Bild: Chiara Dollak

10.05.2018, 17:42

Die Vorher-Nachher-Bilder zeigen eine traurige Leere.

Wenn ein Mensch stirbt, hinterlässt er vor allem eins: Leere. Dort, wo er saß, lachte oder sprach, ist nichts geblieben außer Erinnerungen. Die sind wertvoll, aber sie ersetzen diesen Menschen nicht. Und sie verblassen.

Wie sich das anfühlt? "Schwer zu erklären", sagt Chiara Dollak. Die 25-Jährige hat im April ihren Vater verloren. Er starb an einer Nervenkrankheit, zuvor lag er zwei Jahre im Wachkoma. "Ich habe nie die richtigen Worte gefunden, um verständlich zu machen, wie ich mich fühle", sagt sie.

Deswegen startete sie das Fotoprojekt "Hallo Papa, bist du da?".

In der Bilderreihe hat die Fotografie- und Filmstudentin gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester alte Bilder aus dem Alltag nachgestellt. Dort, wo einst ihr Vater am Tisch saß, auf dem Sofa neben dem Hund oder beim Familienfoto an Weihnachten fehlt jetzt etwas. Er.

Vorher und nachher – so hat sich Chiaras Familie verändert:

Chiara Dollak
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Ihre Schwester habe glücklicherweise schon immer alles Mögliche mit ihrem Handy festgehalten, erzählt Chiara. In den vergangenen zwei Jahren habe sie diese und andere Bilder immer wieder durchgeschaut – aus dem Alltag, aus Urlauben.

Den Vater mit einem Becher Joghurt am Tisch oder im Auto mit einem Paket auf dem Schoß. Sie beide im Feld, beim Gassigehen mit dem Hund.

#nofilter

Werbeplakate, Fitness-Accounts, die Instagram-Storys von Khloé Kardashian: Ist hier eigentlich noch irgendwas echt? Unsere Fotoserie #nofilter zeigt Menschen, ohne bezahlte Partnerschaften und mit realistischen Problemen. Hier gibt es Bilder und Illustrationen, die wichtige Fragen stellen.

Chiara Dollak
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"Viele sagen, ihnen fällt so ein Verlust vor allem bei großen Ereignissen schwer", sagt Chiara. Bei Hochzeiten, Abschlussfeiern oder an Weihnachten. "Aber eigentlich fehlt er uns in jeder Situation." Als sie ihrer Mutter und Schwester von der Idee erzählte, seien beide sofort begeistert gewesen.

Die Leere dann aber auf dem Computer zu sehen, "das war krass. Und traurig." Aber sie sei auch erleichtert gewesen: "Es hat funktioniert. Ich konnte ausdrücken, wie ich mich fühle. Und es ist ein Andenken an meinen Papa, das ihn würdigt und zeigt, wie sehr er uns fehlt."

Chiara Dollak
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Chiara Dollak
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Mit den Bildern verarbeitet Chiara auch ihren Verlust. "Ich habe gelernt, dass ich mich und meine Trauer nicht verstecken muss."

Manche Freunde hätten das Thema komplett gemieden. "Vielleicht war es ihnen unangenehm, deswegen haben sie mich nicht gefragt. Vielleicht wussten sie auch nicht, was sie mich fragen sollen. Aber für mich ist es viel schlimmer, wenn andere so tun, als wär nichts", sagt Chiara. Der Tod sei sehr gefürchtet, aber indem man ihn verschweige, mache man es nur schlimmer.

"Ich finde, es wird in unserer Gesellschaft viel zu wenig über Tod und Trauer gesprochen. Dabei müssen wir alle irgendwann damit umgehen."

Die Bilder seien ihre Art, den Tod des Vaters, ihren eigenen Verlust und ihre Trauer zu thematisieren. Und sie haben auch eine Botschaft an andere:

Ich wünsche mir, dass jeder, der sich mein Projekt anschaut, seinen Liebsten sagt, wie froh er ist, dass es sie gibt. Man weiß nie, wann es zu spät dafür ist und irgendwann wird es das sein. Wisst zu schätzen, was ihr habt. Nichts ist selbstverständlich und Zeit ist vergänglich.

Was Chiara sonst noch fotografiert, kann man auf ihrem Instagram-Profil sehen.


Haha

Diese Tweets fassen den Vatertag perfekt zusammen

10.05.2018, 17:41 · Aktualisiert: 10.05.2018, 17:41

Und zeigen, was Veronica Ferres währenddessen so macht.

Es ist schon eine merkwürdige Tradition: Menschen treffen sich, um mit einem Bollerwagen voll Alkohol durch die Gegend zu ziehen und sich zu betrinken. Das ist ungefähr das, was man sich in Deutschland unter "Vatertags-Tour" vorstellen. Ob die Menschen, die ihren Feiertag damit verbringen, wirklich Väter sind, ist dabei eigentlich egal. 

Hier sind Tweets, die den Wahnsinn am Vatertag ganz gut zusammenfassen: