weil ich meinen Körper mittlerweile ziemlich gut kenne und mir Statistiken egal sind.

Mal komme ich, mal nicht. Mal schnell, mal gar nicht.

Zum Glück hatte ich meist Partner, mit denen das Reden gut ging. Das war aber nicht immer so.

Wie jede Frau hörte ich unzählige Male in meinem Leben, wie schwierig das bei "uns Frauen" sei, wie kompliziert. Bei Männern sei das ja so einfach. Das Schlimmste: Das sagen auch viele Frauen.

Aber: Auch Männer werden durch diese 20-Minuten-Angabe unter Druck gesetzt. Brauchen sie nämlich selbst einmal länger als ein paar Minuten, stimmt vielleicht etwas nicht. Dass mit ihnen absolut alles okay ist und auch Männer oft durch Stress, Druck oder andere äußere und innere Faktoren nicht kommen können – das sagen diese Zahlen und Statistiken nicht.

Den besten Sex hatte ich immer dann, wenn ich darüber sprach: Was mag ich, was brauche ich
Kathrin

Was bleibt, ist Verunsicherung und zu wenig Kommunikation. Sexismus, der nicht mal bei der intimsten Sache der Welt Halt macht: die Frau, das komplizierte und kaputte Geschlecht, das irgendwie nicht so richtig funktioniert, wie es funktionieren sollte.

Dabei ist Sexualität und Begierde so individuell wie wunderschön. Und vor allem: Lust ist ein verdammtes Geschenk. Es ist ein Geschenk, dass wir es miteinander teilen dürfen. Und teilen sollten.

Lust ist ein verdammtes Geschenk
Kathrin

Der weibliche Orgasmus, er wird zu Unrecht mystifiziert und verkompliziert. Wir verstehen uns falsch, wenn wir glauben, dass Frauen einfach nur nicht so schnell kommen können. Sie können. Aber dafür muss man ihnen zuhören und zusehen. Man muss sie fragen und man muss sie machen lassen. Es muss doch der Wunsch jedes Menschen sein, dass der Sex mit der anderen Person für beide gleich schön ist.

Am Ende geht es also um Gleichberechtigung. Und so, wie Frauen nicht schwächer, langsamer oder dümmer sind als Männer, so sind sie auch nicht weniger kinky oder erregt. Wir alle sollten nichts auf die 20-Minuten-Ansage geben. Denn wir haben keinen Sex mit Statistiken, sondern mit Menschen. Jeder sollte den anderen genug achten und respektieren, um ihm den gleichen Spaß zu wünschen, wie sich selbst.


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Diese Bilder zeigen die braune Flut in Sachsen

25.05.2018, 08:59 · Aktualisiert: 25.05.2018, 10:40

Sachsen ist in der Nacht zum Freitag von einem heftigen Unwetter erschüttert worden. Die Regenfälle haben Ortschaften im Vogtland überflutet, braune Schlammmassen wurden auf Felder und Straßen gespült.

Aber Sachsen bekommt den braunen Dreck weg. 

In und um die Gemeinden Adorf, Bad Elster und Oelsnitz wurde die Feuerwehr seit Donnerstagnachmittag zu rund 250 Einsätzen gerufen, wie ein Sprecher der Leitstelle Zwickau am Freitagmorgen sagte. Alle Feuerwehren und das Technische Hilfswerk waren am Freitagmorgen nach wie vor im Einsatz. Die Bilder zeigen, was in Sachsen los ist: