Bild: YouTube/Simone Giertz

14.05.2018, 15:45 · Aktualisiert: 14.05.2018, 16:35

"Ich wäre ein ziemlich krasser Augenklappenträger"

Sie lässt sich die Haare von einer Plastikhand waschen, von einer ferngesteuerten Greifzange die Nägel lackieren und von einem Roboterarm Suppe servieren: Im Netz ist die 27-jährige YouTuberin Simone Giertz als "Queen of shitty robots" bekannt, eigentlich unterhält sie ihre Abonnenten mit selbstgebauten Robotern, die ihre Sache eher schlecht als recht machen.

Jetzt hat die Schwedin, die mittlerweile in den USA wohnt, mit ihren Fans wesentlich ernsteren – und traurigeren Inhalt geteilt: Sie hat einen Hirntumor. Die Nachricht kam plötzlich, zwischen all den lustigen Videos wirkte der Titel des Clips ("I have a brain tumor") zunächst gar wie ein Scherz. Doch es ist keiner:

"Ihr habt den Titel gesehen, ihr habt das Video gesehen, ihr wisst, was los ist", mit diesen Worten fängt sie an, über ihre Erkrankung zu sprechen. Ihr sei während einer MRT-Untersuchung ein Tumor in Golfballgröße in der rechten Hirnhälfte diagnostiziert worden. Der Tumor sei wahrscheinlich nicht bösartig, einer Operation müsse sie sich Ende Mai dennoch unterziehen, weshalb es auf ihrem Kanal etwas ruhiger werden würde.

Etwa ein Jahr sei ihr Augenlid angeschwollen gewesen, es habe sie aber nicht weiter gestört, weil sie es für ein Symptom einer nervigen Allergie hielt – bis das Auge in den vergangenen Wochen immer stärker schmerzte.

"Die gute Nachricht ist: Ich werde wohl nicht sterben."

"Ich werde für eine Weile weg sein und es gibt eine Menge schlimmer Sachen, die passieren könnten. Ich könnte auf dem rechten Auge blind werden oder alle Muskelfunktionen um das Auge verlieren. Ich könnte eine Gesichtslähmung bekommen. Ich könnte Anfälle bekommen oder einen Hirninfarkt. Wirbelsäulenflüssigkeit könnte mir aus der Nase fließen – ich weiß, ihr hättet nicht gedacht, dass dieses Video noch sexy werden könnte."

Durch die Erkrankung sind für sie viele Probleme plötzlich nebensächlich geworden.

"All diese Dinge sind außerhalb meiner Kontrolle, und ich versuche die Tatsache als perfekte Gelegenheit zu sehen, mich darin zu üben, mir nicht um alles Mögliche Sorgen zu machen. Sie werden mir den Schädel aufschneiden und wir werden nicht wirklich wissen, wie es war, bis ich wieder aufwache. Mit so etwas konfrontiert zu sein, hilft wirklich, viele Sachen in die richtige Perspektive zu setzen. [...] Dinge, um die ich davor besorgt war, fühlen sich jetzt so klein an."

Ihre Familie, ihre Freunde und die vielen Fans helfen ihr, die schwere Zeit zu überstehen.

Die vergangenen drei Jahre seien die schönsten ihres Lebens gewesen, das Video sei jedoch kein Abschied – sie plane nämlich, "super gesund zu werden und weiterhin in der Lage zu sein, beschissene Roboter zu bauen" und Videos zu drehen.

Simone lässt sich davon nicht unterkriegen - und versucht, dem Tumor mit Humor zu begegnen - er sei für sie wie eine komödiantische Goldmine. #tumorhumor

Für den Fall, dass sie ihr rechtes Auge verliert, entwirft sie sogar schon Augenklappen, weil sie ein "ziemlich krasser Augenklappenträger" wäre, wie sie sagt. Außerdem sei ein Hirntumor eine super Ausrede, um unerwünschten Verabredungen zu entkommen.

"Möchtest du nicht zum Essen rüberkommen?" – "Hmm, tut mir leid, aber ich habe einen Hirntumor."
Simone Giertz

Kurz nachdem das Video online war, trendete #tumorhumor auf Twitter. Unter dem Hashtag solidarisieren sich zahlreiche Fans und Kollegen mit Simone, erzählen ihre eigenen Geschichten und Witze zum Thema.

"Ich werde dir jetzt meinen einzigen Tumorwitz erzählen: Mach dir keine Sorgen um diesen Tumor. Das ist alles nur in deinem Kopf."
"Und ja, sie hat einen Hirntumor. Aber sie wird ihm in den Hintern treten. Außerdem habe ich, für den Fall, dass sie ihr Auge bedecken muss, schon an einigen schlechten Cyborg-Augenklappen für sie gearbeitet..."
"Ich habe meinen Tumor erst vor wenigen Monaten besiegt. Wenn ich das konnte, kannst du es auch! Viel Glück!!"
"Hirntumor, mh? Das erklärt einige deiner Roboterideen. #tumorhumor Dieser schreckliche Witz tut mir wirklich leid, aber wenn du auch nur für eine Sekunde gelacht hast, habe ich mein Ziel erreicht. Wir sind mit dir, du bist toll!"
"'Hey, kannst du mir am Sonntag beim Umzug helfen?'
'Oh, ja..sorry, ich würde liebend gern, aber @SimoneGiertz hat einen Hirntumor, also..tut mir leid.'
Hmm, ich glaube ich verwende diese Entschuldigung nicht richtig."
"Hey @SimoneGiertz, mach weiter mit dem #tumorhumor. Das war das Einzige, was @jeanniegaffigan und mich durch ihre Hirn-OP im vergangenen Jahr gebracht hat. Kontaktier uns gerne, wenn wir irgendwie helfen können."

Auch Simone selbst macht mit:

"Ich habe gerade viel im Kopf, ok?"

Linkedin wollte sie nochmal an ihr Schicksal erinnern.

Ihre Fans unterstützen sie aber nicht nur mit Tweets, sondern auch mit Geschenken und Spenden. Sie sei während der Behandlung zum Teil darauf angewiesen, die Kosten seien sehr hoch.

Für den Zuspruch und die Unterstützung bedankte sie sich:

(Bild: Patreon/Simone Giertz)


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