Bild: Madhvi Ramani

Fühlen

Welchen Tinder-Typen du in Berlin begegnest

04.10.2016, 10:48 · Aktualisiert: 04.10.2016, 14:17

Wenn es Tinder nicht gäbe, hätte ich keine Ahnung, wie sich Menschen in Deutschland kennenlernen. Ernsthaft: Sie lernen sich entweder schon in der Schule kennen und bleiben dann für immer zusammen – oder aber Freunde helfen beim Verkuppeln. Was es in Deutschland nicht gibt, sind Männer, die einfach mal flirten.

Ich komme aus London, lebe aber schon seit sieben Jahren in Berlin. In Großbritannien sind Kerle sehr offensiv. Deutsche hingegen würden es sich nie erlauben, dich in einer Bar oder einem Club anzusprechen, oder – Gott bewahre – gar auf der Straße. Es gibt nur diese eine kleine Sache, die deutsche Männer machen. Sie ist so dezent, dass ich sie viele Jahre gar nicht bemerkt habe.

Achtung: Deutsche Männer schauen dich an.

Das ist schon alles. Sie schauen. Aus den Blicken muss frau dann erraten, ob sich ein Flirt entwickeln kann.

Ich glaube, die deutsche Regierung wäre gut beraten, in Tinder zu investieren. Die Dating-App scheint mir die einzige Rettung zu sein, der deutschen Laune und Geburtenrate zu retten. Auf jeden Fall komme ich in Berlin fast nur noch mit Tinder voran.

Über die Autorin

Madhvi kommt eigentlich aus Großbritannien, lebt aber seit sieben Jahren in Berlin. Von dort aus schreibt sie auf ihrem Blog über die Hauptstadtbürokratie – und das merkwürdige Paarungsverhalten der Deutschen.

Und diese 5 Tinder-Typen treffe ich in Berlin immer wieder:

1. Die Riesen

So ziemlich jeder Kerl im deutschen Tinder schreibt seine Körpergröße ins Profil. Auf den Zentimeter genau. Und es gibt wahnsinnig viele 1,90-Typen. Wenn ich sie darauf anspreche, sagen sie, die Frauen würden immer danach fragen. Anscheinend gilt: Size does matter.

2. Die CEOs

Wenn man Tinder alles glauben darf, dann leben in Berlin vor allem Geschäftsführer. Seltsam, wo doch Berlin eigentlich chronisch pleite ist. Die meisten CEOs sind den Zwanzigern, sehen irgendwie ungepflegt aus und können keinen Satz ohne mindestens ein Emoji schreiben. Ich behaupte mal, die Herren Geschäftsführer sind vor allem Typen, die gerade ihr Start-up crowdgefundet haben und nun das Geld für Tischtennisplatten im Büro verjubeln.

Tinder-Storys auf bento:

Pixabay/RyanMcGuire
Randomhouse
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Lana Petersen
super awesome
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3. Die Typen in offenen Beziehungen

Viele Tinder-Männer geben als Beziehungsstatus "offen" an. Im Nicht-Tinder-Leben da draußen treffe ich hingegen nie Männer aus offenen Beziehungen. Was sagt mir das jetzt? Entweder ist die App ein Tummelbecken für die Polyamoren – oder für Lügner.

Ohne werten zu wollen: Auf vielen Fotos kann ich Eheringe erkennen. Oder schlecht beiseite retuschierte Partnerinnen. Wirklich Jungs?

4. Die Badezimmer-Schönlinge

Klassisches Tinder-Foto: Selfie im Bad. Und meistens nicht mal im eigenen Bad, sondern in einer öffentlichen Toilette. Warum machen das alle? Was ist daran attraktiv? Und wie geht das überhaupt? Wahrscheinlich gehen die Kerle mit ihren Kumpeln aus, sitzen so in der Bar und denken sich dann beim Gang zur Toilette: Hey, jetzt ein Foto!

Jedes. Einzelne. Andere. Foto auf der Welt wäre besser geeignet.

5. Die Sebastians und Christians

Das ist jetzt ein bisschen unfair, weil ich hier Berlin mit London vergleiche, aber: Ich vermisse die Vielfalt. Es gibt verdammt viele weiße Männer in Berlin und alle heißen entweder Sebastian oder Christian. Und dabei ist Berlin schon die bunteste Stadt Deutschlands.

Nicht, dass das schlecht ist – aber wenn du gerade mal keinen 1,90-Meter großen Sebastian oder Christian willst, der als CEO in einer offenen Beziehung lebt, ist es wirklich schwer in dieser Stadt.

Im Slider: Der Australischer George Downing, 22, hat all seine Tinder-Dates im Schlafzimmer fotografiert

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Unbekannte verüben Anschlag auf Büro von populistischer CDU-Abgeordneten

04.10.2016, 08:37 · Aktualisiert: 04.10.2016, 09:44

Das Leipziger Wahlkreisbüro der CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla ist Ziel eines Anschlags geworden. Bereits zum zweiten Mal. Unbekannte beschmierten in der Nacht zum Dienstag die Fassade mit einer teerähnlichen Flüssigkeit, warfen vier Fenster ein und verwüsteten das Büro, teilte die Polizei mit. Hinweise auf einen Täter gebe es bislang nicht. (SPIEGEL ONLINE)

Schon einmal war Kudlas Büro Ende August auf die gleiche Weise angegriffen worden.

Auf der linken Plattform linksunten.indymedia war im Anschluss ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin begründen die mutmaßlichen Täter den Angriff mit Kudlas Rolle beim Flüchtlingsdeal mit der Türkei: "Sie hat als einzige Bundestagsabgeordnete überhaupt die Armenienresolution abgelehnt – um den dreckigen Flüchtlingsdeal zwischen EU und der Türkei nicht zu gefährden."