Bild: Lana Petersen

Fühlen

Good Vibrations: Lasst uns über Sextoys reden

26.05.2016, 17:16 · Aktualisiert: 26.05.2016, 18:32

Für ihren ersten Vibrator hat sich unsere Sexkolumnistin allerdings noch geschämt.

Erst nach dem Sex fiel meiner guten Freundin auf, dass sie den ganzen Nachmittag keinen Schal getragen hatte. Sie brauchte ihn aber wegen ihrer Erkältung. Also griff ich nach dem Tuch, das die ganze Zeit schon neben ihrem Bett lag. "Nimm doch einfach das", sagte ich und reichte es ihr. Sie guckte mich an, als hätte ich einen guten Witz gerissen, und lachte auf.

Ich merkte zwar, dass mit diesem Tuch irgendwas nicht stimmte – nur was?

Dann sah ich es selbst: Der Schal verdeckte an die zehn Sextoy-Schachteln, alle von der gleichen Marke. Hübsch verpackt und ordentlich drapiert, wie in einem Schaufenster, lagen sie neben ihrem Bett. Ich musste lachen. Auch jetzt noch, Wochen später, müssen wir schmunzeln, wenn wir daran denken.

Über unsere Sex-Kolumnistin Gul

Gul ist Mittzwanzigerin, Großstädterin und gender/queer. Das heißt: Gul steht auf Frauen, Lesben, Femmes, Bois, Butches, Femmebois, Agenders und andere Personen, die spielerisch mit ihrem Gender umgehen.

Ich selbst nutze Sextoys ebenfalls, manchmal für mich allein, manchmal auch mit Freunden oder Freundinnen. Wenn ich oder wir uns etwas Neues kaufen, sprechen wir offen darüber, was uns gefallen oder interessieren würde.

Ich habe mir bereits eine Fake-Version des "Magic Wand" gekauft, dem wahrscheinlich berühmtesten Vibrator aus Pornos und Popkultur. Als ich meinen Freundinnen davon erzählt habe, haben sich mindestens drei von ihnen den gleichen bestellt – nachdem sie sich meinen bei mir zu Hause angeschaut haben. Der "Magic Wand" sieht aus wie ein großes Mikrofon aus den Neunzigern, bei dem der Kopf sehr stark vibriert.

Ob Vibratoren, Dildos, Analplugs (spezielle Dildos für den Po), ob Peitschen, Bondage-Tape zum gegenseitigen Festbinden – oder aber auch Harnessen, mit denen man Dildos am Körper befestigt: All das sind Gegenstände, die meine Freundinnen und ich mittlerweile ganz selbstverständlich benutzen. Nur selten kommt es vor, dass es jemandem wirklich unangenehm ist zuzugeben, auf Sextoys zu stehen.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass einige Menschen Sexspielzeuge immer noch mit etwas Schmuddeligem, Unhygienischen verbinden.

Das ist allerdings totaler Quatsch. Unhygienisch ist das Spielzeug nur, wenn es vor Benutzung nicht gereinigt wird. Zudem empfiehlt es sich, ein Kondom überzustülpen, wenn man es gemeinsam benutzt. Das ist nicht nur total einfach, es schützt auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Letztendlich hilft es aber auch, wie so oft, einfach über das Thema zu sprechen. Ich packe zum Beispiel niemals kurz vor dem Sex einfach ein Spielzeug aus und bestehe dann darauf, dass wir es anwenden. Ich frage vorher.

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Ich selbst gehe auch noch nicht lange so selbstbewusst mit Sexspielzeug um. Mein erster Vibrator war ziemlich billig und so unangenehm verpackt, dass ich das Paket zum Entsorgen in kleine Stücke zerriss und zwei Häuserblöcke weiter im Altpapier verschwinden ließ.

Ich wollte auf gar keinen Fall mit dieser blonden Frau in Verbindung gebracht werden, die breitbeinig auf der Schachtel abgedruckt war und obszön ihr Gesicht verzerrte. Seither kaufe ich nur noch hochwertigere Sextoys, immer ohne krebserregende Weichmacher und bestehend aus weichem, pflegeleichtem Silikon.

Ich freue mich immer, wenn ich andere über Sextoys sprechen höre, weil ich es total wichtig finde, dass man einfach geradeheraus von seinen Vorlieben erzählen kann. Deswegen würde ich mir wünschen, dass es Sextoys grundsätzlich auch in Drogerien zu kaufen gibt – auch das könnte den Umgang damit normalisieren. Auf dass irgendwann jeder zu seiner Vorliebe für Peitschen, Nippelklammern oder Vibratoren stehen kann.

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