Bild: Lana Petersen

Fühlen

Sex während der Periode? Sollten wir öfter machen

23.12.2015, 14:26 · Aktualisiert: 05.10.2016, 16:01

Ich lernte Maik in einem Club kennen. Wir tanzten, wir knutschten und irgendwann war klar, dass wir gemeinsam nach Hause fahren wollen. Als ich ihm jedoch durch die laute Musik ins Ohr schrie, dass ich meine Tage habe, wir aber trotzdem gern zu mir fahren könnten, wich er angewidert zurück. Er wollte nicht und fuhr kurz darauf mit dem Taxi davon.

Ob es daran lag, dass ich die Info um meine Periode mit ihm teilte und er das lieber nicht gewusst hätte oder daran, dass es nach langem Geknutsche auf der Tanzfläche nun doch nicht zum Sex kommen würde, weiß ich bis heute nicht. Aber ich war ganz schön sauer, als ich am nächsten Tag in Ruhe darüber nachdachte.

Er hatte mich allen Ernstes zurückgewiesen. Obwohl er eigentlich an Ort und Stelle bereit war, mit mir ins Bett zu gehen. Und dann besaß er auch noch die Unverfrorenheit, es so aussehen zu lassen, als wäre das meine Schuld. Und warum? Weil bei mir ein Mal im Monat manchmal schmerzhaft und vor allem ungefragt die Natur zuschlägt.

Blut ist ein natürlicher Schmierstoff, Sex während der Periode kann krampflösend sein. Und Männer dürften doch auch keinen großen Nachteil verspüren, wenn sie mit einer Frau schlafen, die ihre Tage hat. Oder? Sex ist Sex!

Die Periode gehört zur Frau. Jeden Monat verliert sie 70 Milliliter Blut durch die Menstruation, das sind umgerechnet zwei Esslöffel pro Tag – und auf das ganze Leben gerechnet etwa 30 Liter. Liebe Männer, was meint ihr, wie viel da beim Sex wirklich an eurem Penis hängen bleibt? So gut wie gar nichts.

Blut ist ein natürlicher Schmierstoff, Sex während der Periode kann krampflösend sein.

Hat man während der Periode Sex, kann es matschig werden. Aber Sex ist doch immer ein Austausch von Körperflüssigkeiten – die meisten sind schleimig, manche farbig, und manche eben auch blutig. Wie kann man sich da ausgerechnet vor Menstruationsblut ekeln?

Ich gebe zu, eine Sache nervt am Periodensex: die Vorbereitung. Denn wem seine Laken lieb sind, der sollte tatsächlich lieber was drunterlegen. Das vergesse ich im Eifer des Gefechts oft und habe deswegen schon gegen so manche Schmierflecken kämpfen müssen. Auch wenn es wenig ist: Getrocknetes Blut auf heller Wäsche ist leider hässlich. Aber: Bisher hat sich jedes eingesaute Betttuch gelohnt.

Und deswegen empfinde ich es als frech, Menstruationssex kategorisch auszuschließen – so wie Maik. Natürlich habe ich darüber nachgedacht, dass eben jeder so seine Vorlieben hat. Mein Freund Tobi will kein Anal. Ich finde übertrieben harte Facefucks scheiße. Und Clubjunge Maik will eben keinen Sex mit Blut. Jedenfalls nicht mit mir.

Während ich eine Abneigung gegen Anal aber verstehen kann, weil man es da mit möglichen Schmerzen und äußerster Vorsicht zu tun bekommt, kann ich eine Ablehnung von Menstruationssex weniger nachvollziehen:

Sex ist immer ein Austausch von Körperflüssigkeiten.
  • Infektionsgefahr? Stimmt. Nimm ein Kondom und halt dich sauber!
  • Blut am Penis? Geh’ halt duschen. Wasser bewirkt Wunder!
  • Komischer Geruch? Selbst wenn: Komischer Geruch ist in diesem Fall eben auch natürlicher Geruch. Und der gehört eben zum Leben dazu.
  • Blöde Vorbereitung? Meinetwegen. Aber: Ein Bett lässt sich auch vorbereiten, wenn der Partner noch gar nicht da ist. Und nicht nur kurz vorm Sex.

Für mich jedenfalls steht seit dem Abend im Club fest, dass ein Mann, der mich nicht während der Periode nimmt, mich auch sonst nicht nehmen wird. Ich blute eben manchmal. Deal with it!

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