Fühlen

Warum wir öfter Sex mit Freunden haben sollten

27.04.2016, 16:47

Ich stehe oft auf Freundinnen und Freunde. Ich bin dann nicht verliebt in sie, sondern einfach ein bisschen verknallt. Viele meiner Freunde finde ich anziehend, heiß.

Das hat zwei Gründe: Einerseits sind meine Freunde einfach tolle Personen mit starken Persönlichkeiten. Nicht alle empfinde ich als sexy, manche sind einfach nur unglaublich süß. Ich finde sie auf unterschiedliche Weise attraktiv, mal ist es rein körperlich, mal mag ich ihr geistiges Wesen sehr, oft vermischt sich das auch.

Der andere Grund ist, dass queere Communities nicht gerade dafür bekannt sind, unüberschaubar zu sein. Oft kennen sich alle untereinander – zumindest vom Sehen. Verknallt man sich, kann es also schnell passieren, dass die Person der Ex deiner Ex ist oder gar deine Mitbewohnerin.

Wenn ich mich verknalle, kommt auch meistens was dabei raus: Ich hatte schon oft was mit Freunden. Mal beim Flaschendrehen, mal betrunken auf Partys, mal nach dem Eingeständnis, dass man irgendwie voll aufeinander steht.

Über unsere Sex-Kolumnistin Gul

Gul ist Mittzwanzigerin, Großstädterin und gender/queer. Das heißt: Gul steht auf Frauen, Lesben, Femmes, Bois, Butches, Femmebois, Agenders und andere Personen, die spielerisch mit ihrem Gender umgehen.

Und auch, wenn man es vielleicht nicht denkt: In vielen queeren Freundeskreisen gibt es ständig diese Liebeleien.

Es klingt unkonventionell, doch oft besteht zwischen den Leuten aus diesen Freundeskreisen eine sexuelle Spannung, die alle spüren. Blicke, Berührungen, zweideutige Gespräche, die intensiv sind und dazu führen, die befreundete Person nicht nur als Kumpel zu sehen, sondern sehr zu begehren. Diese Spannung kann man schnell herunterpegeln, in dem man sie einfach rauslässt, ein bisschen miteinander rumknutscht.

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Manchmal hält die Spannung aber auch länger, dann gehen wir Affären oder gar Beziehungen ein.

Das Gute ist: Gehen die irgendwann wieder vorüber, ist es meistens möglich, anschließend auch wieder ganz normal befreundet zu sein.

Früher dachte ich, dass Freundschaften durch romantische Gefühle zerstört werden können. Ich dachte: Entweder, man ist befreundet oder eben zusammen.

Heute weiß ich, dass man keine Beziehung in dieses Entweder-Oder-Modell quetschen kann. Dafür sind sie viel zu komplex. Mit manchen Freunden ist man eben befreundet, mit manchen kuschelt man, badet – warum nicht, wenn es beide wollen, sich einig sind, dass das so klar geht?

Wir wussten immer, dass alle gleicher Meinung sind.

Mit manchen meiner Freunde hatte ich also auch Sex. Zum Teil auch zu dritt. Es war richtig schön: Wir wussten aus früheren Gesprächen, was dem Gegenüber gefällt. Außerdem wussten wir immer, dass alle der Meinung sind, dass man miteinander schlafen kann, ohne direkt eine Beziehung einzugehen, ganz offen und ehrlich, ohne, dass seelische Verletzungen entstehen.

In einem einzigen Fall passierte es mir dann doch: Ich verknallte mich nicht nur, ich verliebte mich. Ich stand über ein Jahr lang auf eine meiner Freundinnen, versuchte immer wieder, irgendwie bei ihr anzukommen. Ein bisschen klappte das auch: Wir hatten ein Date, wir knutschten, ich ging zu ihr nach Hause.


Doch ich wollte mehr als sie. Ich befürchte das Ende jeglichen Kontaktes zwischen uns.

Doch nach ein paar Tagen gebrochenem Herzen und intensivem Nachdenken merkte ich, dass ich aus dieser nicht erwiderten Verliebtheit auch gute Dinge für die Freundschaft schöpfen kann: Im Endeffekt stärkte mein Heilungsprozess die freundschaftliche Beziehung, weil ich der anderen Personen vertraue, sie mir, wir ganz offen über alles sprechen konnten.

Manchmal macht Sex eine Freundschaft eben schöner, aufregender, intensiver – aber auf keinen Fall schlechter.

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