Fühlen

Ein echter Mann merkt, wenn sie nicht will

03.02.2016, 17:14 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:26

Ganz sicher.

Aaron war mit seiner Ex-Mitbewohnerin feiern. Als sie sehr betrunken war und gehen wollte, nahm er sie mit zu sich nach Hause. Obwohl er wusste, dass sie einen Freund hat, begann er, sie zu küssen. Es gab sexuelle Handlungen gegen ihren Willen. "Ich spürte seine Berührungen und war wie gelähmt", schreibt sie auf bento darüber.

Lieber Aaron, dazu vier Dinge:

1. Du bist echt armselig.

Hast du eine Ahnung, was sexueller Missbrauch in einem Menschen kaputtmachen kann? Hast du gelesen, dass sie FAST TÄGLICH an diese schreckliche Nacht zurückdenkt?

Max Varon berichtet an dieser Stelle ab sofort von den Abenteuern seines Sexlebens, von seiner männlichen Perspektive auf Beziehungen und Freundschaft, von Orgasmen und Frauenbildern. Lese hier noch mehr Sexkolumnen, die auf bento erschienen sind.

Du magst dir alle möglichen Ausreden zurechtgelegt haben, warum du sie nicht missbraucht hast. De jure stimmt das vielleicht sogar. De facto hast du genau das getan. Und ihr so mit das Schlimmste angetan, was einer Frau passieren kann.

Damit wir uns hier richtig verstehen: Ich habe in meinem Leben auch ein paar Erfahrungen mit Frauen gemacht. Mit Jungfrauen und mit erfahrenen Frauen, bei One-Night-Stands und in längeren Beziehungen, mit schüchternen Mädchen und extrem extrovertierten. Manche wollten mit mir schlafen, manche nicht. Aber ein "Missverständnis" darüber gab es nie.

2. Man merkt, was eine Frau nicht will. Punkt.

Dir ist erst danach klargeworden, dass sie es nicht wollte? BULL! SHIT!

Auf dem Weg zwischen Anlächeln und Geschlechtsverkehr gibt es so viele Anzeichen, die dir zu denken geben könnten. Um nur ein paar davon zu nennen:

  • Sie erwidert deinen Kuss nicht so richtig?
  • Sie zögert, dich mit nach Hause zu nehmen?
  • Sie hebt ihre Arme nicht, wenn du ihr das Top ausziehen willst?
  • Sie schiebt deine Hand weg, wenn du ihr in den Schritt fasst?

Jede dieser Situationen sollte dich zögern lassen. Suche Augenkontakt. Frag sie. Gerade, wenn das euer erstes Mal wäre. Gerade, wenn sie betrunken ist. Gerade, wenn du betrunken bist.

Ein "Missverständnis" über Sex gibt es nicht.

Manche Frauen werden dir deutlich sagen, was sie wollen. Andere nicht. Beide haben ein Recht auf sexuelle Unversehrtheit.

3. Die etwas direkte Frage, ob sie Sex will, kannst du elegant umgehen.

Beim Flirten oder auf der Tanzfläche sind ihre Signale vielleicht nicht so eindeutig (Ganz ehrlich: Auch dort kannst du meist schon erkennen, ob sie auf dich steht oder nicht). Je näher ihr aber dem Bett kommt, desto eher ist das nur eine billige Ausrede.

Musstest du schon mal einen total besoffenen Freund ins Bett bringen? Dann weißt du, wie schwer es ist, jemanden ohne seine aktive Mithilfe auszuziehen. Wenn sie auf ihrer Unterhose liegenbleibt und die Beine ausstreckt, musst du sie ihr schon gewaltsam runterziehen. Next Stop: Rapeland.

Sie hat dich mit heimgenommen, ihr seid nackt. Woher sollst du da noch wissen, dass sie doch keinen Sex will? Ganz einfach: Die Fragen "Hast du ein Kondom?" oder "Soll ich ein Kondom holen?" sollten gerade bei einem One-Night-Stand eh irgendwann kommen und erfüllen die Funktion von "Wollen wir miteinander schlafen?" gleich mit.

Ich habe zu Frauen öfters gesagt, dass wir auf keinen Fall miteinander schlafen werden, wenn sie das nicht will. Manche fanden das tatsächlich süß, irgendwie gentlemen-like.

Wenn ihr kein Kondom benutzt, auch kein Problem: Wenn du sie mit deinem erigierten Penis vorsichtig im Intimbereich berührst, wird sie ihn irgendwann selbst einführen. Oder eben nicht. Doch: When in doubt, leave it out.

4. Sei dir zu schade für Sex, den sie nicht will.

Keine Liebesgeschichte beginnt mit: "Ich wollte keinen Sex mit ihm." So beginnen Aussagen in Vergewaltigungsprozessen. Viele werden nicht verurteilt, auch weil Frauen im Nachhinein schwer beweisen können, dass sie ausreichend Gegenwehr geleistet haben.

Gerade deshalb braucht es einen Ehrenkodex unter Männern: Sex zu erzwingen, ist unter unserer Würde. Hast du schon mal etwas verschenkt, das dem Geburtstagskind überhaupt nicht gefällt? Ein mieses Gefühl, oder? Und hier geht es nicht um irgendein Motto-Shirt. Hier geht es um ihren Körper.

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